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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2307-2308
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-ZV7 Pupxenwerck Purgiereil der Pferde

Puppenwerck, Dockenwerck, Spiel-Sa-^chen/ nennet man überhaupt aiies Spielwerck,so nicht !ivr den Kindern zu ihrer Lust und Zeit-vertreib dienet, sondern auch vielmalen seinenguten Nutzen hat, um eines Theils die Gemü-ther der Kinder und ihreincimürion daraus zuerkeiien,andern Theils aber auch dadurch ihneneine Aufmerksamkeit zuwege zubringen, undihren Verstand aufdie Probe zu setzen, ja seidi-gen unvermcrckt zu schärften, und ihnen deutli-che Begriffe von denen Sachen, damit sie künf-tig umgehen sollen, beyzubringen: Wie mandenn zu eben diesem Ende auch Puppen zu ver-fertigen pfleget, weiche nach ten neuestenMo-den einer gewissen Landes -Arr mit allerhandSammer und scidenenZenge» angekleidet weilund breit versendet werden, daß sie sonderlichdem erwachsenen und galanten Frauenzimmeru einer Vvrschrisst dienen können; ja man iui-et osst aantze Puppen-Häuser, das ist, wo al-les , was bey einer Haushaltuna theils zurPracht und Zierde, theils zur Nothwendigkeitdienlich, zantz zart und sauber in Modell nach-gemacht, und ein iedes GtückanseinenOrt inden Gemächern,Zimmern und dahin gehörigenSchrancken und Behaltnissen auf das geschick-teste eingetheilet und angebracht; wie dennwohl kein Handwerck ist, welches nicht dasjeni-ge, was es im Grossen gewöhnlich zu mache»hat, ebenfalls dergleichen auch in gantz kleinenModellen verfertige, worinnen insonderheit dieStädte Augspurg und Nürnberg vor andernetwas voraus haben, so, das! sie fast die ganüeWelt mit dergleichen netten und fleißiaen ge-machten Waaren versehen. Die Materie, wor-aus gedachtes Vuppenwerck bereitet, ist theilsSilber,Zinn, Bley, Kupfer,Eisen,Stein,Holn,und dergleichen; theils bestehen aus Zucker,Krasst Mehl vderWachs, theils Figuren, undforderlich die Thiere, weiß man deraestalt mitrauhen zarten Felloder mitFeder» auszuputzen,daß sie der Natur gank ähnlich kommen,ja manmacht sie wohl aar darneben so künstlich, daß sievermittelst eines darinnen versteckten Ukr-wercks.eder eines gewissen aeaebenen Zugs undDruckes,oder einer gemachten Verdrehung,sichregen, und mancherley Aetiones von sich sehenlassen, oder gar fortgehen und lausten.

purgieren der Pferde, geschiehet entwe-der alljährlich um eine qewisse Zeit pr.rkrvurivcund zur Vorsorge; oder bey qewiffen ihnen zu-stossenden Kranckheiten zur Cur und Abhel-fung derselben. Von diesen! letztern ist an be-hörigen Orten das nöthige gemeldet worden;also daß nur von jenem das behörige zu geden-ken ist. Es geschiehet aber das Purgieren zurVorsorae vornemlich mit der Gras-Stellungoder Gras -Fütterung im Frühling, da mannemllch, sobald das Gras einer guten Spannenhoch worde .n, l junger kan es zwar auch wohb

Purgieren der Pferds -zs-,

als man des Tages über verfüttern kau, die ersten drey Tage ihnen wenig, aber doch Kicce«.

ve io langer ie mehr giebet, und sie also Viele-hen Tage darinnen stehen lässet. Ihr ordinairFutter soll in eingeweichter Gerste bestehe»,doch soll man ihnen derselben nicht überflüssig,auch nicht soviel als fonsten ihr gewöhnlichesFutter in sich hält, hinaegen aber darnebenGras genug vorgeben. D>e letzten sechs Tagemuß man iedem Pferd täalich eine HandvollsrischeHaseiwurtz samt den Blättern,frühe,eheman ihnen ihr Futter vorschüttet, zu freßen ge-ben lassen, und darneben wöchentlich drey oderviermal des Abends in der Kühle eine kleineStunde spakieren, aber in kein Wasserfuhrenlassen. Nach dieser Gras-Cur soll man ihnendie Mäuler putzen, den Staffel stechen, dasMaul und Zunge wacker mit Eßia, Knoblauch,Saltz und Pfeffer abreiben, ihnen noch etlicheTage Gersten, aber nur ein klein wenig ange-feucht reichen lassen, damit sie des harten Fututers wieder gewöhnen. So bald hernach derMond im Abnehmen, so» man zwey Tage nacheinander iedem drey Qvintleinci-uM-m, oder anderthalb Qvintlein Oocum.vl-ti >»<>rum geben, uns sie also wie zuvor stehenlassen. Das Trincken unter wahrender Gras-Stellung soll »ich: kalt, sondern einen halbenTag im Stall vorHers gestanden seyn, und alle-mal Venen Pferden etwas schönes Mehl mit einwenig äg -ri«, oder Lerchen-Schwamm darun-ter gerübrer werden. Man kan sie auch mitarünen Bohnen, wo man deren viel hat, pur-gieren, sie müssen aber etwas welck seyn, unddie ersten Tage gar sparsam gegeben werden.So bald sie anheben grün zu zirchen, so giebtman idneu des Morgens ein wenig Gerste dazu.Das Geträncke soll warm und mitKleyen ver-mischet seyn. Man soll auch diese Cur überneun Taae nicht gebrauchen, fondern alsdemrwieder abbrechen,daß ein iedes Pferd in dreyze-hen Tagen wieder in volliaem trockenen Furterstehe. Den funfzehenden Tag darnach soll maniedem Roß eine H.-ls-oder Spor-Ader auf un-gleicher Seiten schlagen, und es dabey täglich,wie bereits oben erwähnet worden, spatzierenführen. Einiae lasse» auch ihre Pferde iedes gileineni Pfahl frühe ans das Gras binden, und >»bald dieHltze kömmt,in den Stav, des Abendsaber wieder ein paar Stunden hinaus snbrcii,und jedesmal an statt des Futters denselbeneingeweichte Gerste mit einer Hand voll.yaiel-wurtz geben, lassen sie a>fo drey Wochenlanggehen,'entziehen ihnen folglich das Gras, gebe»ihnen wieder dürr Futter,und ini abnehmendenMonden darauf dreyTage nach einander iedes-mal ein halb oter andel't-

halb üsintlein /tnrimvnü ei». Soimen

ist auch folgendes eine gute Pferde-Purgaiitz :

. ^ -....ManiiiittintMangvIt-Blätter/ siedet ne irchl

paßiren, aoernicht alter,) im April oder An- in Milch, und thut sie denn-herans, bindet rasfang des Mayen, denen Pferden, nachdem sie Pferd mir dem Kovff in die Höbe, geußt ,»macht Tage zuvor vaS/>>m,non>'>m cruäum (färldie abgekochte Milch ein, und lässet es vieriedes Pferd anderthalb Ovinr) dreymal qenvs-jStunden ohne Futter und Geträncke stehen!se», jslches Gras Vorleger, dergestalt, daß mancharnach nimmt man häselneZäpsiein, «nd jun»

nden läöt/häseln Laub, zerstößt es zusammen, und gieller

nicht mehrGrss dkLMörzevs abschneide

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