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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2151-2152
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Pech

Pech-Rinnen Peisker 215:

selbst von unten auf gantz Zllckc.'rund, etwanden drilreu Theil unten in einerWeile, hernachallgcniach immer enger bis oben zu gantz ft'itzigzu gewölbet >eyn, damit die Hitze zusammenkomme. Unten im Ofen ist der Boden, wie einflacher Kessel gestaltet, woselbst sich in der Mitten ein scvmal Raumgen anfanget, und nachdem Pech-Troge verdeckt hinaus gehet. Aus-wendig herum ist der Mantel,oder eine tüchtigeBrand-Mauer, zwischen weichen das Feuerumher gemacht wird, vorn ist das Brand-Loch,doch nur in der Brand-Mauer; hinten gegenüber das Kohl-Loch in dem Ofen und Brand-Mauer, an der Seite ist oben das Setz-Loch,den gehackten Kien darinnen aufwärts zu seften.und gehören zu einem rechten Pech-Ofenfast auf ein tausend Mauer-Ziegel, welchermeistentheils vier bis fünffIahre dauren kan;wiewohl die Weite, Höhe und Grösse nach denUmständen des Ortes und eines jeden Gesaik'-iveränderlich ist. Alsdenn werden theils alteStöcke und Kien-Stamme, Wind-Brücheund Lager-Holtz ausgerottet, theils auch nochauf jeden Brand einige rundschälige Bäumezugegeben, der deuöthigte Kien daraus ge-hauen, und der weiffe Splint völlig davon abgesondert/der ausgehauene Kien aber, dessenman gemeiuialich zehen Fuder auf einen Ofenbraucht, wieFisch-Holtz gantz schmal gespaltemund solcher so dichte als möglich schichtweiseund ordentlich in dem Ofen auf einander gestel-let.bis solcher voll ist. Endlich werden die beyden Löcher im Ofen zugemauert,um die Brand-Mauer im Anfange durch Schmauch-HMstarck gefeuret/mit dem Brennen also zwey Ta-ge fortgefahren, daß es Tag und Nacht seineZeit zu wircken hat, ehe es klar läufst. Erstlichkommet das Harx, aus welchen, dao Kim-Oel,so klar, wie Brantewein, in küpffernen Blasengeläutert wird, und hieraus das rechte Theeroder Wagenschmier, von welchem das Pech ineinem hierzu gemachtenOfen und grossen Kepsel gesotten und gehörig zubereitet, letzlich aberin die Erde gegossen wird, wovon das hartefchwaryepech entstehet. Weil diePech-Oe^fen vielHolk fressen, als pfleget man derglei-chen nur an solchen Orten zu aedulten, wo dasHoltz im Uiberfluß, und aller Unordnung durchgute Aufsichtvorgebeuget werden kan. Je här-term«! das Pech, je besser ist es, >e weicherundzäher hergegen, je schlechter hält man dasselbe,>a wenn es im Schmeitze» überkocht, ist darauszu schliessen, daß es von unreinem Theer ge-macht. Das allermeiste Pech wird in Thürin-gen und Finnland bereitet. Das schwarke har-te Pech, welches, wenn daran geschlagen wird,wie Glas springet, und von Stockholm weitund breit verführet wird, braucht man dieSchisse damit zu »ertheeren, und heissen es da-her auch Schiff-Pech, wiewohl dieses nichtmehr pur, sondern mit gemeinem Hartz, Theerund Seissen vermischt in diesem Fälle ver-braucht wird; mit diesem kommet übereindas Schuster-Pech, beyden wird eine anzie-hende Krafft zugeschrieben, so daß man der-gleichen zu Pflastern gebrauchet. Es wird

auch in Tonnen gegossen, wovon es den Nah-men Tonnen- Pech führet. Aus einem O-fen Brand bekommt man gemeiniglich fünffbis sechs Tonnen hart Pech. Weil nun ins-gemein die gegründete Klage bey dem Forst-Wesen vorkommt, daß dem holtze durch dasPech - Ritzen ungemeiner Schaden geschehe,so hat die'Schwedische GeseUschafft derOe-conomischen Wissenschafften die Frage auf-geworssen : wie das Pech auf eine denen Wäl-dern so viel möglich, unschädliche Weise zuerhalten, da man doch diese Materie nichtentbehren kan? In Erwartung einer andernErfindung scheinet die hier vorgeschlageneletzte Art, Pech zu sieden, die geschicktestedazu zu seyn, wenn man, da in Tannen-Kien-und Fichten-Wäldern, weil sie mit ih-ren Wurtzeln nicht liess in der Erde stehen,ohnedem sehr häufige Wind - Fälle vorfallen,diese nebst denen ohne dies zu Beförderungdes Aliflugs, auszurottende Stöcke undWurtzeln, vermittelst der Ofen-Brände zumPech - Sieden allein anwendete, dieses Holtzaber nicht verdorren und zu schlechtem Lese-Holtze werden liesse. Wenn übrigens Pechan die Kleider gekommen, darff man nur,wenn es noch fenchr ist, warmen gepülver-ten Leimen darauf streuen, und es fo langeund so offr wiederholen, bis das Mahl aus-gesogen ist. So ferne aber das Pech schontrocken worden, muß man vorher« Baum-Oel darauf streichen, eS zum Feuer halten,und alsdenn den Leimen auf erstbesagte Wei-se gebrauchen. Hartes Pech aber aus denKleidern zu bringen, muß mau warmes Oeloder em ander dünnes Fett darauf legen, da-Mlt sich das Pech losen, und folgends mitSeissen und warmen Wasser oder Lauge aus-gewaschen werden könne. Aus dem Pech/wenn es mit Wein genugsam durchs Kochengereiniget, und alsdenn mit gebrannten Alaunund Sälbey-Blättern in einer Retorte einigemahl abgezogen, entstehet em trefflich balsami-sches Gel/welches wider alle Zufälle derNer-ven und Gelencke ein herrliches Mittel, auchzu Geschwären nützlich zu gebrauchen ist. Ausdemjenigen aber, was bey Ausziehung diesesOels in der Retorte zurück bleibet, kan dasfeinste dolu>,i>onium annoch gekochet werden.

Peck,-Hauen / siehe Hary- Reißen.

Pech-Oel, siehe den Artickel Pech.

Pech-Ofen/suche Pech.

Pech - Rinnen / werden die im fchwartzenHoltz zu Loch-Mahl-oder Grentz-Bäumen an-genommene und behörig gezeichnete Bäume ge-nannt, wenn die Lochen oder heraus gehauenePlätze mit Hartze wieder überzogen und fast un-kenntlich worden sind. ...

pechei-Fleisch, siehe Vöckel-Fleijch.

peisker oder Beiskev/ pisgurren/ sindFische, deren man zweyerley Sorten hat, nem-lich Schlack-peisker, und Srein- Peisker.Die ersten sind eine gantz schlechte nnd höchstUnverdauliche Speise: die letzter» hergegenwerden nur vor die Tafeln grosser Herren zu-bereitet/ihre Beschreibung ist unter den Wor-ten