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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2275-2276
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Pomeranke

desivege» niir grossem Fleiß gann iart von demApffe! gslöfttweroen,unten und oben aber dar-an bleiben? daß es anzusehen.- als stünde derApffel nur gleichsam in der Schale; abson-derlich aber muß das weisst harte Hautlein, sodas Marck umgiebt, gan>; bleiben, oamit es imSieden nicht bersten möge. Hierauf legetdie also geschnittenen und zugerichteten Pome-ranzen in ein verglastes sauberes Geschirre,darinnen sie wohl Raum haben, gießet frischesBrunnen-Wasser daran, und leget ein subtilesBretlein darauf, damit sie im Wasser nichtempor schwimmen, lasset sie also ein paar Tagewassern,iedoch daß ihnen täglich zweymal frisci)Wasser gegeben werde, leget sie nach diesen, ineinen reinen verglasurten Topf» giesset wiederfrisches Brunnen-Wasser daran, wie zuvor,oder legt sie, welches noch besser, in ein sieden-des Wasser, daß es darüber zusammenschlage;deckt es knapp zu, und lasset es aus einer Glutallgemach sieden, bis die Schale gelind zu wer-den beginnet, alsdenn thut sie heraus auf einschönes weisses Tuch, bedecker sie auch unt der-gleichen, und lasset das Wasser davon abseihe»oder vertrocknen. Inzwischen nehmet zudreyen Vomeranizen ein Pfund Zucker, oder,wenn die Pomeraimen gar groß, zu drey dersel-ben fünss Viertel-Pfund Zucker, undzu einemjeden Pfund Zucker ein halbes Maaß diesesWassers, darinnen die Aepffel gesotten haben,(wiewohl man auch, welches fast noch besser,frisches Röhr-Wasse?'darzu nehmen kan), flös-set den Jucker, oder leget nur einStücklein nachdem andern ms Wasser,lasset ihn alsdenn woh!sieden, wieem Syrup, doch also, daß er nichtzu dick werde, denn lasset ihn verkühlen, unter-dessen leget die Pomeranzen in ein weites Ge-schirr, giesset den gesottenen Zucker darüber,und lasset sie zwey oder drey Tage, nachdem diePomerantzen den Zucker bald oder langsam an-nehmen, wohl bedeckt stehen; wenn er wässe-riqtwerden will, seihet seidigen davon ab, undsiedet die Früchte damit wieder wie zuvor, die-ses wiederholet zum drittenmal, bis die Pome-ranzen schön durchsichtig sind ; man muß aberim Sieden fleißig Achtung haben, daß sich dieSchale nicht abstvsse, endlich sesee sie in einemGeschirr auf oder neben einander, lasset die Zu-cker-Brüh noch ferner etwas dicklicht sieden,hernach wie zuvor erkalten; giesset es wiederüber die Vomeranken, und verwahret sie als-denn. Solte die Brühe zu wässerig werden,kan man sienochmahlen übersicden. Oder zie-het die Schalen von denPsmeraimen ab, (da-mit man sie besonders brauchen kan), hernachnehmet etwas Zucker in einem Tiegel, giessetetwas mehr Wasser darauf,als ihr sonst pfleget,seket ihn ans das Feuer, und lasser den Zuckerso dicke sieden, wie einen Syrux, thut hernachdie Po-nerantzen hinein, und lasset sie ein we-nig mit sieden; wenn solches geschehen, schüt-tet es mit einander m ein Geschirr, thut nocheine Hand voll geläuterten Zucker hinein, ba-nnt der Gafft fein dicke wird, und verwahret siewohl. Die Pomevaüycn-Schalen machetman also ein: Man nimmt schöne, glatte und

Pomeranfte --76

reine Pomeran»en, schneidet sie halbvon einam

der, und nimmt das sasstige fein be^itsam her-aus, daß man die Schaien nicht zeileissc, siedetsie hernach so lang im Wasser,bis da; Weissem-wendig weich worden, so laßt es siel mit einemLöffel sauber heraus nehmen odershaben, daßdie gelbe Rinde oder Schale sein wrchsichrizist; hernach läutert man schonen Zuker, sovielals nöthig, läßt ihn Honig-dicke siiden, undgießt ihn warm aber nicht zu heiß darcher, daßer über die Schale weggehe; wenn er wässe-rig wird, muß man ihn wieder siedei, es darffaber über zwepmal nicht geschehen weil sienicht sehr nachlassen; man muß ihn »ich nichtzu starck sieben, denn sie eandiren ach sonstgern. Wenn man will, mag man dieSchalenauch länglich in schmale Stücklein schieiden,und also einmachen. Nicht weniger lKset sichaus denen Schalen wie aus denen Citronm einherrliches Jucker-Gebackens zubereiten, wiesolches unter dem Wort Cin-onen-Bvo! be-schrieben zu finden.Der Pomcranzen-Vmn-re,vein wird solgendergestalt zubereitet: A«nschneidet die Pomeranizen-Schalen, nachdemdas Weisse subtil heraus genommen worder?daß nichts mehr davon zusehen, in länglicht-schmale Stücken, wie Kraut, wirfftsiein einegläserne Flasche, geußt starckell Branteweinoarauf, und feftt es an die Sonne. So offt manSchalen hat, maq man sie darzu thun, damit erkräfftia und starck bleibe. Wenn man Blä-hnnaen empfindet, so nefte man ein doppeltesTüchieinodergebaheresBrot darein, sogroß,daß es den Magen bedecket, mache solches aufeiner Glut warm, und lege es laulicht auf denMagen. Es stillet dieser Brantewein zu einoder zwey Löffel voll eingenommen bey starckenLeuten das Erbrechen, wenn es anders nichtvsn der Galle herrühret. Den poineranyen-Scift zu machen: Nimm hundert süssePome-ranken, die schon gelb an Schalen, und nichtgrün sind, löse von denenselben die SchalenBlätter-weise herab, und aus solchen dasWeisse völlig heraus, schneide sie alsdenn läng-licht und klein gewürsselt, auf einem zinnernenTeller, (denn wenn man einen hölkernen darzugebrauchet,!» gehet das beste Oel in das Holtz,)tyuesie in eine dicke gläserne Flasche, die keinezinnerne Schrauben habe, geuß daraus zweyMaaßMalvasier, oder einen alten Italiäni-sche!! Wein, der seine Süßigkeit noch hat, ver-mache die Flasche Mit einem Stöpsel von Kvrckoder Panrossel-Hoil!, und verbinde sie mitBlasen und Papier,'stelle sie also zwölss, oderauf das lanaste vierzehen Tage an dieSomieoder aus einen warmen Ofen, und rüttle siedes Tages einmal um,damit die Schalen in dieHöhe kommen,und brenne dieMaterie hernachauf die Weise aus: Nimm einen gläsernen Kol-ben, und schütte von der gebeikten Materiedarein, aber nicht viel, der Wein muß allezeitzween qver Finger hoch über die^cc^s kom-men, so muß man auch den l.'>qunr>-m widme5pecil.-5 dergestalt proportionirlich eintheilen,damit von einem oder dem andern nicht einmalzu viel, das andere mahl zu wenig bsm>ne,^cr