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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2093-2094
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Ohn - Vogel OhrNase, P»w und Schläfe gerieben werden,kaltes Wasier oder Eßig uis Gesicht oder denNacken gespri!?t, ein Stück hausbacken Brott'c>r die Nase Lehalren, sind die besten Haus-Mittel.

Ohn - r>ogel, ist am Auger-See ein Vo-gel wie ei» Schwan, und von grossem Ge-schrey.

Ohr, he>sset diejenige Oeffnung am Ha»-pte eines Thieres, vermittelst welcher dieEmpfindung des Gehöres geschiehet. Es sind,il>er von den- allein weisen Schövffer nichtnnr zwey dergleichen an diesem Theil einesbelebten Cörpers geftyet, uin zu beyden Sei-ten desto leichter zu der gedachten Empfin-dung ;» gelangen, und weil der Schall von^atur in die Höhe steiget, auch aus VielerUrsache dem höchsten Theil des Leibes em-vcrlcidet, sondern es ist die Structur des Oh-an und vor sich selbst so wunderbar be-schaffen, daß Ioh. Andr. Schmid daherAalaß genommen, GOttes wirckilche Eci-sttti» in einer Disputation daraus zu erwei-sen. Man theilet gemeiniglich dasselbe inMv Theile, davon ist deränsserliche die Ohr-Muschel, dessen unterer herab Hangende wei-che Theil beyden Menschen da« Ohr-Läpp-lein geueuuet wird, das Ohr-^och^ hinge-gen oder die Hohle, ingleichen die Schneckefindet sich in der Mitte nur gedachter Mu-sch-l, und dienet dieser äussere Theil, diedurch den Schall bewegte Lufft aufzufangenundin dasOhrzu bringen; die inneren Theilebestehen aus dem äusseren Gehörs-Gangeder von der Schnecke krumm hinein gehet/und durch cin dünnes, trockenes und durch-sichtig Häntlein geschlossen ist, weiches dasTivmmel-Hautlein Heisset, zunächst auf die-ses Hautiein folget die Trommel selbst oderder innere Gehörs - Gang, welcher eineziemlich grosse Hohle ausmachet; in diesemfinden sich vier Beinlein, die nach ihrer Ge-^statt zubenahmet sind, als da ist der Ham-mer, der Ambos, der Stegreifs und das'run-ideBeiulein, welche dergestalt auf einanderfolgen : An das Trommel - Hautiein ist ge-bunden der Stiel des Hammers, derKopffaber desselben trifft auf den Ambos, dieserherqegen gründet sich vermittelst des innrenBeinleins auf den Wirbel des Stegreiffs;durch die Bewegung nuu dieser vier Bein-leins geschiehet die mehrere und wenigereAusspannung des Trommel-Hämleins, nachwelcher eben auch die Zaserlein der Gehör-Nerven wehr oder weniger beweget werden,Ulid gleichergestalt die Empfindung deZ Ge-höres verursachen. Denn es folgen nach ge-dachten Beinlein noch andere Höhlen, wieauch insonderheit die Gehör- Nerve, diesich in viele zarte Faserlein zertheilet, undm das Häutlein der übrigen Theile ausbrei-tet. Weil aber alle diese innere Theile garsubtil, und folglich leichte gestopffet oder garzerrissen werden können, so entstehen daheronicht nur zuweilcn einige ühle Zufälle 'von

Ohren-Schmal!; 20,4

starcken FUissen, so sich dar«» legen, nnd daöC hre» - Rlingen, Z5rausen o^er Sausenverursachen, welche aig gewisse Vorboteneines bevorstehenden Schlag -Flusses zn achten; sondern es findet sich auch wohl biswei-len eine Oyren. Taubheit, indem entwe-der, me gedacht, diese zarte Theile verstopffet,zerrisse«, oder wie bey alten Leuten zu ge-schehen vfleaet, fast vertrocknet und so ge-lchwachet und, da» sie dadero nicht mehr beq»em von dem äusseren Schall eine Empfin-dung haben. In diesem legten Fall, wennnnr das Trommel - Hautiein noch unverle-tzet, ist gar dienlich, daß zuvörderst die gelbeUnreimgkeit, so man das Ohren-Schmälnnennet, und welches sich in dem Loch derSchnecke des Ohres sammlet, mit gurer Vor-sichtigkeit mittelst eines von Horn, Silbersubtilen Werckzeugs, nemlich des Ohr-Löf-fels, weggenommen wird, weil dieser lln-rarh, nebst dem sich daran Hangenden leich-ten Staube und dergleichen ossr gar sehr inErmangelung genügsamer Warme erhärtet:bicrnächst aber dienet such darzu, die ver-stopfften Theile durch Schweiß zu eröffne»,den Leib von der schleimigen zähen Mate-rie zu purgiren, und sich der warmen Ba-der zu bedienen. Der gemeine Mann brniichcvor gedachte Zirfälle als ein Praservausnüchternen Speichel, indem er damit denkleinen Finger netzet, und das Ohr- Lochmit gedachter Feuchtigkeit des Morgens rei-niget. Das Ohren-Schmall? nehmen ebendergleichen Leute als ein «anst bewährtesMittel vor die Coliea in einem Trunck Bieroder Brantwein ein. Das Frauenzimmersuchet diesen Theil des Leibes anf mancher-ley Weise zu schmücken und anszuzierm, alsmit kleinen goldenen oder silbernen schlech-ten , geästten, auch wohl mit Diamanten,Perlen und anderen Juwelen besetzten Ring-le in, in welche noch wohl zum Uibersiuß an-dere Zierarhen eingehenckec werden, die auskostbaren Metallen, Edelgesteinen, Perlen,Corallen und dergleichen bestehen; diejeni-gen hergegen, welche sich zu denen Ringendie Ohren nicht gerne durchlöchern lassenwollen, gebrauchen einen von Gold oder Sil-ber nach den, Ohr eingebogenen Drat, derunten mit einem halben Ringlein und dar-ein Hangenden Ohr- Gchencke versehen, wel-ches ein Ohren-Drat oder Ohren-SpangcHeisset.

^Ohren-Höhler, siehe Ohren-'Wurm.Ohren-Morgeln, suche IN.orxzeln.Ohren-Mückel, siehe Assel-Wurm.Ohren- Schinaly, ist eine gelbe Unreinig-keit, so sich in der Schnecke des OhreSsammlet, «ud das Ohr nicht nnr reiniget/wenn es behutsam weggenommen wird, son-dern auch vor allerhand Würmern und all-zu hartem Schall oder scharffem Zufluß derLufft bewahret. Indessen, wenn das Ohrsehr voll davon, und sonderlich das Schmalkhart oder sehr dicke wird, so hindert esX » das