Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2095-2096
Einzelbild herunterladen
 

, -oy; Ohr-Wur m

das Gehör. Daher mau solches zu rechterZeic mit eineni subtile» Werckzeuge vonHern, Holy, Bein, Slber, so mau Ohr-Lo/sel nennet/ behutsam heraus ziehen muß.fieses Schmal»; «st sonst eine A'-yney, dieder Mensch vor viele Zufälle, svuderlich vordie Colick in einem Trunck eingeuomnien,ttem ausgeschmiert wider den ScsrpioneBiß und andere gisstige Stiche bey sich trä-fet. Vornemlich aber ist es ein bewahrtesMittel vor die Au-zen - Zufalle, wenn mar>es sammlet, u»d entweder in ein weuigMutter-Milch diluiret, solche? aber iu dieAugen schmieret, oder auch nur frisch mirdem kleinen Finger in die vier Augen-Win-ckel reibet, und den Kovff auf beyde Seitendrehet. Denn wenn hieraus die Augen da-von überzogen werden, so fängt es wie Saltzan zu beisseu, e-> läufst Wasser heraus, dasBeissen aber höret bald auf, und alsdeuntrocknet man das Gesichte und Augen miteinem weichen reinen Tuche. Das Gesichtewird couserviret, die Blödigkeit, die schwär-zen Puncte, Flämmiaen, die ansaugendenFelle, ja das Beissen und zucken der Augenwird davon glücklich und gleich curiret.Vor das Jucken streicht mau auch nur dieSlugeubrau'ien damit. Vor die Flechten»nd Blattergen im G-sichte ist nichts bcffers,als wenn man sie des Abends anfknmer, aus-drucket, und mit Schmaltz bestreichet, desMorgens aber mit nüchternem Speichel wie-der abwäschel, nnd solches drey bis viermahlfortsetzet plinius rühmet es auch gegen diegelbe Sucht.

Ohrhahn, siehe Auevhahn.

Ohr-Vviirm, Ohren-Hohler, Oekrling,ist '!» langer platter Kuvsser- sarbner'Wurinwelcher scharise Zahne, viele Züsse, und ai^Yem Hiuteriheile des Leibes zwey krumm-gebogene Enden mit Stacheln hat. Dedeutschen Nahmen mag er daber haven, weier dem Menschen gerne in die Ohren kriecht,wenn solches geschehen, muß er entwederdurch Auflegung einer warmen Brot - Krunie, oder eines saulen Apffels heraus gew.cket, oder durch Baum - Oel getooret'weden. Cr ist vor die Gärten ein schädlicheUngeziefer, wiewohl er denen kleinen Gar.Ml-Gewachjen nicht so sehr, als denen Bauwen ngchtheilig fallet, Massen er sich überallwo die Rinde nur ein wenig schälet und schad-hafft worden ist, darmiler einschleichet, undden Baum vollends verderbet. Wenn m»?diese Würmer an einem Baum wahrnimmtsoll man ein paar frisch- ausgehöhlte Dau-mens- dicke Hollunder-Aeste, ein paar Span-neu lang, die auf der einen Seite» mit einem hölyerueu Zapffen verstopssl sind, dar-K» hängen, so kriechen über Nacht ihrer soviel hinein, als Maiun darinnen ist, und kauman sie also mit einander in einem Geschir-re mir Wasser erjausten, Man muß aberdie Hvlluuder- Röhren also hangen, daß sichdas offene 'Loch seitwäris kebrs, uud weder

Oleander Oliven -e>?s

Regen nvch Thau hineinfallen^ öen»wo sie inwendig naß, wür?e» keine merhinein krieche«. An statt der Ävlkmder-Röhren ka.i man auch Klauen von Ochs«,,Schweinen oder Hämmeln nehmen und sieauf die Spitzen der Baum - Pfähle, undauf die von Weiden geDchleue Zäune stecken,weiche zle<che Wirckung thu» werden.Ohs, siehe Schrot.

Oleander, Lorbeer-Rose, ist ein angs-

uehnies Gewächse, weiches sowchl um Tripo-lis in Snrien, als aus der ^nsel Caudia vonsich selbst wächset, bey uns arer in Gärtenunterhalten wird. Der Stamm gelangt hierrey uns zu der Dicke eines Arms, da er s. ineSOrtes ordentlich vielfach stärcker wird: seineBlätter gleichen dem Laube des Maudel-'Saums, nur daß sie etwas stärcke! sind, undden Winter über an denen Zweigen hättenl'leiben. Die Blumen, welche im May »udJunis hervor kommen, seheu wiedieRö leiu,bevoraus die gefüllten, welche eine Leib-Farbehaben. Der einfachen giebt es rothe undweisse. Auf dieselben folgt die Frucht in Ge-statt einer Schote, welche, wenn sie reist ist,berstet, uud eine Wolle ausschüttet. DiesesGewächse wird durch die Brüt, oder abge-brochene Zweiglein vermehret, und will imSommer steinig begossen seyn. Es ist eintödtliches Giffr sür Menschen und Vieh, undwird dabero innerlich n chrs davon gebraucht,aunerlich aber die Blätter ausgelegt, sollendie harre Geschwulsten ze? theilen.

Oleaster, suche Oel-Vaum.

Oliven, sind die länglicht-runden und gelb-zräneu Früchte des zahmen Oel - Baums,welche uncer einer g>alten Hauc, und öhlich-iem Marck, einen sehr harten und rauhenMru in sich haben, uud eines etwas bitternund anhaltenden herben Geschmacks sind.Zic werke i, wenn sie etwas über halb reist,aemeiniglich im "muio und Julis abgenom-uen, erstlich in frischem Wasser, ^und nachdiesem in einer von Potasche oder Scude ge-nachlen Lauge gewisse Zeit aeweichei, end-^ch in Faßlein von nnrerschierlicher GrösselügetheÜet, mit Salk - Wasser überaosssn,>nr einer gmi>schteu Esse»!- von Näaelein,?immet, Coriander, Fenchel und andernGewüri? beschüttet, und also verführet. Die-ser eingemachten Oliven ajebt es, nach Un-rnfchi d der Grosse und der Lander, wo siegewachsen, auch unterschiedliche Sorten,deren meistens dreverlen bekan»r find, nem-lich (i) die Spanischen welche ^ie große-sten, aber eineS etwas bitlern Geschmackssind, und derowegeu nicht einem jeden an-stehen; (2) die ans Provence, welche nm-telinMger Grösse, und denn (z) die Italiä-nischen, so die kleinesten, aber'eines liebli-chen Geschmacks sind. Unter denen diejeni-ge Flvreurim sche vor die beken gehalten wer-den , derer Fleisch sich vor dem Kerne wob!ablöset. Die besten müssen noch frisch, h"^.