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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3295-3296
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z-95 Wuhne Würtz«

mahl ausgeschlossen/ anrüchtig und ehrlos, un-fähig zu Aemtern, Zeugniß zu aeben, ein Te-stament zu machen, und einer ehrlichen solen-nen Begräbniß. Ja der auf Wucher borgen-de Schuldner wird ebenfalls, wenn ers ver-schweiget, hart gestrafel. Die wucherlichenCvnnacte oder Umschläge aber selbst beste-hen darinne, wenn eine höhere Summe ver-schrieben, als wircklich geliehen, wenn sie dieErrichtung auf Geld an stat geliehener Mün-ze, eine Geid-Strafe in Ansehung der Ver-säumnis der Zahlungs-Zeit accordiret, wennman Nachsicht gegen Errichtung unmäßigerInteresse oder Steigerung der Haupt-Summe«iedt, wenn man Waare hoch anschlägt undvor baar Geld rechnet, ja solche wohl gardurch die dritte und vierte Hand gegen ein ge-ringes wieder an sich bringet, wenn man sichsonderlich Verehrung und Dienst-Geld, oderAufgelder in gewisser Zeit zu entrichten ver-schreiben lässet, durchs Darlehn theuereWaaren vor ein geringes erhandelt, oder aos-dinget, baß das nicht eingelösete Pfand voreine geringe Summe soll verstanden senn.Ingicichen Zinsen von Zinsen bey einerleyidchulvner nehmen und zum Capital schla-gen :c. Ja an vielen Orten hat man, da sichdie bösen Menschen noch auf neuere betrüg-licheSchlichegeleget, noch andere Arten da-für erkläret, z. E. allerhand Einschreibe - undZähl-Gelv, als vom Rthlr. i, - gr. aufsViertel-Jahr voraus oder überhaupt zu neh-men. Aus diesen Anmercknnqen nmd alsoverhoffenrlich diese in der Wirtschafft so nö-thige, und vielen Wirten so unbekannte Ma-terie, nemlich vom Wucher, denen Ungelehr-len sonderlich zulänglich erleutert seyn, damitman sich dafür hüten könne. Denn man be-schuldiget immer die Juden des Wuchers,und nennet auch deshalb solchen unrecht-mäßigen Gewinn Juden-Wucher; Es istauch wohl nicht zu leugnen, daß sich diesesVolck zum Theil darauf lege: Allein manfindet auch unter christlichen Wirten in die-sem Stücke leider so schlimme Wucherer alsunter jenen.

Wucherliche Conrraetc, siehe den AttickelWucher.

Wuhne, nennen die Fischer ein grosses Loch,weiches man zur Winters-Zeit auf denen zu-aefrornen Teichen in das Eis hauet, damit dieFische Luffr bekommen^ und unter dem Eisenicht ersticken. Je grösser der Frost ist, und iedicker das Eis wird, ie mehr muß man Wuh-nen machen, und solches auch desto öffter wie-derholen.

Würgen, sagt man,wenn dieWölffe sich miteinandei beissen. Ausser diesem wird es auchin der Küche g braucht von der Verrichtung,da man die Hüner, Enten, Tauben, Gänse unddergleichen Vich gehörig abschlachtet,würtel, siehe wirket,würye, suche Gewurye.würge, heiffet auch im Grau-Hause dasBier, ehe noch der Hopffen darzu gekommen,,

Würy-Trog Wunder-Baum z-96

denn nach diesem bekömmt es den NahinenBier.

Würy-Mühle, siehe Pfeffer-Mühle.

Würy-Nägelein oder würy Nelcrx,siehe Nägelem.

Würy-Topss, siehe Blumen-Tovss,

Wiiry-Trog, See-Grand, ist ein aerau-mer von Eichen-Holtz ausgearbeiteter Trog,weicherunter dem Mösch-Voltige in der Er-de stehet, damit aus gedachtem Völlige beyZiehung des Zaxffens die Würtze von denenTrckbern ab- und dahinein lauffen könne.

Wüstung, heissen unbearbeitete Felder, diemit Holye angeflogen, oder mit Gebüsche be-wachsen, und vorhin gebauet gewesen.

wütender Hunde-Biß, siehe Wut.

Wüterich, suche SchirUng. »s

Wult-Rram, suche Ronl?s-Rerye. DasConstantinopoUtanische Wull-Rraur istein Schirm-Gewächse, welches um seiner Blu- -inen willen in den Gärten gehalten wird. Sein xsStengel ist ohngefehr einer Elle oder zweenSchuh hoch, und mit vielen Fächlein oder klei-nen Hülsen umgeben; wenn sich diese zeigenund hervor schössen, bringen sie eine grosseMenge kleiner Knöpffe, die, wenn sie aufge-gangen, einen Blumen-Ball formiren, unddiese Blumen, welche voller rother Blättersind, sehen dem Margarethen-Blümlein gleich.

Dieses Gewächje, welches den sanken Som-mer durch blühet, stehet gerne in einem fettenErdreich, und an der Sonnen, will auch swßizbegossen seyn. Seme Wuryel schneidet manin Glücken, und seyet solche >m Eingang desFrühlings zwey Finger lief m Töpffe, und be-giessel sie fleißig. Im Winter bringet man dieGewächse an einen warmen Ort, und im Som«mer, wenn es blühet, wird es in Schatten ge-stellt, damit seine Blumen desto länger dauren,und schöner werden.

Wunder-Daum, Creuy-ZZaum, ist einGewächs, das, wenn es i» einem ihm anständi-gen Grund stehet, m litttzer Zeit zu emer an- ^sehnlichen Höhe aufsteigt. ES hat einen dickenHohlen Stengel, voller Knoten oder Gelencke/ 'an deren iedem die breiten sechs sder sieben malzertheilten und am Rande eingekerbten Blät- ? .,ter hervor k»mmen; zwischen denenselbe» unsdem Stengel wachsen die gelben und moosigte» ^Blumen, und drenecklgten Schoren, die mitlinden Stacheln besetzt,heraus, deren iete dreybunte länglichre Körner, inwendig nut einemweissen »lichtenKerrn erfüllt, beschliesset. Die .,Wuryel iff sehrzasicht- In Egypten wächst erwild, und wird aus seinem Saamen ein Oelgepresset, so zur Leuchtung und Salbung, aMnicht an die Speisen dienet i daselbst, wie auch ^in andern warmen Ländern, dauret er etlicheJahr, und erwächst zur Grösse eines Baumst ?,!, >bey uns aber wird er jährlich aus dem Saamea ^tur Zeit in den Gärten gezielet- Die Saam- ^ .Korner machen eine starcke Abführung von i. -oben und unten, sind aber widerlich im Ge-brauch/ und beschwerlich in der Wirckung, .