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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2439-2440
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das gantze Jahr durch Rose» haben. Rosenlange frisch zu behalten. ftll man sie, wenn sienoch nicht recht ausgegangen, nach der SonnenUntergang b.echen, solche an der Lufft überNacht lassen, und den Morgen srüh in einenTopff Icieii/der wohl glasirer sey,sodenn denTopff niit reimen vermachen, und hieraus infrischen Sand verscharren. Dürre Rosen wie-der frisch zu machen, soll man sie in Rosen-Wasser neken, un? in einen mit dergleichen an-!gefeuchteten Topff thun, sie dichte zudecken,und also fünffTage stehen lassen. In dem Ku-^chen-Gebrauch ist nicht nur tas bekannte Ro-sen-Wasser zu einigen Speiftn gar dienlich,sondern man braucht es auch bisweilen an einund anderes Gebacken^; ja man machet auchaus den Rosen die so genannten Conserven,nemlich eine weiche und trockne. Die weicheConserve wird folgender Gestalt bereitet:Nehmer Provintz--Rosen, indem sie auszublü-hen anfangen, sondert von Mem Blat das grü-ne und gelbe unten ab, zermalmet hernach die,eMatter in einem steinernen Mörsel, und wer-fet halb so schwer Puder-Zucker, als dieBlatter, nach und nach währender Zermal-mnng darzu. Wenn nun dieses beydes wohldurch einander gearbeitet worden, stellet mandiese Conserve ein 14 Tage an die Sonne, inweissen steinernenConfitur-Tö^fen,welche abernicht gar voll gefüllet seyn müssen, immassensolches ziemlich gahret. Naci) diesen werdensie vier bis fünf Tage in Schatten gesetzet,undaus einem Topfe die übrigen völlig aufgefüllet.Endlich bindet man ein doppelt genetztes Per-gament darüber, so daß sich gedachte Conservewohl zusammen setzen müsse. Zu der trockenenConserve nimmt man aufgeblühete Rosen,-und rhut von den Blattern ebenfalls alles grü-ne und gelbe, trocknet solche hernach in pa-piernen Beuteln, und wenn sie vollkommendürre, thut man sie in einen bedeckten Märsel,und zermalmet sie recht klein, siedet sie durchein härenSieb,nnd bewahrethernachdasPui-verim Papier oder Schachteln,daß es seineFar-be behalte. Ans diesen, Pulver mm lasset sichjedesmal eine Conserve zubereiten, wie folget:Nehmet z.E. acht Loth Rosen-Pulver, feuch-tet dieses mit ausgedruckten und vorher» ge-klärtem Citronen - Sasste in einer weissensteinernen Schüssel an, und rühret dieses miteinem höltzernen Löffel fleißig um, so bekommtdas Pulver seine schöne Rosen-Farbe. Solte esaber Mol-braune Farbe bekommen, darffesnur in einer zinnernen Schüssel angefeuchtetwsrden, wiewohl diese beydeFarben kaum dreyTage recht schotte bleibe», deswegen auf ein-mal nnr so viel zu machen, als man nöthig hzt.Indessen schmeltzet man hierzu zwey Psund sei-nen Zucker, daß er die rechte Consistentz einerConserve bekomme, nimmt ihn alSdenn vomFeuer, und last ihn so lang stehen, bis er ansge-branset, leget hierauf in einen Ort der Pfannegedachtes angefeuchtetes Rosen-Pulver undvermenget dieses ailmählig mit dem Zucker, soist es ant, und muß man nur nicht vergessen, ge-dachte Lonserven «ufzmiehme», zu schneiden

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und zu bilden, weil sie noch waun"Ei»» !machen auch erwehnte Conserve nicht sostMvon diesem Pulver, sondern rechnen nur zm»Loth auf ein Pfund Zucker. In der Artzney ha-ben die Rosen, wie nicht alle einerley Eigen-schaffl, also auch nicht einerley Gebrauch. Dieweissen sind feucht und lufftig, kühlend und la-xirend, die rothen aber, welche mehr irdischeshabe» / sind trocknend und zusammenziehend.Uiberhaupt erqvicken die Rosen mit ihrem Ge-ruch die Lebens-Geister, stärcken das Gehirn,und bringen den Schlaf. Der von den Rosenbereitete Syrup ist eiuelinde und sauffrePur-gation, Sie auch Schwängern und jungen Mü-der» gegeben werden kan. Das Rssen-Ho-nig kühlt und ziehet zusammen/ist gut widcrallerhand Zufälle des Mundes und Halses,hei-let auch äusserliche Schäden. Der rothe Ro-sen -Zucker stärckt das Haupt, Magen, Hertz,Leber und Riere», reiniget die Brust, heilet dieLunge, und thut den Schwindsüchtigen gut.Der Spiritus dienet krckssrig in Ohnmachten, Ibewahrt für der Pest, hiisst wider schwere Nothund Schwindel. Das Rosen-^vasser küh-let/ brniat Ruhe und ist gut wider allerleyBauch-Flüsse. Aeufferlich benimmt es dieHike der Angen und Geschwülste, und mitWein-Eßig vermengt, für die Nase gehalten,stillet es das Kopffwehe. DerRosen-tLßigistgut in Ohnmachten; das Gel und die Salbekühle»/lindern und stärcken, sind auch gut wi-der Entzündungen und! den Brand. DasGelbein den Rosen trocknet und ziehet an, wel-ches gut vor das Zahn-Fleisch, daher es auchunter das Zahn-Pulver mit genommen wird.Die ClnnesischeRose,welche auch von einigendie Indianische oderIapanischepappel ge-nannt wird, ist ein Gewächse, so mit der Zeit znder Höhe eines Baumes gelangt. Die Rindedes Stammes ist bleich , und gleichet in derFarbe dem Fetgen-Baum, hat auch eben solcheBlätter. An den Spitzen derAeste setzen sichrunde Knöpffe auf, emer Welschen Nuß groß,die, wenn sie sich öffnen, die Grösse der Hollän-dischen Cenrisolien erlange», und ziemlich vielkrause Blätter haben. In dem Herbste blühe»sie, ikreBlumen aber währen nur zwey oderdrey Tage; früh Morgens blühe» sie schonweiß, wie eine weisse Rose, zu Mittag werdeneben diese weisse Blumen schön Leibfarb, undamAbend scheinen sie gleichfalls mir derAbend-Röthe schon Purpur-färbig zu werden., ^chreVermehrung geschiehet entweder dnrcy denSaamen, oder durch Pflantzung der Acste.Der Saame wird im Frühling imMartio,i>»abnehmende» Monden in ein grosses GeMremit guter gesiebter Erde eines Fingers liess ge-stecket. Man begießt ihn nur mit kleünmTropffen, und läßt ihn nach und nach die Son -ne bescheinen; nach Verstiessung dreyßigfängt er an aufzugehen, und wenn diekleuic»Wanken etwas weniges grösser worden, jotbvc

man von der erste» Erde zu der Wurtzeh bannt

sie desto stärcker werde, und tieffer einschlage;diese Pflanzn müssen vor der Winter-KaUean einen warmen doch luffti'ze» Ort verwahret

werden,