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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
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2463-2464
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246z Ruhr - Kraut

Nchaiei?,"dürre Hechts - Pulver, ingleichendie Blätter von Bromdeer-Staude»/ ge-brannt Hirsch.Horn, Speltz, Haber, geröste-te Gerste mit Eßig besprenget, oder Gersten inWegerich-Wasser geiietzt, Gersten-oder Rog-gen-Spreuer mit Eßig genetzt, und mit einwenig Sumach vermischt, oder Linsen-Mehlaeben, iedoch soll das Furter nicht uberflußiz>enn. Der Tranck soll Regen - oder Fließ-Wasser mit Gersten- Hirsen- Castanien- oderReiß-Mehl angemcnget, oder auch Tormen-till oder Crocus Martis darunter geruhretseyn. Wtter die

Ruhr des Rind-Viehes soll man gerostetH iber-Mehl und Alaun mit Eßig vermenget,demselben iaulickt eingiessen, oder auch die er-stem beyden Glücken ohne Eßig eingeben.Ändere nehmen roth gebrannten Leimenaus dem Back-Ofen, zerflossen ihn klein, las-sen wn in Fließ-Wasser aufsieden, und ge-ben hernach dein Vieh zwey- oder dreymaldavon zu rrincken. Oder machen Rind-Fleisch zu Pulver, thun gepulverte girrendazu, und geben es demkrancken Stucke mitWein-Eßig zu trincken. Geher aber das Ge-blüt mit, als wovon sie sehr matr und krasst-los werden, so nehme man alsdenn Trauben-Körnlein, beiye sie in rothem Wein ; odernehme Gall-Aexffel und alren Käse, zerlassebeydes in groben dicken Wein, und gebe esden! Vieh, nachdem es vorhero em vier oderfünfTage nicht getränckerworden, mit einan-der ein. Solle aber iemand die Unkosten we-gen des Weins scheuen, der lasse sie auf dieStirne brennen oder atzen.

Rühren, heißt, wenn mandenBrach-Ackermit den, Haacken die Qvere überfahret, heißt-<ju!mren.' Siehe pflügen und Rühren.

Ruhr-Haacken oder Haacken-Pflug, siehePflug.

Rubr-Rraut, ist ein Kraut, welches an denUfern ivawsec; es hat Blätter wie die Mün-ze, und dünne Stengel,an deren Spiken rundeGold-gelbe Blümlein, wie Lamillen-Blumenkommen, die einen starcken doch liebliche»Geruch haben, die zuletzt zu einer flüchtigenWolle werden. Das Krauc hat eine besondereKrassr wider die rorhe Ruhr, inn-und ausser-lich gebrauchet. Der Rauch davon vertreibtgifftige Thiere, tobtet Wanken und Flohe.

Ruhr-Rraur, ist ein anderes Gewächse,welches auch Schimmel-Äraut und 'Miesen-Vvolle aenennetwird, weil es mit einer grauenWolle überzogen ist. Es giebt dessen achterlei,Gattungen: Das erste hat eine hollugre zer-spalteneWunzel,daraus viel weisse und wollich-te Stengel koninien, fast eines Schuhes hoch,mit kleinen weissen wollichten Blattern bese-tzet, welche weich und wie Sammet anzugrei-fen sind; oben an dem Stengel erscheinen run-de und knopfsige gelbe Blumen, welche nachder?eiti'»ttig davonfliegen. Das andere Ge-schlecht ist dem ersten nur seinen grauen undwollichten Stengeln und Blattern, wie auchmit der Wurtzel gleich, allein daß e- grosser ist;traget runde, knoMge, bleich gelbe und n>»Up

Rubr ^üsse Ruhr. Vogel 2464

ge Tiumen. deren eui Theil mitten an de»Gleichen und Knoten der Stengel henür kom-men, ein Tyeil kber an den Gipffeln der Sten-gel heraus wachsen. Die andern drey nach-folgende Geschlechte sind den vorigen fastgleich, allein daß eines grosser ist denn das an-dere, ohne das grosse Ruhr-Kraut, dessen Blu-men etwas geährer sind. Das sechste Ge-schlecht, Verg-Ruhr-Rraut zenennet, istauch ein zartes, graues und wolliges Kraurkin,kaumeiiierHaiidhoch, hat einekleine, dünne,zaserichte und kriechende Wurtzel, so einenkleinen runden und rauhe» Stengel treibet,a» dessen Gipffeln etwa» sechs oder siebenweisse und Wollen - reiche Blümlei» stehen.Seine Blatter sind grau, weich und ein we-nig rauh, so zum Theil wie die kleinen Zeit-lose» auf der Erde» herum liege». Diesemsind die letzten zwey Geschlechte gank undgar verwandt, nur daß das eine braune, dasandere aber rothe Blümlein trägt, welchelefitern zuweilen Purpur - roth, Leibfarb ge-sprengt, auch roth und weiß, und ohne allenGeruch sind. Es hat zwar »fft ein iedes Ge-schlecht seine» eigenen Ort, da es wächset,doch kommen sie gemeiniglich aus rauhe» san-digen Berge» und Hügel» hervor, und brin-ge» im Miy, Iunio und Iulio ihre Blüten.Das Ruhr - Kraut mit rothem Wein oderWasser abgesotten, und fleißig davon getrun-ken, ist ein krafftigcs Mittel wider die rotheRuhr. Der Sasst aus den Blattern mit Weinund Milch als em Gurgel-Wasser gebraucht,heilet die Bräune. Das AmericanischeRuhr-Rraut, ist mit einer zarie» weisse»Wolle überzogen, wie das gemeine, aber anGrösse, Blättern und Blumen mercklich un-terschieden, und wird in den Gärten unter denSchirm-Gewächse» gehalten. Es treibt jähr-lich iunge Stengel, und kan durch Zertheilungder Wurkel oder Zerreissung des Stocks leichtvermehret werden.

Ruhr-Lerche, siehe Ruhr-Vogel.

Ruhr-Nusse, werden die rothen Lamperts^Nüsse zenennet. Siehe Hasel-Nuß.

Ruhr - Vogel, heisset bey denen Vogel-Steiler» ein Vogel, welcher auf dem Herdean ein langes hierzu bereitetes Höltzlein der-gestalt «».gesittet oder a»gebu»den wird? daßsolches Hvlülein durch einen langen in dieVogel-Hütte reichenden Faden von dem Vo-gel-Steller kan gezogen, und der Ruhr-Vo-gel auf und nieder zu fliegen bewogen wer-den. Mercket ma», daß sremde Vögel an-geflogen kommen, so ziehet man den Fadeilan, zugleich flieget auch der Ruhr-Vogel et-was in die Höhe; wennvieses die in derLiMbejindliche'Vögel sehen, begvenien sie »cybald zum Abflng, und eilen auf die hierzubereitete Anfälle. Hieselbst kommen ihnensogleich die Vorläufter ins Gesicht, ld>cs-wegen sie sich zu ihnen nahe», und bald hier-auf in den Herd falle». Es wird abervorbesagter Vozel-Ieug eine Ruhr aeuen-net, weil i, er Vogel mit dem Faden gerakret,und zum Flug ermahnet wird^ Solches Ruh-