-zz; Räude
solches "mit Schmeer in einem Becken, darzuiieymet alt Schmcer und Pech,nach Anzahl derGchaafe, grauen Schwefel, Flachs-Agen, Ku-pferwasser, jegliches gleich viel, alles klein zu-samen gestofftn,m!d in einem Kessel wohl durcheinander zerührer, und aufsieden lassen; dar-nach giesset es in e!» Gefäß,und wo das Schaafräudig ist,die Wolle von einander gett,eilet, unddarauf gefchmieret. Und dieses soll an einemabsendcrlichei.Ort geschehen, auch dergleichenGchaafe besonders in einem Stall und in einereigenen Heerde gehalten werden. Ingleiche»ist auch das Wasser, dasman in den holenBuch^Baume» findet, darzu gar dienlich, wie esdenn auch andere Müdigkeit der Pferde undOchsen sehr wohl curiret. Vor die dürre Räu-de nehmet alte BirckeneRinde, brennet sie zu8Me, machet cineLauge daraus, und waschetdie Schaafe damit. Sonsten ist wohl das besteMittel, daß, wenn man eine Räudigkeit an denSchaafen mercket,man solche mit einander ver-kauffe: Denn es ist eine sehr ansteckende Seu-che, nach dem bekannten Sprichwort: tLinräudig Schaaf macht die andern alle räu-dig; und man schmiere sie auch wie man will,so hat es doch selten Bestand,und sterben sie ge-meiniglich auswärts im Frühling. Jedoch kansichs auch wohl zutraaen, wenn nasse Sommerund Herbste sind, daß sie von den nassen Wän-den der Schaaf-Ställe unrein am Leibe werde ;wovon sie auch wohl im Herbst gar erkranckenund dahin sterben,da gebet ihnen nur viel Salkzu fressen, das bringet sie bald wieder zurechte.Oder nehmet Langwumel/ das Kraut Kinik u.Wermut, dürret es unter einander, und flössetes klein,thut es denn unter das Salk,und men-get es wohl, so ist es den Schaafen ein ^rz-5er-v^iriv L»r dieRänden. Bisweilen bekommendie Schaafe grindichte Mauler, wenn sie »eni-lich von den Kräurern fressen,woraufder Mehl-thau gefallen ist: Da nimmt man Isop undSalk gleich schwer, zerflösset und menget bey-des unter einander,und reibet ihnen denMund,die Lippen und den Gaumen im Halse damit, sovergehet es. Die »^unde bekommen gleichfallsdie Räude. Es ist aber solche viererlei), die klei-ne rothe Räude, davon denen .Hunden die Füs-se geschwellen; die grosse Räude einer Handbreit; die gemeine Räude,und denn die schwar-ze Räude, die das Haar ausfallen machet. Un-ter diesen allen ist die rothe die ärgste und diebeschwerlichste zuheilen, denn sie kommet vonKalte, welche die Hunde im Winter vom Was-ser oder von feuchten Orten,da sie liegen, wennsie naß werden? und sich nicht wieder trocknenkönnen, bekommen, oder sie kriegen solche vonRinds-Blute oder andern, so sie davon fressen,denn, solches erhitzet ihnen den Leib. SolcheRäude wird folgendergestalt vertrieben: Erst-lich xurairet den Hund, und schlaget ihm desMorgens darauf'eine Ader zwischen denenKniescheiben und denen Schienbeinen, lassetaufzws Untzen Blut heraus- und schmieret ihnmir folgender Salbe: Nehme: Nuß-Oel einPfund, Wachholder-Oel ein halb Pfund,Schnee? ein Pfund, sememes Honis ein
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Mund, Eßig ein halb Pfund, alles untereinan-der und aui dieHelsste eingesotten, denn Pechund Hark ein halb Pfund, Wachs sechs Loth,alles unter einander zergehen lassen, mit einemStecken wohl gerühret, und wenn es wohl zer-gangen ist, von dem Feuer weggenommen, undfolgendes Pulver hinein gethan: Schwefel einihalb Pfund, Vkrioium l-coQum fünf Achtel-Psund.Grünsxan zwo Unften,stosset und rühretes unter einander bis es erkaltet. Diese Salbeist zu allen Räuden gut. Ehe die Salbe gebrau-chet wird, so waschet die Hunde erst mit Wasserund Salk, und reiniget ihnen die Haut wohl,schmieret hernzch ihnen die Salbe bey einemFeuer wohl ein, und lasset sie eine Stunde wohlschwitzen, gebet ihnen aber darbey wohl zu trin-ken. 'Nachmals machet ihnen gute Suppe»von Schaafs-Fleisch gesotten, und werffetSchwefel und hitzige Kräuter darein, damit ih-nen der Leib wiederum erhiftet werde, diesesthut acht Tage nach einander. Die Räudekommet allen Hunden von Natur oder Art,oder auch vom Alter her, welche also mag ge-heilet werden : Reisset den Hunden alle Haareum die Räude herum aus,und schmieret sie mitLaugen, Eßig und Saltz wohl, bis daß die Räu-de schweißt: Nehmethernach Ungucncum -rm-cisanim von Aiantwurk« ein Viertel-Pfund,Nuß-Oel ein Pfund, Pech ein halb Pfund,Wachholder-Oel ein halb Pfund,Kien-Rus einViertel-Pfund, Schwefel ein Viertel-Pfund,grünen Vitriol ein Viertel-Pfund, Gvld-Schaum zwo Unken, Alaun drey Unken, Bley-weiß zwo Unken) und Grünspan zwo Unken,zerstosser alles klein, und siedet es mit einemhalben Nössel Eßig ein. Dieses ist eine sehr gu-te Salbe zu obbemeldter Räude. Die gemeineRäude kommet davon her, daß dieHunde nichtrein Wasser und zu rechter Zeit zu rrincken ha-ben,ober daß sie in unreinen Orten,als i» Sau-Ställen,oder sonsten bey andern räudigen Hun-den gelegen/ ober kommet auch von Kälte her/welche man folgendergestalt heile« kan: Neh-met zwey Hände voll wilde» Kreßig,zwey Hän-de voll Alantkraut, die Wurkel von in-i.zwo Hände voll, Golv-Wurk zwey Pfund, sie-get sie in Eßig und Laugen wohl, thut darzuzwey Pfund Seisse, schmieret dieHunde füufTage darmit, so werden sie sich saubern.
Räume»/ Heisset im Wein-Bau, wenn ma»das Erdreich um denWeinstock mit derHackebis an die Thau-Wm'keln aufrühret/ und zu-gleich die obersten Wasscr-Wurkeln abreistet,damit diePfeil-Wurkel sich desto tieffer streckenund besser stärcke» möge. Dieses zu verstehen,muß man wissen, daß ein Weinstock dreyerleyWurkel» hat, nemlich eine >?erad hinab steigen-de, weiche daher die Pfeil-Wurgel geneimetwird; die Thau-Wurkeln wachsen zur Seitenhinaus,und zwar sotiefa!sohngefehrderT!Meindringen kan; und denn dieWasser -Wurtzeln,welche zwar auch aus den Seiten, aber gantzoben an der Fläche des Erdreichs auswachM:Diese Arbeit geschiehet insgemein bey uns MiApril, wenn es hübsch ausgewintert, und nichtinehr Kälte und Froste zu besorgen,auch ehe die