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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
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2029-2030
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S0Z? Nest

^erchneThee Z» koche», und davon zu trin-ken. z) Die taube Vver todte Kessel/ alsogenannt, weil sie nicht brennet, hat ringsumher zerkerote Blätter, wie die Brenn-essel, welche iedoch kleiner und etwas weis-ser find. Der Stengel, welcher viereckigt,tragt Purpur - rothe oder weisse Blümlein,d?nen ein schwaryer Sagmen folget- DieWxrnel istzasericht, Diese Nesseln haben ei-ne trocknende, kühlende und anhaltende Krafft,versüssen das saure und scharffe Geblüre, er-öffnen die Berstopffungen desMilücs, undreinigen die Nieren-und Harn-Gänge, in-sonderheit aber dienet die mit der Purpur-farbnen Blüthe wider die rothe Ruhr undandere Blut-Flüsse, die weiß-blühende gberwider den weissen Fluß. 4) Die stinckendetodte oder taube Kessel, welche auch ^Van-zen -Rvaut genennet wird, treibet einen vier-eckigten zwey Fuß hohen Stengel, dessenBlatter den Melissen-Blattern gleich, abernichts» arofi sind, und einen heßlichenGe-nich wie die Wantzen oder Wand-Läusehabe». Die Blumen sind bleich - braun,weiß oder gesprengt. Wächset hauffig inden Wäldern, absonderlich in Oesterreich,Ungarn und anderer Orten. Diese Neffe! hei-let den Finger-Wurm, so man sie zerstosset,und mit dem Safft also auf den angegttsse-nen Finger leger. Der Garten - Nesselnsiebt es zweyerley Arten, welche mehr zumSpaß als der Zierde, oder einiges Nutzenswegen in den Blumen - Gärten gepflauzetwerden. (1) Die Römische oder WelscheNessel, kommt am -Kraute denen andern>Nes-seln gleich, trägt aber runde Knöpfiein, wieder Majoran, darinnen derSaamen verschlos-sen liegt, daher ihn etliche den Spani-schen, anders aber den Vexier - Majoran«ennen, weil ein nnwissender, derdaran riecht,die Nase ziemlich verbrennen kan. Die (2)Esrte wird wegen der Gleichheit ihrer Blät-ter die >Velsche oder Römische Nessel mitSt. Peters - Avant - oder Glas - Rraut-'Blättern genannt. Beyde werden im Früh-ling durch den Saamen vermehret, oder, somm anderwerls Schößlein bekommen kan,Pfleget man solche wie den Majoran zu ver-setzen.

Nest, Vogel-Nest, ist «n Gebäude oderBehältniß, so die Vögel von Reissern, Moos,Bast, Gras-Stengeln, Laub, Stroh oderKvth verfertigen, und mit Federn, Haarenoder Wolle ansfütter», ihre Eyer hinein zulegen, und ihre Jungen darinnen auszubrü-ten- Alle Vöael bauen ihre Nester im Früh-ling auf eine Verwunderungs- würdige Wei-se, ein ieder nach seiner Art, entweder an derErde, wie die Auer-Birck-md Hasel- Hü-ner, Trappe»/ Phasanen, Rebhüner undWachteln:c. d-e Bachstelzen, Eminerlinge,Gereuth- Lerchen, Grasmücke-,/ Kybiüe, Ler-chen, Nachtigallen, Rothkehligen, der so ge-nannte Schnerr - oder Wachtel - König, alleArten von Schnerssen, Steinbeisser, ?aun-^U'g,m. oder in Hecken und Gebüsche»,

Nest zoz»

als die Amseln, Dornreichen, Drosseln, Gim-pel, (Blut-Fincken oder Kotdschleae!), di-Grünlinge, (Schwon.schei ode- Wehnütze),Hänflinge, Meisen-Mouche NeuncödterStauden-öder Fliegen-Schnepper, Kernbeisserzc. Oder auf hohe Bäume, als die El-stern, Drosseln, .Fincken, Grünlinge, Habich-te, Häher, Kirjch-Vogel, Krähen, Mistleroder ^chuerren, Raben, Rothiebwänftlein,alle Specht-Arien, als die Hohl-Krähen,Grun-Specht, und dergleichen, die Stieg-like, ingleichen die Ringel - und Turtel-Taube», welche zum Theil an den Gjpsseln,theils auf die mittlern, oder auch zum Theilauf die untersten Aeste ihre Nester bauen.)n hohle Bäume, oder umer em Dach, oderaber in Felsen-Lochern machen ihre Äkester:Die Bachstelzen, Dohle», alle Arten Mei-sen, bis aus die so genannte Sckwanp-oderSchnee - Meise, welche ans mittslmäßieenBäumen ibr Nest bauet, der Wendehals oderNatterwindel, die Schwalbe, Spechte, Sper-linge und Stahre ze. Es ist verwuuderns-würdig, daß Vögel, die in Erbauung ihrerNester etwas gleiches haben,, dennoch keines-weges einerley Materie dazu nehme», oder,ist gleich das Nest von anssn einerley, soist doch inwendig an der Materie, von der eSgemacht, zu erkenne», was vor ein Vogeldarinnen gebrütet habe. A. E. ein Finckund ein Stieglitz erwählen zum Brüten ei-nerley Art Bäume, beyde bauen ih« Nesterentweder auf hohe Eichen oderTsnnen, undmanchesmahl auf einen gar niedrige» Pflau-men-Baum, auch wohl nur auf eine gzit be-laubte Hopffe» - Stange, oder andere nurManns-hohe Staude; beyderley Nester sindauch zum offter» auswendig von einerleyJeug, nemlich von grauem Baum-Moos ge-macht; zu geschweige» aber, daß der Stieg-litz sein Nest weit vom Stamm, hinaus aufdas äusserste Ende eines Astes macht, und hin-gegen der Finck entweder nahe am Stamme,oder doch zwischen dicke Aeste hinein bauet,so findet sich auch inwendig im Neste ei» gargrosser Unterschied, denn der Fmck futtert seinNest mit allerley Haaren, Federn und Wolleaus, der Stieglitz aber machet sich viel ei»zarteres Betts, indem er dazu gewisse auf de-nen Wiesen stehende Blumen, die aussehenwie Federn, an statt der Wolle zu nehme»pfleget. Eben so bauet eine Amsel und einsDrossel; welche beyde doch sonsten viel:iä?her einander verwandt sind, als der Zinck mitdem Stieglitz; ihre Nester sind von aussenfast aus einerley Art anzusehen, doch bauetdie Drossel etwas höher nls die Amsel, wel<che gar selten Manns - hoch bauet; inwendigaber ist ein grosser Unterschied zwischen We-sen Nestern: Denn die Drossel klebt es in-wendig so glatt aus, nicht änderst, als ob esein Maurer gemacht hätte, die Amsel hinge-gen thut inwendig Moos und anderes lindesZeug hinein, damit ihr« Eyer warm liegen.Der Hänfling brütet in Stauden, wiederDorn - Reich, denn vb er schon meistensl. 4 ' Wachhol«