»4Zs Ro lade Roli-Kuche»
doppelt, und ist gar ein kleiner Raum darzwi-schen. Die oberste bringt Blumen, und dic^andere traat die Saanien. Alle beyde Artenwachsen in Seen, Teichen und Gräben, an mo-rastigen und sumpffizen Orten. Von ihrerAusrottung in Fisch-Wassern,s!che oben Rohrund Geröhricht.
Rohr-Sperling, s. Moos-Emmerlmg.
Heisset eine auf Englische Manier zu-gerichtete Speise, so aus wildem Schweine-Fleisch folgendergestalt bereitet wird: Eswerden aus einem wilden Schweine, nachdemvorher» dieHaare von der Haut abgebrennet,und diese fein sauber gemachet, alle Rippen undKnochen ausgelöset, und dieses aneinander-hangende Fleisch also drey bis vier Tage inkaltem Wasser gewassert, damit es recht weißund reln werde. Wenn es nun genua gewäs-sert, und man es ein wenig ablausten lassen,^be-streuet man es inwendig mit gutem Gewur»,leget einige in die Lange geschnittene StückenSpeck darauf, unv rottet «lsLenn diese gantzeSeite auf einem trockenen Tische fein derb zu-sammen, schlägt dieses zusammengerollte inein reines Tuch, bindet es scharf mir Stricken,daß es recht derb wird, und si-det endlich dieseszusammengerollete und so fest geschnürteFleisch wodl drey Tage lang mit gutschmack-hafften Krauter» in Milch. Wenn dieses gargesotten, bereitet man ein gutes Saltz-Wassersder Kosend, welches, ob es gehörig gefaltzen,daraus abzunehmen, wenn ein frisch gelegtesEy darinnen oben auf schwimmet, leget gedach-tes Fleisch dahinein,so hält sich dieses darinnenJahr und Tag, zumal, wenn man zuweilen einneues Sal»-Wasser darzu machet. Hievonwerden alsdenn zum Verspeisen nach GefallenScheiben geschnitten, weiche fein bunt ausse-hen, und von gutem Geschmack sind, aber nurkalt genossen werden.
Rolle, wird das zanke Aehren-Sieb ge-nannt, suche Aehren-Sicb.
Rolle,heissct man auch ein langlicht-rundesund au der Mitte tieff ausgedrehetes Holtz,worauf in denen Manufaeruren allerley Garn,Seide, Silber, Gold und dergleichen gewun-den wird. Derer gantz kleinen Röllgens be-dienen sich auch die Na'therinnen.
Rolle, siehe Mandel.
Roil-Rammer, Heisset dasjenige Behältnißin dem Hause, darinnen die Rolle zu stehenpflegt.
Roll-Ruche», ist ein Zucker-Gebackens,dessen Zubereitung m folgenden bestehet: Mannimmt ein Pfund schönes wcisses Mehl,eben soviel auten Zucker, wiewohl man an dessen stattzu Ersxarung der ^Kosten zuweilen Honignimmt, und ein Nsssel Wasser. In diesesleine schüttet zuvörderst den klar geriebene«Zucker,, b.ierauf rührer das Mehl mit dem Zu-cker-Wasser ein, thut ein paar Eyer darzu, undschlaget es wohl unter einander; wenn nunalles übrige Wasser nach und nach zugegossen,schmeltzet man gar wenig Butter mit etwasWasser, dieses wird warm in alier Behendigkeitunter den Teig gerichtet? daß cs sich wohl zu
^ Roll -Tücher Rose 24z«,
sammen »ergleiche. Seite nun der Teig zu !fliesien» seyn, verstarcket man ihn niit Mehl, ister aber zu starck,verdünnet man ihn mit Waffer,welches sich durch einen Versuch auf demOblat-Eisen gar wohl erfahren lastet; daß eraber recht schön aufgehe, muß mau ihn mir derHand ballen, starck rollen, oder walgern undausdehnen,auch bald wieder an sich ziehen,undan einem trockenen Ort verwahren, und nachGefallen verbacken.
Roll-Tücher oder G.vehlen, sind lange be-sonde-re Tücher von klarer und dichter roherLeinwand, welche das Weibs-Volck bey demRollen über die auf die Roll- oder Mandel-Hölksr gewickelte Wasche zu schlagen, und dieWasche in denenselben zu rollen pfleget.
ist eine Gattung wilden Knob-lauchs, ist bey weitein nicht so scharf, starck undwissend als der gemeine, iedoch aber beynaheso krafftig, und zu den Speisen sehr angenehmzu gebrauchen ist. Die Fraul-oseu bedienensich dessen ziemlich starck, und bey uns wird erin den Garten wie der gemeineKnoblauch ge-zielet.
Rose, ist eine Blume, die auf einem dorni-gen Strauche, der Rosen - Stock genannt,wächset; man findet deren vielerlei) Gattun-gen, so daß manche Garten deren dreyßig bisviewig aufzuweisen haben. Die gemeinestensind dibro^he oder Proviny-Rose, diese be-halten ihren Geruch, wenn sie getrocknet, undwerden zu wohlriechenden Dingen, Rosen-Eßig und säuerlichen Rosen-Zucker gebraucht.Die May- oder kleine Prsviny-Rosen,diesesind rothlich,klein, aber gefüllet, riechen wenig,und blühen unter allen am zeitigsten. Diebleich-rothe oder Zucker-Rose, wird zu demeinfachen Rosen-Zucker genommen: DieRnopf- oder Rohl-Rose, hat einen dickenKnopf, und ihre Rothe ziehet auf schwart'.Sie werden zum Rosen-Wasser gebraucht.Die lsibfarbene Rose oder gemeine Centifo-lie, (Hundert-blätterige Rose); aus dieser wirdin Ermangelung der Mosch-Rosen der lari-rende Rosen - Safft bereitet. Die gro>,eholländische Eenrifolie oder hundert-biat-terigte Rose, ist grosse^, als die vorhergehende,will aber gleich derselben an einem kühlen Orteund in guter Wieseu-Erde stehen, und wenigSonne haben. Die bunte oder schamrteRost, an dieser sind die Blätter weiß und rochgemarmelr, oder die eineHeIftcweiß ,Vicandc-re roth, sind aber nur halb gefullct. Die wczjjeRose einfach und gefüliet, wird meistens zumRosen-Wasser genommen. Die Zimmet-Rose, ist nicht groß, auch uur eiufach, der Ge-ruch aber wie Ziinmet. Die Türckische ^ojeist fast ohne Geruch; ihre Blatter sind aus dereinen Seite lichr-roth, aus der andern abergelb. Die einfache oder gefüllte gelbe Ro??,eine Art derselbe» hat offene, die andere iM»geschlossene Blumen. Die gefüllte nea>eRose will nur mittelmäßige Sonne haben, im»frey stcheA, derowegen man sie weder binden,noch in die Enge sperren soll. Wenn sseschnitteil wird, s? nimmt man nur die dürren
Gpitz-