ay7? Türckisch - Korn Tulipane
Siefes Weitzens viel gebauet, und zur Mast vorDas Vieh oder zu Brey gebrauchet- Bey unsaber wird cS nur zur Curi»sität in die Gär-len gesäet.
Türcklfche Vvicken, suche Feig-ZZol?nen.
TürckisckeRorn, ist eine Frucht, so zuerst«ms der Turckcy zu uns gebracht worden, nunaber auch in unsern Gärten wohl bekannt ist/Es wachset auf einer Staude, daraus die Blät-ter lang, spitzig und vxll Adern seyn, und trei-bet dicke, knotige Halmen. Au oberst auf die-sen kommen gank runde Aehren, wie etwa dieBüsche ausdemSchiiss, doch findet sich darin-ven nicht die Frucht, sondern diesel be wächsetweiter unten in langen Kolben und mit vielenBlattern umwickelt. Diese Körner sind ohn-Keichr so groß,alS Erbsen, unten eckigt, ja fastspitzia, oben aber rund, und theils braun, theilsselb, theils roth, theils weiß >c. Sie werden»m Mertz oderAprii gesäet, und im Herbst reif,sind gar anmuthig zu gemessen, iedoch aber vonwärmerer und trockener Eigenfchafft, als unserzemeines Korn.
rutsche, siehe Tuncke.
Tulipane, Tulpe, ist ein Blumen-Gewäch-se, welches rur zur Zierde in denen Gärten ge-halten wird, «seine Wurtzel ist eine Zwiebel,unten mit vielen Zasern versehen. Aus dersel-bigen kommen etliche lange, breite, starcke, spi-tzige Blätter, und in der Mille steigt ein runder,schwammigter Stengel auf,an dessen Spitze ei-ne. wie ein Kelch-Becher gestaltete Blume, vonsechs Glättern ansetzet, die endlich eine dreycckigte Hälse, in welcher der Saame verschlos-sen, hinterlässet. Die Blumen sind ohne allenGeruch. Dieses Gewächs ist über hundert undneunkig Jahr in Deutschland nicht bekannt,und am ersten aus der Türckey zu uns gebrachtworden. Die Blumen werden unterschieden,nach ihren Arten, in frühzeitige, in langsa-mere und spate: Nach ikrerGrösse, indem et-liche auf einem gantz niedrigen Stengel blei-ben, etliche kleineBlumen bringen: Nach ihrenFarben, und zwar erstlich einfach nach denHaupt Farben, gelb, roth, weiß, grün, blau, sowohl als nach den Neben-Farben, weiß-gelb,Citronen gelb,Pomeranken-gelb,Saffran-geIb,Ziegel roth, Zinober-roth,Purpur.roch,braun-roth, Schnee-weiß, Silder-weH, Milch weiß,Aschen weiß u- s- w- oder gemengt,als gelb undroth, weiß und roth, weiß und grun, und dergi.nachdem die Natur hierunter unendlich undsehr artig spielet. Die Farben machen endlichden vierten Unterscheid, nach welchen sie inrare und gemeine eingetheilet werden. Unterden gemeinen verstehet man die gantz rothen,gantz gelben, gantz Purpur-sarbenen, gank Po-merantzen-farbenen, wie auch die zwey-färbi-gen, als weisse und rothe. Gold-gelb und rothe,lichtgelbe und weisse zc. Unter denen raren undtheuren Tulpen verdienet die Himmel blauedie erste Stelle, die von wenigen gesehen wor-den, aber dennoch vorhanden ist. Dieser ist dienechste die schwarye, dafür einige sehr spätedunckel rothe angesehen werden mögen.^ Aufdiese folget die gantz grüne, denn diegrun-ge-
Tulipane -?zs
streifften nichts besonders haben. Die nechsteStelle nehme» die bunten, gejprengten undgeflammten, die aber grosse-, Veränderunaenunter«orffen sind, und bald ausarten. Diegantz weisse» mögen unter denen, die etwaswerth sind, mitgehen, denen noch die gefüllten,
und deren etliche auf einem Stiele wachse»,nebst denen monströsen, bengezählet werden.Auf diese ihnen beygelegte Nomen ist nicht zugehen, weil sie an einem Orte so, an einem an-dern wieder anders genennet werden. IhreVermehrung geschiehet auf zweyeriey Weise,durch den Saame» oder durch die Zwieteln.Die erste Weise geschiehet also: Ma» sammletvon den spät - blühenden schönen, sonderlichweissen Tulpen den Saamen, und -war, wenn erso reifist/daß die Saamen-Köpffe amsrrmgen.Diesen säet man im September nur cincS Zol-les tief in gutes Erdreich, und lässet ihn alsodrey Iahrestehen. Nach Verfließung derselbensucht man die jungen Zwiebeln auS der Erden,und setzt sie einer Hand breit von einander, infrische, wohl zugerichtete Beete, so werden sienach drey oder vier Iahren blühen, und vieledarunter gantz wunderbare, schoneBlumen,vonmancherley Farben herfür bringen. Dochmuß man solche neue Blumen in keinen Saa-men schiessen lassen, sondern in Zeiten abbre-chen, damit die Zwiebeln desto mehr gestärcketwerden. Man kann sie auch zuerst in Kastensäen, und Kernach in Beeten versetzen. Auf dieandere Weise, ncmlich durch die Zwiebel, ge-schiehet ihre Vermehrung etwas geschwinder,und zwar auf zweyeriey Art, durch die Seülin-ge und durch Smcker. Seylinge werden die-jenigen Brut-Fwiebeln genannt, welche zurSeiten derHaiipt-Zwiebel: Sinckeraber, wel-che unter den Zaserirgerade hinunter zwey oderdrey Zoll tief in die Erde wachsen. Bey derWartung ist in Acht zu nehmen, daßdierarenund schönen Tulixanen jährlich, die geringernaber ums andere Mr ausgehoben werden, wei-len sie sonst mercklich Schäden leiden, und garofft die Haupt Zwiebeln verderben. Die Aus-hebung geschiehet, wenn der Stengel vertrock-net, etwa um Jacobi. Die Zwiebeln wrrdenmit der daran hängenden Erde auf acht Tagein eine trockene und lusstige Cammer geleget,alsdenn erst gereiniget, und also bis in dcn Se-ptember gelassen, da bey wachsendem Monderstlich die aite Zwiebeln in wobl zugerichte'eBeete,und dann die Setzlinge besonders, nachder Reihe, ausrecht, zwen Zoll tief eingesetzetwerden.Wenn imFruh-Iahr die Zwiebel aus-
schlägt,»- im Anfang nur em Blal zeiget, folgtdasselbe Jahr keine Blume: Wenn aber sich einHertz-Blat daneben sehen lasset, in es eine An-zeige, daß sie blühen werde. Wer Tulpen-Zwiebel» zu kauffen begehret, und damit nichtbetrogen werden will,der lasse die Blumen, dieihm gefalle», mit der Wurtzel in feiner Gegen-wart ausheben, qvetscheden Stengel obenhartunter der Blume, hänge die Pfianye bey derAwiebei, mit uuter sich gekehrter Glume ineinem lufftigen Gemach ans, so wird sie bis zurZeit der Versetzung gut bieihen.
Tuncke