Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2935-2936
Einzelbild herunterladen
 

-9Z5 Thränen Thran

Threnen

:>)ZS

Qva! oder gedruckte, ingleichen gantz niedri-ae und flache Böaen, und richtet man sich inder Wchl dmelbei?, nach der Stärcke desGebäudes Der ha!!'!: Circkel ist der starck-ste Boaen, diesem solaet der qedruckte, derflache aber ist dsr schwächste. Die Höbe rich-tet man nach der Weite desselben / und sottman, wo es möglich, einen Thor-Weg iedesmal noch s» hoch als weit machen.

Thränen des Hirsches, siehe Hirsch-Thränen.

Thränen des Vvein - Stocks, sonst auchRebe»-Thränen genannt, sind nichts an-ders, als das Wasser, welches die Wein-Sto-cke zur Frühlings-Zeit von sich fliesten las-sen, und hierdurch von vielen Feuchtigkeiten,die ihnen sonst schädlich seyn würden, sichreinigen. Wenn ein Wein-Stock viel thrä-net und ausläusst, so ist es ein Zeichen einesguten Wein-StockS, der viel Sasst undKrafft hat; es lausten auch alle aute Stockeans, ehe die Augen ausgehen, denn hernachfließen sie nicht mehr. Es halten einige da-für, daß dieses ans dem Wein- Stock rin-nende Wasser, wenn es wodl acaohren, undmit etwas Nelcken, Caneel nud dergleichenzubereitet wäre, ein so liel'iiches Getränckeabgeben würde, daß es auch denjenigen an-stünde, welchen das Wasser verHaff ist, undp!s senst sehr gerne von dem Gewächs desWeni 'Stvckes trincken, welches man an sei-nem Ort gestellet seyn last, weil es vor de-nen Safften, so aus andern Gewächsen'flies-sen, in Ansehnnq des Geschacks, eben kei-nen besondern Vorzug hat. Gewisser ist es,daß dieser Safft in der Arkney, bey unter--schiedenen Leibes-Gebrechen seinen sehr gu-ten Nutzen erweiset. Innerlich gebraucht, istcr ein vörtrefiiches Mittel wider denNisren-unb Blasen-Stein, er thut sehr gut in hi-tzigen und gifftigen Fiebern, treibt den Harn,und erhält das Geblüt in einem guten Tem-perament, Der dick-gewordene Sasst, denman in Gestalt eines Gummi um den Wein-Stock findet, wenn er in Wein zerlassen,und nüchtern getrunckcn wird, nimmt diekleinen Steine und den Grkß biuweg. Aeus-seriich reiniaen diese Thränen dieAuaen, stär-ken das Gehör, und machen es hell und klar,wenn man des Abends und Morgens etlicheTropssen davon in die Augen thut; sich da-mit gewaschen, heilen sie die Krätze, denAussay, und alle Unreinigkeit der Haut,nehmen auch die Flechten und Zitter-Malcweg.

Tkran, heissetman das ölige Fett, welchesvon denen See-Fischen, und sonderlich vondem Wall-Fisch gemacht ist, dahero es auchFisch-Thran genennet wird. Man hat des-sen unterschiedene Gattungen, unter denenaber behält das weisse Grönländische Kron-Tbran den Verzug, welchen auch die Weiß-gerber, Corduaner und andere im Leder ar-beitende Handwercker wohl auszukochen, unddas Leder sein damit zuzubereiten wissen; der

braune ist heraeacn der schlechteste, und wirdinsgemein nur in denen Lampen verbrennet.Die Probe deck besten Thrans bestehet dann-ne, daß ein Trcpffcn davon wie eine Perleauf dem Naael steht, und nicht ablaufft.Auch hat man be» dem Einkauff zuzus'hen,daß cr durchaehends in den Tonnen hübschlauter und keine Hefen aus den Hoden habe;wo sich aber nut der Zeit einige setzen möch-ten, werde» sie zum Seiffen-Sieden mit ge-braucht.

Threnen, nennet man diejenigen Bienen,die zwar an der Gestalt mit den kleinen undgemeinen Bienen eine grosse Gleichheit ha-ben, aber darinnen von ihnen unterschiedensind, daß sie sie! grösser und dicker siud, auchkeinen Stachel haben, und mit ihrem lau-ten Getöne vor anbern sich leicht zu erken-nen geben. Sie sind das männliche Ge-schlecht unter denen Bienen, die sie befruch-ten, und ihre Arbeit ist, der Bienen Brütin Sivcwi und Korben zn versorgen, jungeBienen auszubrüten, und stets über densel-ben mit ihrem Getöne, dadurch sie der Brütbenöthigte Wärme verursachen, zu verbleiben.Dmn wie eine Brüt - Henne, wenn sie waszur Welt bringen will, immer drüber sitzet,und ihre Ey. r mit bensthiaterWärmeversie-het, auch von solchen nicht weg gehet, sotlnin solches be» der Bienen-BrütdieThre-neu, und das ist die Ursach, daß diese ebennicht eher aus den Stöcken Herfür kommen,bis Mittags-Zeit, als in welcher sie durchdie Hitze der Sonnen gleichsam abgelöset wer-den, und aenugsame Versicherung haben, daßzwischen dieser Zeit keine Kälte ihrer BrütSchaden bringen kan. Ihren Nutzen spüretman ferner vom Avril bis auf den August.Welcher Stock in solcher Zeit keine Threnenhat, der läßt riichtuur keinen Schwärm, son-dern muß auch ohnfehlbar mit einem Haupt-Fehler beschlagen seyn, Uiberdss arbeiten sieauch mit denen Bienen an den Wachs- Ta-feln und Gewürchte, wie denn die starckeiiKuchen mit denen grossen Zellen oder-chen nicht von geinciuen Bienen, sondernvon diesen grossen Threnen ihre» Ursprunghaben, als welche, da sie grösser, auch eingrösseres Quartier haben müssen, daher sieselbiges nach ihrer Leibes-Grösse sormiren.Sobald diese gross-Threnen im Früh-Iahrsich sehe» lassen, so bald hat man sich Hoffnungaufs Schwäimen zu machen. Ich sage mitFleiß grosse Threnen, denn es giebt auch klei-ne Threnen, die manAffter-Threncn nennt,welche zur Zeit eines kalten Frühlings in de-nen Stöcken gesunden werden, und wegendes harten Frostes zu keinen vollkommenenThrenen werden können. Wenn diese sich se-hen lassen, darff man sich nicht wohl einigeHoffnung aufs Schärmen machen, und zwarans der Ursach, daß diese Afftcr- Threnennicht, wie die vollkommenen Threnen, Wei-sel zu zeuaen, vermögend sind. So nükUÄaber im Frübling und Sommer die rechtenT^enen, so schädlich sind sie im Herbst und

Win-

lit