Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3287-3288
Einzelbild herunterladen
 

z- ?7 Wvlffs-Iagd Wolffs-Klau

Grude eine Hvltz-Kette ins Maul, und schlies-set! sie im Genicks zu, welchetMls sie ihn garteichte führen können. Die Wolffs - Grubensind heutiges Tages denen Vasallen scharffverboten, sonderlich denen, welche nahe andes Landes-Herrn GeHäge, und Wild-Bahnegelegen sind,' und unarentzen, dieweil ui sol-chen Gruben offt und viel mahl trachtigesWildpret, Hirsche, Sauen, Rehe und andereThiere, auch das kleineste hinein zuf.llenoflcget, ja wohl gar öffkers Menschen bey grossemSchnee und Wiüdwchen darein verfallen undumkommen. Doch werden sie noch auf denGrenzen grosser Herren Lander, nach demihre Vergleiche wegen der Greny-Zäüne ge-schlossen sind, auch, wo nicht sonderlich "ici^ohes Wildpret zu finden ist, denen Vasallen^onnivenc!» verstattet.

Vvolffs-Hunger, siehe Hunds-Hunger.

Vvolffs-Iagd, wird also angestellet ! M inziehet mit vielem Vslck gen HolS, und lässet eserst mit Netzen umgeben: Weil aber bey star-kem Frost dieLöcher zu denFurckeln nicht mitHacken und Pickeln oder Ssttz-Hacken zu ma-chen, weil solches bey aesrorner Erde zu sehrschellen, uud dieWviffe, wenn sie es hören, zuzeitig ausreissen möchten, so werden solche niiteinigen Frost Bohrern gemacht' Die Haakenund Hefstel an die Baume gebunden, und alsoin aller Stille aestellet- Die Nette müssen we-nigstens sünf Schuh hoch, und nicht gar hartgespannet seyn, das sich die Wölffe leichte dar-ein verwickeln können. Wenn nun alles bereitund fertig ist, werden die Treiber mit dreyTrommeln eingetheilet und angestellet, vomrechten Flügel durch ein Hüfft-Horn ein Zei-chen gegeben, und von dem lincken geantwor-tet, hierauf fort - und aus die Netze zu-auchdrey bis vier mal hin uud wieder getrieben, in-gleichen auch starcke Schäfer-oder Fleischer-Hunde, oder andere Bauer-Rüden zum Auf-suchen hinein gelassen, da denn die m sol-chem Tumult von den Treibern und Hundenin die Netze gejagten Wölffe von denen aus-serhalb der Stallmig auf sechs bis acht Schrittvon einander postirten Bauer» mit Aerren,Prügeln und Keulen zu tode geschlagen wer-den.

Vvolffs-Rasten, ist ein eichener mit Eisenwohibeschlagener Kasten, darinnen ein gefan-gener Wolff, welchen man lebendig zur Hatzeaufbehalten will, eingesperret, und an behöri-gcn Ort gesuhret wird. Man macht ihn gantzund gar, wie einen Sau-Kasten, nur daß manvon aussen, an statt der ivildenSchweine, Wöl-fe daran zu mahlen pfleget.

'Wolffs-Rlau, ist ein mosichtes Kraut,welches offt in seiner Länge sechs und mehrElle« hat, und in Gestalt eines Stricks oderSeils an der Erden hin und wieder kreucht.Man findet es auf Hügeln, Berg und Felsen,und zwar an manchen Orten in grosser Men-ge ; des Saamens aber kan man wenig haben,welcher gelblich und so klein, als kein Staubist. Es trägt gelbe Kätzlein oder Blüthen und j

Wolffs-Milch WolffS-Netze z-zz

wenn derselbigezeitig ist, welches im I»niogeschiehet, so bekommt das Kraut Zäpflein,wie die Hasel -Stauden. Der Saame pla-tzet, wenn er in ein brennendes Licht gespren-get wird, und dienet zu den Blut-Flüssen,Durchbruch, rothen Ruhr, Nieren-Geschwü-ren und Stein.

IVolffs-Milch, Teuffels-Milch, ist einKraut, so dem Lein-Äraut gleichet, hat einenrötblicheii Stengel, Blätter, den Fichten-Nadeln ahnlich, doch weicher, tragt Doldenmit rothgelben Blumen, woraus dreyeckigeSaamen - Hauslein werden. DieWurtzel istmit einer dicken Rinde bedecket und das gantzeGewächse voll Milch. Es wachset wild nebenden Zäunen und Aeckern, wird aber auch in denGärren unterhalte». Seme Tugend^bestehetin einer brennenden Scharffe und flüchtigemSaltz, DieMilch und die Rinde von derWur-zel geben eine starcke Reinigung, die den kalten,zähen uud tartarischen Schleim aus allen Je-derlei» hervor ziehet, daher sie auch derBan-ren Rhabarbar genennet wird; ist aber sobloß, wegen ihrer Schärfe, nicht sicher zu ge-brauchen, die zwar durch die Zubereitung ineinem Jucker aus den Blumen und Blättern,ingleichen dem Extract oder Pillen aus derRinde etwas gemäßiaet wird, dennoch abereine starcke Complexion erfordert. Ausser die-ser Gattung sind noch vier andere, nemlichdie Wolsss-Milch mit Mandel Blattern, dieSonnemvendige, die Cvpressen - Vvolffs-Mrlch, und die Staudige- Die Indiani-sche Vvolffs-Milch, so aus Egypten zu unskommen, und in Gärten gezielet wird, ist eingroß Gewächse, und dienet in einem Winckelan der Wand hingesetzt zu werden. Zur Blü-the kommt sie schwerlich, doch dauret sie denWinter über im Lande, wenn sie bedecket wird.Eine kleinere Art derselben wird nicht überdrey Fuß hoch, ist auch nicht so voll Milch,und bis daher nur als ein Schirm -Gewächsgehalten worden.

N?olffs-Monat, siehe December.

tvolffs-Neye, gehören zum Jagd-Zeug,und müssen viertzig gedoppelte Schritte stellen.Die Leinchen, davon das Garn gestricket, wer-den von klarem Hechel-Hanff, und sechsFaden,als ein starcker Feder-Kiel dicke zusammen ge-drehet, und die Maschen ins Vierkantige fünffZoll breit, und funff Zoll lang gemacht; dasNetze wird zwanmq solcher Maschen hoch, daßes also über drenEllcn hoch stellen kan, und dochBusen genug hat. Die Leinen sind sast Dau-mens dicke starck von achtzehen Garn-Faden,so ebenfalls von gutem Hechel-Hanfseyn müs-sen. Die Ober-ulid Unter-Leine an ieowedemEnde, welche dem Netze wohl zwey Claffternvorgehen, werden an den Haaken und dessenHefftel feste angeschlinget. Diese Haaken undHesstel macht man gerne von weiß-büchenemoder festem Weißdorn - Hvlke, und lässet sieoben mit eisernen Ringen beschlagen. DieseNetze lässet man bis an den O> r der Stalluugfahren, da sie abgenommen, auf Haaken von