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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2317-2318
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S.N7

Qvirl

Qvitte

Qvittcn-Apffel Qvitten-Brot 2Z18

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wird der Saame recht zugezogen, und an eineii jren als ein kühlendes und die Gchckrffe-be-0rt so viel als an den andern gebrachtui- nehmendes Mittel gebrauchet. Mit Rosen-

gleichen auch, wo der Saat-Acker sehr derbworden, und ?er Saame sich nicht wohl willl»;teregen lassen.

Äviul, sind die obersten abgeschälten Gips-'el von jungen Fichten-Bauinen, woran dieZacken von denen lesten um die Spitze Her-

Wasser w'ergv^en, geben sie einen Schleim,we.cyer alle Geyarffe von bösen Feuchtigkei-ten vennnüit; nur Wegerich-Wasser taugenIn; ziim Ungen-Weh. verbrannten Gliedern,Scvrmiden der Leffzen und Bräune derZungen.

iimMendenZweigen in gewisserLange'gelas- und'geiber Aepnel/ we'che^ob^l^tt K'-sZ-werden.^Manbrauchtsie,dieN^

Surren in denen Töpffen unter einanser zumischen. In der Küche hat man >ie von ver-schiedener Grosse, in einem ablang viereckiz-len grob durchlöcherten Blech stecken, weichesdas Qviri-Blcch genennetwird.

Qvitte, ift eine bekannte Baum-Frucht,welche entweder eine runde Figur wie einArssel, oder aber eine langlichte, wie eine Bir-ne hat. Solchsmnach werden sie in Apsfel-und Bivn-Ävittcn unterschieden. Jenesind klein und steinig, diese grosser und zar-ter, und einer län'lichten Gestalt. Beydesind im Anfang grün, und, wenn sie recht

. ... . . Apffel-Qvitrcn

ziemlich glesey nn^', und dahero diesen Nah-men bekommen haben.

Qvitten-Baum, ist ein nieder-stämmi-ger Baun«, worauf die Qvittcn wachsen, undwelcher entweder als ein BlM-Ba'um, oderin Spalieren gezogen wird. Er ist nach denArten der Q»itten ebenfalls »weyerley: DerApffel- Qvilrei! - Baum bar kleine wolligteBlätter, verworrene Zweige, und eine, graueRinde; Der Birn -Qvitten - Baum abereuget grössere Blatter, hat auch geradereZweige, und eine schwärtzlichte Rinde. Die-er dienet besser zu Zwerg-Bäumen, die dar-

ftr«, wie mit Wolle belegt. Sie nehmen ^'S e>-

allerley Gestatt an, wenn man die junge "'" ^

Fruckt beyzeiten in ein irdenes oder gläsernes,

i o!'era!ä,erne<i>u'emi er sieivi, veyaar uno mit k»r?siu MmGefäß stecket, und darinnen erwachsen lässet', u-'-st-cuet wir?, trägt er desto besser. Ste-Eine Apffel-Qvitte sehr groß zu ziehen,darff man den Zweig nur in einen Spalt- ^

Topffhänaen, denselben mit Erde füllen, und

het er an gar hoben und trockenen Orten,muß man ihm frische feuchte Erde um dieWurtzel legen, mid sie bisweilen in grosser

ihn also his zurZe.tigung lassen. ' Man muß Atze besessen. Das Pfropffen hat er nichtdie: Qvilten abbrechen, wenn sie recht reiss-A--°M'"^-»volte denn cm-)vnd^aresind. In einem Gemach, wo Weiu-Trau -iKe Utts^

ten liegen, faulen ne aar baldedavon; wenNj-^n^eit aus, u.iStte.btv>ei^cho.ln!ge, d«eman sie aber in Hirsen oder Spreuer legt,'''? Herbst abgenommen und versetzet werde,!kan. man sie sonderlich lang erhalten. Sie>ceunen.

haben einen lieblichen Geruch und zusammenziehende Krasst, womit sie den, schwachenMaaen zu Hülste kommen, auch den Durch-lauff und das Erbrechen stillen. Wegen ih-

Qvitten -ZArst oder Latwerge zu ma-chen, kan auf gar verschiedene Art vorge-nommen werden. Uiberhaupt aber verfahretman fslgsndergestalt damit: Man schaler

res herben Geschmackes sind sie rohe nia?t wohl reisse und grosse Qvitten, schneidet diezu gemessen, wohl aber gekocht, da sie eimKeme und Gehäuse heraus, siedet sie als-angenehmes Essen abgeben; vor andern Spei-denn in einer Pfanne mit Brunnen -Wassersei, gegessen stopffen, hergegen nach andern so lange, bis sie anfangen von sich selbstcnSpeisen zu sich genommen, befördern sie die zu zerspalten und gnfzuhersten. Treibet ,ieOsffnung des Leibes. Das abgezogeneWas-!durch einen Durchschlag oder härenes Sieb,ser von Qvittcn, z. E. vier Loth mit drey oder auch wohl durch ein starckes Tuch, Neh-

Loth guten Wein vermischt, Abends, Mor-gens und Mittags getruncken, starcket merck-^ »ich den Magen, und hat dessen öffterer Ge-brauch seinen qar guten Nuken in allzu heff-tiger Frauen-Kranckheit. Sie werden auchgetrocknet, entweder unter das andere geba-ckene Obst mit gethan, oder aber zu medi-cinischem Gebrauch verwahret. Man pflegtsie ausser dem trocken oder feucht einzuma-chen, iiigleichen einen Saffr daraus zu sie-ben, welchen man in Schachteln, wie Mar-melade^, oder in hölkernea Formen qenn-ncn läuet, nicht weniger eine Paste ederOvir-temBrot, oder auch einen Qvitten-Weindaraus zu bereiten. Die Kerne werde» ab-sonderüch in Gurgel-Wassern und Clystie-

met hernach zu dr:v. Pfunden Gafft, oderdurchgewundenes Marck, drey Pfund desallerbesten und allerfeinsten Zuckers, stosset eswohl durch einander, setzet es über ein g/lin-des Kohl-Feuer, lasse: es kochen, und ruhreres stets mit einer breiten höltzernen Spatelum, bis es genug gekocht, und nichts an derPfanne hangen bleibet. Oder i Nehmet Qvil-ten, presset den Safft durch ein Tüchlein da-von heraus, reiniget die Qvitten von dem stei-nigten Wesen, alsdenn nehmet Fann-Zu-cker, läutert dcnselbie.cn mit Everweiß, undkochet es, denn thut die durchgedruckten Quit-ten hinein, rühret es erstlich über gelindemZeuer, ziehet aisdenn dieMasse auf, unv überstarckem Feuer ab, giesset sie in varzu naß ge-iz 4 machte