16 07 Lauffen Lauff-Schiessen
zwanstig weniger oder mehr Schritte breit ae.'machet. Mitten auf den Lauff, oder, wenndieser zu lang, etwas näher nach dem Jagen zu,xflegt man den Schein, wohin die Herrschafftkömmt, wie ein Lust Haus auf Säulen erha-ben, zu stellen, und ü?n arün.sr gewichster Lei-newand ein zierliches Dach darüber zu ziehen.Die Tücher, womit der Lauff umstellet, sollenfein alatt, aerude und reinlich angezogen seyn.Zum Lauff soll man, wenn es sM'rst die Fruch-te, oder auch die Situation zulassen will, denje-nigen Ort erwählen, wskin das Wild, dasman stellen und sangen will, seinen Wechselvnd Ausggng zum Geäse gehabt, denn dahinist ihm die Gegend bekannt, und begehret auchviel eher dabin zu lauffen, wenn es foreiretwird. Es ist auch gut, wenn der Ort derge-stalt gelegen, daß man den Lauff gegen dasHol? wieder bringen, und die Qvere untenvom Lauffe blenden kan, weil solchen falls dieHirsche, wenn sie wieder Gehölye gegen sichmercken, solches gleich suchen, und ehe als son-sten vorlauffe». Sonderlich muß der Wmdvom Lauff nicht ins Jagen gehen, weil sonstenkein Thier aus demselben heraus und auf denLauff will. Vor das Lauff-oder Qver-Tuchwerden die Aend-Sträucher Manns hoch ge-stecket, daß das Wild nicht allen Tumult undPersonen aus dem Lauff sehen kan, und hier-durch, auf den Lauff zu kommen, abgeschre-cket werde. Zur Sau-Hapzeit muffen die Tu-cher inwendig zu deren Beschulung mit gros-sen Netzen angespannet, aus die Furckeln ge-leget werden, und, weil die Herrschafft nachdem vorbey lauffenden Wild, zu beyde» Sei-ten aus dem Schirm nach den Krumm-Ru-then zu schießen pfleget, sollen zur Warnungeinige Sträucher auf die Ober-Leinen gehen-ket, oder lange Reiß-Stangen dabey gestecketseyn, zum Zeichen, daß es daselbst nicht sichersey. Endlich werde» noch in dem Lauff, ober-und unterhalb des Schirms, nach der Qvere,die gewöhnlichen Uiberspulnge, das ist, niedri-ge Geländere mit grünen Reisern sauber ge-bunden aufgerichtet, damit das Wild daselbstim Vorbeylauffen springen müsse.
Lauffen, dieses Wort wird von den Aalengebraucht, an Aat daß von den andern Ro-qenen Fischen gesaget wird, sie laichen oderstreichen.
Lauffcnde Vvlit der Hunde, siehe Vvut.
Lauffcr, siehe Läuffer.
Lauff-Hunde, sind eine Art vo» Stöber-Hunden, dieeinThier solange verfolgen, undallezeit, wenn es rasten will, wieder austrei-ben, bis es endlich müde gemacht, und vondenen nacheilenden Iäacr», welche aber un-terlegte Pferde haben müssen, gefangen wird.Man nennet sie auch sonsten Hun-
de.
Lauff Play, wird derjenige Raum an einemHowe genennet, welcher bey einem Haupt-Ia-gen zum Lauff bestimmet ist, und mit hohenJagd Tüchern pfleget umstellt zu werden, neheLauff.
Lauff'Schiessen, siehe FIug-Sch,essen.
Laufft Laugen-Asche ,6^
Lauffr, Heisset nach der Iäger-SpM^.'»Bein von einem Hirschen oder andern wilde«,Thiere. Also sagt man: Der Hnse hat seine»Sprung in dem Gelencke der Hinter Läuffte(nicht Hinrev-Deine).
Lauff-Tuch »der O.ver-Tuch, wird beyder^ägerey dasjenige Tuch genennet, welches dieQvere zwischen dem Jagen und dem Lauffst«-het, und weim das Wildpret auf den Lauff sollgejaget werden, ausgehoben ober zusammen ge-zogen wird. Dieses Lauff-Tuch, welches eini-ger Massen mit dem Vorhang einer Comödieverglichen werden möchte, ist eben so lang undhoch im Stellen mit aller Zubehör, wie die ho-hen Tücher es haben, auch die Furckeln, grosseund kleineHsfftel, Oder- und Unter-LeineWind-Leinen :e. Es wird, wenn das Mmnoch zn ist, gleich einem hohen Tuche, ani»Ort, wo der Lauff-Platz kommen solle, gestellet,und kan man wohl auch eines von denen hohenTüchern hierzu gebrauche»; nemlich, weil dieLänge zwey hundert Ellen austragen soll, so las-set man allezeit die Leinewand oder das Tuchbey viertzig Ellen von oben bis unten von einan-der schneiden, und an diese Oerter rechte Wech-sel mitKnebel und Ringen machen, also kom-men vier ganlze Wechsel und an ledem Ende einhalber, doch muß an denen Wechseln das nöthi-ge über einander gehen und besäumet werden;weil nun in der Länge etwas abgehet, dars sol-ches nur mit neun Furckeln, und mit so vielWind-Leinen eingetheilet werden- Vor Ochnung des Jagens müssen alle vier Knebel losge-machet, und an iedes Ende ein Mann, beo iedmWechsel aber zween Mann geordnet werde»,daß sie inwendig desTuchsnach demkauffe,'»stehen, damit, wenn der Jägermeister mit demHutwincket, dasJagen auszumachen,dieselbengeschwinde mit dem Tuch lauffen, und eS aus-ziehen mögen. Die Kerls, so es aufgezogen ha-ben, wickeln sich in das Tuch, und stehen stilleinwendig nach dem Lauff; sekm aber allezeitnach dem Jäger-Meister, obsisauf-oderzuzie-hen sollen, und damit es desto geschwindemFortgang habe, wird an iedem Wechsel, den ei-nem Mann ein schwarlzcs Stäblein eingefasset,welcher es daran oben und unten zugleich imRinge ziehen kan, auch wird die Unter -Leimnicht angepflöcket, sondern vielmehr bevbene»vier ganzen Wechseln etwas unterleget,daß dieRinge desto besser lauffen kvunen, weswegensolches aufeiueni ebenen Play zu machen, wo-selbst alles hinderliche Gras weggeräumet >M-den muß.
Lauge, ist ein mit Asche eingerührtes, undnachdem eS eine Zeitlang gestanden und ge-kocht, durch den Laugen-Sack geläutertes Wa>-ser, welches wegen seiner ausderAschegezoge-nen Schärffe zum Waschen des Leinen-Gm-thes gebrauchet wird. Die Lauge zum Sei-'sensu'dc» wird von Vveid Asche oder einer gu-ke» Eichen-oder Düchen-Holy-Asche »n»Ralch verfertiget. Siebe Aesch'er.
Laugen-Asche, das ist diejenige Asche/. ^che sowohl beym Waschen als Seiffenllcl'wnach abgegossener Lauge zurücke tleibet,
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