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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2807-2808
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-üO7 Stein Stein-Beißkcr

" Stein, heisset ein Mahl-Stein, so z"einem gewissen Zeichen oder Male im Frde geseket, und nach dessen verschiedener Bideutunz zubenahmet wird. Suche Mal)i-Grein.

Srein, ist auch ein Gewicht, wornachschwere Waaren, Wolle, Flachs, Unschlitsund dergleichen ausiiewogen werden. EinStein schwer Gewichr ist in Leipzig zwanbigPfund; ein Stein N! Wolle ein MdtwanmgPknnd, und eil! Stein Kramer-Gewicot iweyuiid nvantzig Pfund. In Hamburg und Lübeckist ein Stein Flachs Mmyig, ein Stein Wol-le oder Federn aber zehe» Pfund. Ein Steingroß Gewicht hatinDansig vier und dreyßig,und ein Stein klein Geroichr vier und zwan-zig Pfund.

Stein-Adler, ist der edelste und grollesteunter allen Adlern, dessen Fittiae sich übereine Klaffter weit erstrecken. Siehe Adler-

Srem, ist auch eine Kranckheit, da in de-nen Nieren und in det Harn-Blase, oderHatn-Gangen bey Menschen und ThierenSteine gefunden werden, weicheren Abgangdes Harns hindern, unsägliche drückende, ste-chende und schneidende Schwersten verursa-chen, ja öffters die Gänge und Gesässe verle-tze», das Blutbanken, »»gleichen Entzündun-gen und Ereiterungen verursachen. Der Bla-sen-Stein kan durch Schneiden euriret wer-den. Bey denen andern aber sind viele, aberselten probate Mittel, wenn nicht die Ursache,daher er entstehet, als dickes und saures Ge-blüt, salkigte und tartarische Theile gehoben,oder der Stem zermalmet wird. Sonderlichmuß man sich vor Erhitzung und kitzigen Ge-lräucken dabey hüten, das beste ist ein rechtverstandiger, und in dieser Kranckheit sonder-kich 'erfadmer Arkt. Denn es sind gewisseKraückheittn so wichtig und besonders, daßnicht ieder m selbigen eben die Wis-

senschaffr und Erfahrung haben kan, die einervder der andere besonders besitzet. Einen sol-chen muß man alsdenn insonderheit süchen.Das gehöret mit zur hauswirtlichen Klug-!heit. Podagra, Wassersucht, das böse We-sen :c. sind dergleichen.

Stein-Amsel, suche Amsel.

Sreinl'cer, siehe Heidelbeer.

S^tein-Beißker oder Veisser, ist ein kleinesFischlein, der Schmerle nicht ungleich, abererivas dünner, mit einer glatten Haut, öun-kci-gelb mit schryartzen Flecken, ohne Grateund Flossen, daher er auch der Neunauge,nur die Grosse ausgenommen, i» allem gleich.Er hat ein spitziges Maul, uud daran zweyHaklein, führet den Nahmen von seiner an-beissenden Art, denn wo er nur einen Steinantrifft, so hangt er sich an, und ziehetmit seinem Maul wie ein Blut-Igel ansich. Er halt sich meistentheils in den Qvel-len und Bachen unter den Steinen aus, umwird wie die Schmerlen, zu denen er sichmeistentheils ausser der Laich-Zeit halt, ge^fangen. Allein im Früh-Iahr, wenn eistreicht, sehet ex in grosser Menge mit seines

Stein-Beisser Stein-Bock^ -zoz

"'"'chen. Es ist ein annehmlicher und schmeck-

ister Fisch, der, wen» man ihm mit einer q„-.en Brühe vollenes zu statten kömmt, vor wasselicates geachtet wirk, aber einen guten Ma-gen und ein gur Glas Wein erfordert. Er wirdwie die Vleunauxle zugerichtet.

Stem-Veisser, ist ein kleiner Vogel in derGrosse einer Heyde-Lerche, mit einer solchenbreiten Brust uns einem Schnabel, wie diesel-be, langen Mi,>e!n und sehr km'tzem Schwank.Er siehet von Farben ans wie cin Neuntodrervon der grossen Art, ausser daß er nicht schwari;oder schwärslicht ist, sondern an statt dessen eineAschen-vder blaulichte Farbe hat: Er ist ne n-lich am Kopf graulicht, oder von einer Farbe,die das Mittel zwischen blau und grau ist; unddiese Farbe gehet weit über den Rücken hinun-ter; die Pieg-Fedem hingegen sind schwartz;an denen Flügel-Beinlein vder Schulter» hater etwas «eisses, und eben so recht heU-weiß ister über den Schwank, welches, wenn er an derErden hinflieget, sehr in die Augen fällt;, derSchwank ist halb granlicht, und halb bnnckcl-weiß, der Schnabel ist schwartz, die Kehle aber!««d der gaiike untere Leib sind weiß, die Füssehingegen sind kshlschwartz. Das Wei'oiein hat,das Weisst über dem Schwank 'ausgenommen,wicht« von allen diesen Farben, sondern istbräunl-cht, wie eine Lerche, doch so, daß manunter denen brauuiichtenFarben keine schwärz-liche Streissen findet, wie die Lerchen haben.Er brütet an der Erde, uns halt sich gerne beyStein-Brüchen, oder, wo er die nicht hat, nuran steinigten Weaen auf.

Steinbock, ist eine wilde Ziegen-Art, diesich auf den höchsten Alp-Gebirgen aufhält.Er ist den Gemsen ziemlich gleich, aber seineHörner sind breit, lang, hinterwärts ge-streckt, und so groß, daß sie dein Thier bisauf das Creutz reichen, und eines bis dreyMaaß Wasser'halten kan. Mit diesen Hor-nern schwenckt er sich von einem Felsen zumandern, und wenn er sich von einer Hoheherab stärkt, weiß er die Hörner so artig vor-zukehren, daß er am Leibe von dem Fall nichtbeschädiget wird. Es ist ihm kein Thier anFertigkeit zu laussen, zu springen, und diejähesten Felsen zu besteigen gleich. Wennman einen mnaen Steinbock fanget, und imHause auffüttert,wird er zahm, daß er mit demVieh m die Weide gehet, uud wieder koinnit.Sein Haar ist dunckei-falb, und sein Feli dienetvortrefflich gegen die Winter-Kalte. Er bateinen lan ien schwartzen Bart, und sein Lei^ist grosser als der Ziegen-Bocke. DasZ^ew-lein ist kleiner, lichter an Farbe, ohne Bart,und hat kleinere Hörner. Wenn H,r>stei»-bock voll dem Lager verfolget wird, und lie-het vor sich einen begvemen Raum zum.i»-lauss so rennet er auf den )ä,wr, nno liurtzlihn vom Felssn hinab. Seines ScmveiModer Blutes ein Theil mit sechs Theil Most ge-kocht, davon Morgens, Mittags und Abemsim Bade drey Tage nach einander getrun-ken, zernmlmet den Blasen-Stein, und fuhrt

ihn m einem Sand aus. . ,

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