2.'?? Presse Presse»
Küssens Wcmi die Furckeln unten mtt Gelen-ke« aeniacht sind, und auf dem Fluge! enieWinde oder Haspel bestellet ist, dawjt dasPrell-Netze geschwinde aufgerücket werdenkan, so mag nieniand von denen zum Aufye-b'» dieses Nene? bestellten Leuten wegen derSauen in Gefahr kommen.
Presse/ ist ein Instrument oder Gerüstevon Hei» oder Eisen, in welchem zwischenzweyen platten Stücken, nemlich einem Bo-den und Deckel, vermittelst einer just imMittel derselben aufgesetzten Schraube, eindarzwischen gelegtes Ding, so starck, als manbegehret, kan zusammengedrucket werden, um,wird in Manufakturen, in Schreibe-Stubenimd in der Wirtschafft auf mancherley Wei>everfertiget und gebrauchet. Bey Haushal-tungen hat man grosse Pressen, so allerleyEäffte und Feuchtigkeiten, als Wein, CidreoderObst-Most, Oel und dergleichen aus denFrüchten zu drucken dienen, und kleinere mirstubern Nuß-Bäumen- oder schwartz-gebeip-tenHoltze ausfourmrte Pressen, worein dieTafel-Tücher und Servietten geschlagen undenizepresset werden.
Presse«/ ist eine Arbeit/ so in denenWein-Gebirgen zur Zeit der Wein-Lese vor-genommen, und der Safft aus dencm Trau-ben vermittelst einer Baum - oder Spindel-Presse ausgedrucket wird. Wen» von denenButten-Trägern die gesammieten Traubenin Zuber oder Tonnen, die etwas von derErde erhoben stehen müssen, geschüttet, ^undalsdenn durch starcke Personen mit Füssenwohl zertreten, der Sasst aber durch ein Lochin das unten geseitte Faß oder Ständer ab-gezapffet worden, muß man erstlich eineStunde oder zwey warten, bis die Beere fei»pein abgesiegen und sich gesefiet haben, her-nachmals den Kuchen oder den Aufsatz derausgetretenen Hülsen, welchen man auch aneinigen Orten ein Bett zu nennen pfleget,aufsetzen, so nach Gelegenheit der Pressewohl eine Elle hoch und drüber kömmt. Hatnun der Kuchen auf der Presse eine Stundegestanden, und sein abgesiegen, so muß ereinmal verrasselt, nnd, wenn er hierauf wie-der ein paar Stunden gestanden, nachge-hends so viel mal, als sich schicken will, ver-hauen, und jederzeit wieder gexresset werden,bis sich nichts mehr ergeben will. Nach derChurfurstl. Sächsischen Wein-Gebirgs-Ord-nung soll kein Kuchen abgeworssen werden,er je-, denn zuvor einmal verrasselt und fünff-nial verhauen worden. Wenn der Winzervermeynet, daß nichts mebr heraus gepreßtwerden kan, muß der Haus-Vater andereLeute herbey konimen und sie noch einmal an-ziehen lassen, damit er dahinterkomme, oballes rein ausgepreßt; iedoch ist auch behut-sam damit zu verfahren, damit die Presse nicktSchaden leide. Man muß die Trester von denausgcpreßten Wein - Trauben anmhlen, obsie gantz jprvde und harte und, oder noch einigeFeuchtigkeiten darinnen stecken. Was man am
PreZ-Kopff
Tage liest, muß man in der Nacht pressen, dennsonst fangt der Most auf den Wannen undBottiaen an zu brausen. Es thut ein Wein-bergs-Herr sehr wohl, wenn er bey dem Pres-sen, lo des Nachts über verrichtet werdenjell, -elbsc mit dabey ist, oder
jemand von seinen Leuten, auf den er sichverlassen kan, dabey last, damit sie zusehen,daß die Kuchen rein ausgcvreßc, und vondenWinkern und andern Leuten keine Parrhier>'-reyen vorgenommen werden. Er muß a"chdenen zum Pressen bestellte» Personen sattzu essen und zu trincken geben, denn sonstengehet ihm zu viel an Most drauf, und ih-nen zualeich wohl einbanden, daß sie keinBrot, Käse, Zwiebeln, Knoblauch und der-gleichen bey der Presse esse,!, oder in denMost bringen, indem der Most und Wein garleichtlich hierdurch unschmackhasst und sauerwerden kan.
Preß-Ropff/ ist ein Bey-Essen, von einemRinds - oder Schweins - Kopff folgenderge-stalt zugerichtet: Nehmet einen Rinds-Kovff,ingleichen das kurke Fleisch vom Hals, seüetbeydes in Wasser und Salk zum Feuer, undlasset es wie ander Rind-Fleisch koche»/ da-mit die Benie heraus falle». Ferner kochetin Wasser und Salk drey Pfulid Schwein-Fleisch ab, leget solches auf ein Hack-Bret,wie auch den Rinds-Kopss und knrtze Fleischvom Halse, welches ihr aber erst auspukenmüsset/ u»d schneidet diese beyden Stücke zu-sammen gam klein. Nach diesem seket auchRinds-Füsse zu, nnd wenn diese weich ge-kochet sind, so putzet sie sauber ab, thut alleKnochen heraus, und werffet die Füsse inkaltes Wasser, schneidet sie darnach würff-licht, wie Semmel oder Speck ; schüttet sienebst den obigen zusammen^ in eine grosseCasserole/ giesset von der Brühe darauf, dar-innen die Rinds-Füsse gekocht haben ; wür-zet es mit Jnaber, Pfeffer, Cardamomen,Citronen-Schalen und Saltz ; seket es aufsFeuer, und lasset es eine gute Weile durcheinander kochen. Ist dieses geschehen, so he-bet es vom Feuer weg, schüttet das Gehacktei» eine Preßkopffs-Forme, setzet solche auf ei»Geschirr, daß die Brühe ablauste» kan ; be-schweret es oben mit einem zugemachten undüber die Forme sich schickenden Brer; legetGewichte darauf, und lasset es also überNachtstehe», daß es erkalte. Soll dieses Essennun angerichtet und zur Tafel gebracht wer-den, so stecket in heisses Wasser ei» Tuch, undumleger damit die Forme, so wird der Kopffsich losmachen, und heraus auf die Schüs-sel darauf ihr anrichten wollet, fallen, überwelche ihr aber die Forme verkehrt haltenmüsset. Das Garniren wird einem ieden freyüberlassen. In Ermangelung einer Formekan man das Gehackte in ein Tuch giessen,es feste zubinden, und darnach zwischen dreyTeller oder Breter gelegt mit Steinen be-schweren, daß der Sasst davon läufft, und«isdenn, wenn es kalt worden, kingeben. Aufeme andere Art von einem Schweine einen
Preß-