ZV75 Waffel Waffen
daher denn auch die ersten denen Wiesen nichts«!s die Feuchte, dielctzten aber nebst der Feuch-te zugleich ^>uch die Fruchtbarkeit mittheilen/ii:id de^weaen denen ersten weit vorzuziehensind. Die kalten Wisser, welche gemeiuisUchaus hohen Gebirgen entspringen, und du;ch dieSchnee Wasser vernrehret werden,soll man vondem Monat May nicht gebrauchen, bis sie ziem-lich von denSounsn-Strahlen besser erwärmetwerden; die warmen aber, die aus warmenBrunn Quellen und Bächlein koiumen, kanman asch im Sommer auf die mit grossen undlangem Gras bewachsene Wiesen laussen lassen,und zwar vsn acht zu acht, oder von zehen zu ze-hen Tagen, nachdem das trockene Wetter an-hält »vernicht. Wenn die Wiesen sattsam ge-wassert,muß man den Zugang des Wassers wie-derum verkvxffen, auch die darauf stehen blei-benden Pfützen durch sonderbar hierzu gemach-te Gräben oder Furchen, so viel möglich, ab-führen, weil der Uiberfluß des Wassers ebensobald und viel, auch wohl noch mehr Schadenverursachet, als wenn die Wiesen zuweilen desWassers kalben grossen Mangel leiden müssen.Man bat aber ausser denen Wiesen auch m de-nen Gärten die Wässerung zu einem und an-dern Gewächse höchst nöthig, welche denn aufverschiedene Att vorgenommen wird. Die Ge-wächse nun, welche beständig einer Wässerungbenöthiget, werden auf folgende Art angefeuch-tet : Man setzet neben dergleichen ein GeschirrMit Wasser angefüllet, hänget einen Tbeil voneinem wo!!e»en nassen Läplein in gedachtes Ge-schirr, den andern Theil aber von selbigen legetman nahe zudem Gewachst; vermittelst diesesLäpgens wird das Wasser so lange sich aus demGeschirr heraus ziehen, bis kein Tröpfieni mehrdarinnen. In Wasserung der »ranxe-Bäume,welche in freyem Boden stehen, brauchet manein Cylindrisch thönern Gefäße eines Fusseshoch, und ohngefehr vo» vier Maaß Inhalts,welches von dem Boden an gerechnet, sechsnicht allzu grosse Löcher in gleicher Weite übereinander stehen hak, solcher Gesässe werden ih-rer etliche nach der Beschaffenheit des Bau-mes und des Landes zur Seite des Stammesetwa einen Fuß weit von selbiaem in die Erdeeingegraben, dergestalt, daß sich diese insge-samt mit ihren Löchern gegen den Stamm keh-ren, wenn man solche Gesasse sodenii mir Was-ser anfüllet, wird sich dieses nach und nach durchdie Löcher in die Erde ziehen, und dadurch dieWurtzel des Baumes ungemein frisch erhaltenwerden. Die ordentlichen Obst-Bäume be-giesset man in dem bedürffenden Fall, wie allesgrobe Land, vermittelst der so mancherley Sor-ten der Gieß-Kannen und Svreng-Trichter.
Waffel, ist ein zartes, in Holland erfundenesBackw-rck, so von seinem Mehl mit Milch,Eyern undetwasZucker eingerühret, in einembesondern zusammen schlagenden Waffel-Ei-sen gebacken wird, und eine viereckigte Formmit kleinen, viereckigren Tieffen gewinnet.
Waffe», heisten nach der Iäger«S?rache dievier großen Zahne der wilden Schweine; sowerden auch des Luchsen Klauen also genennet.
Waffen-Salbe zo/6
Waffen-Salbe, ist ein in einer Haushal-tnna höchst nöthig und gam; unentbehrliche«Mittel, sich damit, wenn man mit einem Heil,Art, Messer und dergleichen Gewehr verwun-det worden, ohne Juthuung anderer Hülfe aufsbeste und kärkeKe wiederum theilen- Die Zu-bereitung diese? Salbe bestehet in folgenden:Ma» nehme ein Maaß Regen-Würmer, thuein einen g.üuz neuen Toxff unten <rwas Sandund Mist, uuv lege diese daraus, daß sie sich da-durch reinigen, verklebe hierauf den oben wohlzmedeckten Topff, setze ihn in einen Back-Ofen,darinnen erst Brot gebacken worden, und dörreselbige, dock also, daß sie nicht gar verbrenne»,sondern, daß man sie klein zu einem Vulver rei-ben könne Endlich zerlässet man über einen,aelindeu Feuer Bären- und Eber-Schmaltz, ei-nes ieden gleich viel, und reinigets, wenn es zer-schmolzen, indem man es auf kaltes Wassergiesset, daß die Unreinigkeit davon zu Bodmfalle, und das Schmal« oben bleibe, weichesman hernach, wenn es erkaltet, hinw?g nehmenkan. Nimmt man nun eine halbe Eyer-Schaalevoll von gedachtem Regen-Wurm-Pulver,Blut-Steins und sehr wohlgercinigte» San-deis, ebenfalls wohl geriebenen Pulvers einesieden ein Loth, und vermischet dieses alles zu-sammen mit dem beschriebenen Schmal!?, daßes eine feine Salbe werde, so kan man diese her-nach in einem sauberen, gläsernen Behältnißzum künfftizen Gebrauch wohl verwahren. ,Bey dem nicht genugsam zu rühmenden Ge-brauch hat inan sich also zu verhalten: Man er-kundiger sich zuvörderst, ob die Wunde gehauenoder gestochen, ingleichen, wie tieff das Gewehrin das Fleisch oder den Leib bey der Verlegunggegangen; hieranfläst man sich das den Scha-den zugerichtete Gewehr einhändigen,und han-delt damit,ohne denPatienten zu sehen oder an-zurühren, folgender Gestalt: Wenn die Wundegestochen ist, so wird das Gewehr von der Spitzenach dem Gesa'sse oder Hefftezu mit mehr belob-ter Salbe bestrichen; ist es aber gehauen, somuß man diese von der Schneide nach dem Rü-cken zu daran schmieren, und so man nicht ge-wiß erfahren, wie weit das Gewehr in den Leibgegangen, so ist am sichersten, man salbe diesesgantz über und über, sonst aber ist es auch genug,daß man es nur so tieff schmiere, als es in dasFlei»ch hinein gedrungen, wsrbey aber annochwohl in Acht zu nehmen,daß man an dem Tage,da diese Salbung vorgenommen werden muß,Mit keiner Frauens-Person etwas zu thun ge-habt, wie denn diese Salbung nicht eben alleTage, soudern nur den andern, dritten odervierten Tag darauf wieder geschehe?! kan; in-gleichen muß dieses Schmieren allezeit in einerleidlichen Wärme, und an einem reinen Orte,wo kein Staub hinfällt, vorgenommen werden,denn so bald man das Gewehr in dieKalte brin-get, ss bekommt der Patient Schmeryen, legetman es zum Feuer, empfindet er am Schadengrosses Brennen und Hitze, bringet man es aberin leidliche Wärme, so höret beydes alsobaldwieder aus. Sv lässet sich auch vermittelst die-ser Salbe gantz behende das Blut stillen, I» bald