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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3007-3008
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Zoo? Uiberdruß des Futters

Salbe gemacht. Oder mache einen Teig vonSenff Mehl und Ochsen-Gallen, und ,'chiages auf das Uiderdem, und laß es fünff Tagund Nacht darauf liegen, alsdenn binde wie-der ein frisches darüber, und laß es noch zweyTage darauf, wenn es weich ist, so caulerisirkscreutzweis, und schmier es mit nachfolgen-der Salbe: Nimm Hirschen-Unschlitt, Bo-cken-Unschlitt ein Viertel-Pfund, Meister-wurtz zwey Loth, und Dachsen Schmaltz einViertel-Pfund untereinander gemischet, undzu einer Salbe gemacht. Oder caulerisir dasUiberbein, und heile es mit dem »><-omo,»>. So aber das Uiberbein in einem Ge-lencke wäre, so muß man solches vorsichtigheraus lösen, und den Schaden mit andernHeil-Salben und Pflastern wieder heilen.' Uiberdruß des Futters, sonsten auch derVerstoß genannt, ist eine Pferde - Kraiickheil,welche aus mancherlei, Ursachen entstehet:i) So man in grosser Hitze oder Kälte starckreiset, und demselben geschwind Furier vor-schüttet, es sey auch so wenig es wolle- 2)Wenn man ein Pferd bey kaltem und frosti-gen Wetter starck reutet und erhitzet, und denSchweiß nicht sauber abwischet, sondern esalso stehen lässet, und in einen kalten Stallstellet, z) Wenn die Leber-Adern verstopftsind, nemlich, wenn die Adern das Geblüreaus der Leber nicht an sich ziehen, noch inden Leib austheilen können- 4) Ist auch dieübermäßige Aderlaß eine Ursache, durch wel-che den Gliedern, absonderlich der Leber, dieKrafft benommen wird, daß sie den ^K>>u,nnicht au sich bringen mag. ;) Kommt sieauch von erhitztem Magen, schimmlichtenHeu, Dampf, Fäulung in dem Magen, odervon dem Durchlauf'des Bauchs. Die Zei-chen sind scheinbar, daß es nicht fressen will,und dahero ein trockenes Maul und hitzigenAthem hat. Für allen Dingen muß man ei-nen solchen Pferd den Leid offen hallen, einClystier geben, hernach demselben den Staf-fel stechen und wohl bluten lassen, daraufdas Maul mit Wohlgemut!) und Saltz wohlreiben, ein paar Stunden hernach aber fol-genden Einguß geben: Nimm Eppich-Sab-inen ein Loth, Lein-Saamen vier Loth, Fen-chel drey Loth, Erven oder Wicken, Liebstöckelund Meisterwurtz, jedes zwey Loth; Veilwurtzein Lorh, Seven- oder Sade-Bauni zweyLoth, siede alles in zwey Maaß Wein oderFließ Wasser, hernach nimm der abgeseihtenBrühe den halben Tkeil, thue darzu ein halbPfund Schwemen-Schmaltz und ein Vier-tel-Pfund Honig, mische es unter einanderund gieß es dem Roß aus einmahl ein, con-linuir damit drey Tage, und gieb dem Pferdunterdessen nicht zu fressen; reibe ihm auchdie Zähne und Zunae mit Eisenkraut, u»dzwar sowohl mit dem Kraut als mitder Wür-zet, ingleichen auch mit Weiden-Blättern.Oder nimm Knoblauch, Pfeffer und Saltz,reibe dem Pferd die Zahne damit, bäye eineSchnitte Brot, streue Saltz und Honig dar-aus, und giebs dem Pferd zu fresse». Oder

Uldereile» Uiberhan, zoo,

nimm Pfeffer und Ingber, iedes ein halbLoth, Saffran ein halb Qvintlein, Wein einhalb Maaß, mische es unter einander, undgieß es dem Pferd auf einmahl ein- DerStall/ darinnen es stehet, soll mittelmäßigwarm gehalten werden; dem Pferde soll mankein Futter geben, als nur zuweilen ein we-nig Kleyen-Klümpleitt mit ein wenig Ler-chen-Schwamm und Honig-Wasser gemen-get- Der Tranck soll auch gar wenig, undmit Honig-Wasser vermischet seyn. DasMaul soll offt mit Saltz, Eßig, Teuffels-Dreck und Knoblauch ausgewaschen, auch dieZunge und Zähne damit gerieben werden.

Uibereilen, geschiehet von jungen Hirschen,wenn sie den Hinter-Lauffr über den Vorder»setzen, weil im Gelencke, Flachsen und Seh-nen alles noch lung, rasch und flüchtig ist.Sonst aber ist das Uibereilen der Bedacht-samkeit und Uiberlegung entgegen gesetzet,und ein grosser Fehler in der Wirtschafft, woalles fein bedachtsam und überlegt, doch abernicht zauderhafftiz und faul vorgenommenwerden soll.

Uiberfall-'wchr, suche Vvehr.

Uiberfresien, heißt auch die.Blähe, ist einZufall der Pferde, davon sie schwellen, dieSenn-und Spann-Adern sich ausdehnen,sie selbst seuffzen, bremsen, hinfallen, offt we»der gehen noch stehen können, die Ruthenheraus hangen lasscn, sich von einer Seitezur andern wältzen, Winde und einen auf-gebläheten Bauch bekommen. Er enstehet,wen» das Pferd starck und in der Hitze gegendie Gewohnheit geritten worden, und daraufdürre oder grüne Gerste, Kleyen, Korn, Wi-cke», grüne Erbsen, grüne» Haber, seiste» Kleezu fressen, bald aber darauf S-mffen bekommt.Bisweilen springt der Magen gar auf, undsie verrecken. Man kan diefem Uibel nichtanders begegnen, als erstlich durch ein beyge-brachtes Clystier von Wasser, darinne Kleye»gekocht, ein Maaß Baum - oder Lein-Oel,oder Butter ei» Pfund, Saltz ein Loth dar-ein gemischt und warn, eingeschüttet. Auchkan man ein Stück Seiffe schneiden, und lilden Affler stecken. Zum andern giebt manihm innerlich ein, ») Seiffe, Rein-Asche, ie-des zwey Loth, niik einem halben SchuppenEßig vermischt. Man kan auch Bocks-Horn-Saamen in Wasser, worinnen Seiffeund Asche zerlassen, koche», und ihn, eingies-sen. b) Darauf gebt ihm öffters geriebenen,frischen oder gelinde gedörrten Meerrettig mitKnoblauch zu fressen.

Ulberhang, Uibcrhanzen, heißt, wenn dieAeste eines Baumes über des NachbarsGrundund Boden hangen. Es ist derNachbar solcheszu leiden nicht schuldig. Daher er, wenn erden andern, solche abzuhauen, erinnert hat,und solcher sie nicht wegschaffet, befugt ist,sie selbst abzuhuuen. Allein die Wursteln mußer in seinem Boden leiden. Daher aber hal erauch die Früchte von den überbcknzciidenAesten