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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2443-2444
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^44Z Rosinen

den grossen Rosinen, wenn sie noch am Sto->cke hangen, wird der Stiel an der TraubeAberzwerg , bis an die Helsste durchschnittten, und ihr hierdurch die Nahrung benom-men, daß sie von der Sonnen-Hitze allge-mach welck und trocken wird. Mdenn wildsie abgenomiuen und eingepackt. Die klei-nen werden erst abgenommen, von demKamm abgelesen, an der Sonnen getrocknet,und in einem Keller ausgeschüttet, da siedurch ihr eigen Gewicht in einen Klumpenzusammen gedrucket werden, daß man sie mitHauen aufbrechen muß. Die kleinen Rosi-nen kan man fast eben wie die Zwiebeln undCitronen bey den meisten Speisen anwen-den, und haben darinnen vor viel andernCvndimenten einen Vorzug. Sie schickensich^ zu allerhand Rindfleisch - und' Hüner-Bruhen, es sey nun, daß das Fleisch und«Uerhand Wuryel- und Kräuterwercr damitgekocht werde/zu Rabm-und Milch-Spei-sen, in die Haber-Gruft-Suppen, zu aller-ley Wein-Brühen und'Wein-Müftrn,^zuallerhand Sorten Klösern, Würsten, Gefäll-st! in die Braten, zu unterschiesenen war-men, sauren Gerichten, zu den Salaten undandern kalten Speisen, die mit Eßig zube-reitet sind, in die Pasteten und Torten, Ku-chen-und Gebackens-Teige, unter gekochtObstwerck, es sey frisch oder gebacken. InSumma> man kan grosse und kleine Rosi-nen unter allerhand Speisen nehmen, diegrösten Theils ohne Zusatz vieler andern t.i-cznorum, entweder aus Milch und Eyern,oder aus Wein und Eyern, oder aus Hüner-nnd Rindfleisch-Brühe bestehen. Auch pfle-get man die Cibeben zu backe»/wie folget:Zuvorderst qvellet man sie in Heissem Wasserab, damit sie ein wenig austauffen und weichwerden; hierisächst spiesset man sie an etwasspitziges und am Ende ein wenig gekrümm-tes, z. E. an eine Spick-Nadel, tuncket siebierauf in eine Klare, dergleichen man etwazu Aepffel-Schnitten gebraucht, und thutsie ins Heisse Schmäln, daraus man sie end-lich geschwind und fein Gold-gelb backet.Die Rosinen überhaupt sind temperirt, star-ken die Leber, bekommen den Hustenden undSchwindsüchtigen wohl, sollen aber den Miltz-sücktigen nicht dienlich seyn. Neun blaueRosinen mir' so viel langen Mandeln alleMorgen gegessen,sollen denen wohl bekommen,die eine zehrende Kranckheit haben, oder voneiner langen Kranckheit abgezehret worden.Die kleinen Rosinen oder Corinthen insbe-sondere kühlen und befeuchten, sie reinigen«mch und mildern die scharffen Feuchtiakei-len, öffnen den Leib und geben gute Nah-rung. Einen sogenannten Rosinen - Merh /so ein Tranck, der dem Spanischen Bastartgleichet, zu machen, nimm zwoiss Pfund Co-rinthen , lasse sie in frischem Wasser sieden,bis sie recht weich werden, zerstoß sie in ei-nem höitzernen Gefässe mit einer dergleichenKeule, treibe sie durch einen feinen Durch-schlag »der härenen Sack, den Saffr schütte

^ ^ Roß Roß-Kamm -444

in das vorige Wasser, thue dazu^vierKannen reinen Honigs, und geuß so vielWasser darauf, daß alles zusammen biszwantzig Kannen mache. Laß es mit ein-ander aufsieden, verschaume es wohl,thue es in einen Zober, stelle es mit weis-sen Bier-Hefen, und laß eS wohl verjäh-ren. Eben so lasset sich auch ein tresiichMus aus den Rosinen folgender Gestaltbereiten: Es werden zuvörderst die Rosi-nen griesen und gewaschen, alsdeipi setzetman sie mit halb Wasser und Wein zumFeuer, daß sie sein weich kochen. Hier-auf qvirlt man sie klar, streicht sie durchein Haar-Tuch, oder welches besser, durcheinen Durchschlag in. einen Tieael, gießetnoch ein wenig Wein daran, schüttet fernerCitronen-Schalen, Zimmet und Zucker dar-ein, und lässets ein wenig mit einander ko-chen. Die richtet man endlich auf eineSmüs-sel an, streuet oben Zucker und klein geschnit-rene Citronen - Schalen darüber, so kandiese Speise hernach kalt oder warm genossenwerden.

Roß, Rooß / Gewircke/ wird derBienen ihr Gebäude genennet, darein siedas Honig zu tragen, und ihre Brüt zipsetzen pflegen. Es ist in lauter sechseckigteZellen auf eine verwunderns- würdige Arteingetheilet, und dergestalt Baumeister-mäßig verbunden, daß allezeit eine Zelleauf drey andern ruhet. Die Thronen ha-ben in dein Ros gtvssere Zellen als dieandern, und gemeiniglich an dem Endedesselben, weil sie grösser sind. Diejenigenaber, darinnen die junge Brüt stecket, sindgantz voll, und mit einem Häutlein überzo-gen, und siehet solch Ros aus, als wenn esvoller Maden wäre, daher» sich der Bienen-Zeidler wohl in Acht zu nehmen, daß er,wenn er auf die Faste zum andern mahl zei-Mt, dergleichen nicht mit hinweg schneide,denn es sind lauter junge Bienen darinnen, ^die noch erst sollen lebendig werden. Dasschwarne schimmliche Rooß hingegen muß erdesto fleißiger ausschneiden, damit es dieBienen nicht verderbe, weil sie sonst garleichtlich einen Zufall davon bekommen kön-nen.

Roß, siehe Pferd.

Roß-Aloe, ist ein schwartzes und hartesGummi, so gantz trocken, unrein,^ sandig undschwer, uud unter denen vielerlei? Gattunzender Aloe die aerinaste ist, auch daher» nur fürdie Pferde gebrauchet wird, als wovon sie auchden Nahmen hat.

Roß Castanie, suche Lastanie.

Roß-Egcl, siehe Dlur-Egel.

Roß-Hub oder Roß-Huf, suche Huf-lattich.

Roß-Käfer, siehe Räser.

Roß-Aamm, Roß-Täuscher, heißt einer,der Profeßion vom Roß-Handel macht , soeigentlich eine Vieh-nnd Land -Handelscyafftoder Commercium ist, mithin auch sonder-"'''' auf dem Lande, und von da auf Pferde-

und