Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2325-2326
Einzelbild herunterladen
 

Rähe

warn, um alle die vier Fusse binden, auchvssrers damit cvntinuiren. Die 'Masicv-Rähe entstehet daher, wenn die Pferde ingrosser Hisx oder nach siarcker Arbeit ge-schwind mit kaltem Wasser actrancket, vrer,ns Wasser geritten werden, sie ist sensten inallen mit der Futter - Rahe zu vergleichen,ausser daß die Wasser-Rahe nicht so gefähr-lich? und die Hufen nicht so bald abtritt.Man erkennet diese Kranckheit an denen trie-fenden Nase^vchem und kalten Ohren.Solche zu euriren nimmt man ein halbesStübichen Wejn-Eßig. ein gut Theil Zwie-bel». und eine gute Han> voll Saw. läsietes mit einander sieden, und zeust dem Pferddie Heksste davon ein, und mit dem andernhalben Theil reibet man ihm selb vierte dieSchenckel «vhl wider das Haar bey dreyStunden lang; Nenet ein Bett - Tuch inkaltem Wasser, decket es damit zu. stellet esin einen warmen Stall: Vor dieser Curaber machet man ihm einen Rauch von Hu-ner-Mist und Wermut in die Naftn-Lo-cher, als ob es drüsete. Oder laßt dem Roßdie Hals-Ader, uns bindet iizm das Hauptzur Erden, nimm: ferner ein leinen Tuch,zündet es an. daß ihm der Rauch in die Na-se gehet, etwan eine Stunde, so läusst ihmdas Wasser aus der Nasen, oder wälgert einTuch in Schwefel, zunder es an. undberau-chert das Roß damit, darnach schlaget manihm die vier Fuß-Adern, und fanget dasBlut in einer eisernen Kelle, halt solche inein Becken voll Wasser. wird das Blut inder Kelle drüßig. so ist es ein Zeichen, daßes sich im Waner verfangen. Einem solchenPferde sollen gleichfalls die Eisen hart ange-zogen werden, wie oben be» der Futter-Ra-he gedacht worden. Die 1Vind-Ral?e ent-stehet, wenn ein Pferd hefftig gegen denWind ist gejaget worden. da es denn einenkurtzen schweren Athem bekommt, und sichstellt, als wenn es Herkschlächtig wäre, eslauffen ihm auch die Augen auf. und gebe»!Wasser von sich. Einem solchen Pferd laßtman die zwo Hals-Adern zwischen den Au-gen und Ohren. und die vier Fessel-Ader»schlage», und ziemlich bluten; nimmt sodanneine gute Hand voll Wein-Rauten, und einQuart guten Wein, lässets halb einsieden,thut ein ziemlich Gläslein dazu>

iässets wieder einen Sud thun; drücket denSafft von Wein-Rauten wohl heraus, undgiesset solchen dein Pferde ei». Wenn einRoß ^hr geritten wird, und man besorget,es möchte verschlagen, so bindet man es an.daß es sich nicht kan legen. und reibet ihmalle Schenckel wohl mit Haber-Stroh. undlast es also drey Stunden stehen, so schlägtihm die Lahme nicht in die Schenckel. Hataber ein Roß bereits verschlage» oder ver-fangen. es sey nun vcn was es w?lie, solast man ihm drey»!«! auswircken. unö hier-auf dje Bug- und Schranck - Adern schla-gen;, nach diesem nimmt man Siche, und ct-liche Eyer mir Schale», sci,läget sie unter

Rahmen

2Z26

die Aiche. darzu thut man des Pferdes Blutmw Brantewein. machet davon eine Cinsak-^alue, und schmieret dem Roß die Füsse,von unten an bis über den Bug, und laßtes aljo emen Tag oder drey stehen. Oder,wenn i i!> Rsy verichlgqen. uno es noch warmund ueu m, jo ichiaget ihm die zwey Adernan den Beinen, und machet darnacd einenEinsatz von Kleycn und schärften Wein-EßigDicke, daß er bleibe, und bestreichetdas >^ferd bis an die Brust, des andern Ta-ges führet es in ein Wasser, lasset es einegute Stunde drumen stehen, ist es aber nichtneu, 10 ichlazer ihm die vier Adern an dc»UUüen auswendig. Hat ein Pferd verschla-gen, l'.egt und kehrt alle Viere von sich,und kan weder stehen noch gehen, so reist ihmdie Füsje hinten Creutzweis auf, und neüerHanss-Werck in kalt Wasser, thut Sai!;darauf/ und bindet es zu. ie mehr ihr es thut,ie besser ist e», das thut so lange, bis es wie-der gut wird. Oder nehmet ein Pfundschwartze oder weisse Seissen, und eine Kanne Wa»er, ichneidet die Seisse klein, oderlasset sie in einem neuen Tevff zergehen, deckdaß es nici?c zu warm sey; darein thut zweyLoth mit de» Schale» gestssseiieLorberi!, zweyLl^y guten Theriack. ein Loth gestosscnenIngbcr, eni Loth langen Pfesser, ein Lothgestossene Nagelein, und denn noch von achtoder zehen E?ern das Weisse, lasset es einegute Weile sieden, und giesset es hernach demPferde, so wann als es solches leiden kan, eni,lasset das Pferd hierauf gehen, bis es erwär-met und schwitzet, den» bringet es in einenwarmen Stall, bindet ihm ein in kalt Was-ser genetztes Tuch um den Leib, und einewüllene Kope drüber, gürtet es zu. so wirses bald besser werden. Wenn ein vollhüfigesPferd zu rähe wird oder verschlägt, so nehmerHonig und Brot durch einander, zerlassetsin einem Tiegel mit Butter, und schlagt esdein Roß au? das wärmste ein. Bey derWartung derer mit der Nähe behasstetenPferde ist folgendes zn beobachten ! Erstlichsoll der Stall, darum sie stehen, mittelmäßigwarm und trotten seyn; wenig Futter, aucyweder Haber noch Gersten, sondern Gras, mirSalniter gesprengtes Heu, Lattich, Mang» r.Kleven-Klümplein :c. soll man ihnen geben.Das Getrancle soll auc>> wenn; und laulicht.mit Gerfie»-Mehl, Kleyen.. Holiunver-Wurtzoder dergleichen Rinden, und Arrich abgesot-ten, und mit Safran vermischet seyn. DasPferd solz warm zugedeckt, und osc gerittenoder qe>m,ier werden. Wen» einem PferdEisenkraut, so gegen das Ende des Augusti.oder zu Anfang des Septembers gebrochen,und Beyfuß an das Mund-Stücke gebundenwird, oder so man des Morgens, wenn manausreiten will, ei» gutes Stückgen von einerMuscaten beisset, es käuet, und dem Pferdein die Nasen-Locher streichet, wird sich einsolches Pfxrd nicht verfangen,

oder Rehciilcsc!!, ist eine Verrich -tung