Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1587-1588
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I5Z7 kämmen Lampe

äufcinen Haussen geschlagen, wo sie nur änderstgesund und i»r Zucht tauglich sind. Demiwas tazu nicht vor dienlich erachtet wird, be-kommen die Fleischer. Von einem Lammwird aus ein Jahr anderthalb Viertel bis einbalb Pfund Wolle gerechnet. Das Lamm-Fleisch wollen ihrer viel nicht loben, weil eszar zu viel Feuchtigkeiten in sich habe und des-wegen ungesund sey. Hingeaen andere ver-zehren es mit desto grösscrm Appetit, und be-finden sich weh! dabey, wenn es sonderlichgut zugerichtet wird, Massen es zum Siedenund Braten dienet, und auf mancherley Wei-se, gleich dem Kalbfleisch zubereitet, auch inPasteten geschlagen werden kan, wie denn vondessen Zurichtung alles das wiederholet wer?den darf, was unter dem Wort Kalbfleischangeführet worden.

Lamme»,wird von denen Schaaf-Mütterngesagt, wenn sie Junge oder Lämmer bekom-men, z. E> meine Schaase haben noch nichtalle gelammr.

Lamms-Bauch, ist eine gewisse Art einesErb-Zinses, so an etlichen Orren, besondersaber in Thüriiiüen, von dem eigenthümlichenBesitzer eines Ackers,Wiese zc. dem Lehn-undZins-Herrn jahblich gereichet wird, und beste-het in einem ausgeschlachteten Lamm, wei-ches dem Zins - Mann gemeiniglich mitzwölff Grcschen an Gelde zu losen, nachge-lassen ist-

^ampe, ist eirt von Zinn, Blech oder Thonverfertigtes Gefässe, darinnen vermittelst ei-nes in die Diüe oder Schnautze desselben ein-gelegten Tochts ein Licht brennet, weichesseineNahning von eingegossenem Baum oderRübsen-Oe!, wie auch von einer ander» fet-ten Materie hat. Es ist von dieser mit dem/.lonrtüucan gar wohl zu glauben, daß sietheils wegen ihrer Nothwendigkeit, theilswegen ihrer leichten einfältigen lnv -mion,Z>n!ö zu Anfang der Welt erdacht worden.Der äußerlichen Forni und Gestalt nach, sinddieselben vielfältig unterschieden, indem siebald rund, bald länglicht, bald ohne, baldmit einem Fuß, auf welchen letzten sie wie-derum theils beweglich, theils unbeweglich,bald sind sie hangend, bald stehend, bald«der zu beyden Fällen geschickt. Die Haupt-Stücke, daraus eine Lampe bestehet, sind zu-üorderst das Behältniß des Oeles zur Nah-rung des Lichtes, und so denn die Tacht-Röhre,derer letzten sich in den meisten nur eine, inunterschiedenen zwey bis drey, in den so ge-nannten Spanischen lZ-ion- ahn acht bisz??iff, auch wohl noch mehr sich befinden.Man erfordert aber von einer Lampesoigendeaulc Tiaenschaffeen, daß sie sich nemlich rei-z e halten lasse, und da« eingegossene Oel,wMr über noch auch davon heradlauffe, dienbbrennende Materie, so bey dem Puizen undStören herab sällt, keine Unreinigkeit ver-ursache, daß sie helle, stäte, langwierig bren-ne, darbey nicht starck dampffe oder rauche,uns wenig Oel verzehre. Wie nun keinertt!tz!Le Lampe, von denen inszcmein bekami-

kamprete ,;zz

ten Arten, alle diese gute Eigenschafften znsans-men besitzet, sondern bald dieser bald ein ande-rer Fehler sich bey ihrem Gebrauche zeiget; al-so ist von Zeit zu Zeit derer Kunst-begierigenGemüther rühmliche Bemühung dahin ange-wendet worden, denen angemerckten Män-geln abzuhelffen, worinnen sich zu unser«Zeit der ehemalige Königliche Polnische -vl°.cwU-Meisier Andreas-Gärtner, um dieseEa-che sonderlich verdient gemacht, wie davonein mchrers, die von dem Msrk-m. JohannGeorg Gotthelsf Hübschen, edine Nach-richt der Gärtnerischen langwierigen Lampebesaget.

Lamperts-Nüsse, siehe Hasel-Nuß.

Lamprete, ist ein Fisch, welcher einem Aalziemlich qieich kommt, ausser daß er einen gros-sem Kopff nach Proportion seines Leibes, altein Aal hat. Die Haut siehet braunfleckigtmit einer dunckelblauen Farbe, welche ihnmehr, dem äusserlichen Ansehen nach, ein«Schlange als einem Ar!l ähnlich machet, untenam Bauch ist sie weißlicht und über und überschlüpfferiq. Er hat ein weites rundlichteSMaul ohne Zahne, und an ieder Seite desKopffS sieben Löcher, wie Ohren, in einer ge-raden Linie hinter, uud in gleicher Weite voneinander, durch welche er Wasser ausspritzet.Sein ordentlicherAusenthalt ist zwar im Meer,und wird er insonderheit bey der Insel Hitlandin grosser Menae gefangen, eiugesaltzen und ge-räuchert, er tritt aber auch, gleich dem Lach-se, in die Strome aus, wie er denn in derOder, Hase!, SasI und Elbe, auch zuweilenin kleinern in diese Ströme fallenden Flüssengefangen wird. Er pfleget sich gemeimMin dem Wasser an die Steine anzusaugen,als wovon er den Lateinischen Nahmen Um-prerz,qW<i Ismbens peirzz, mag beki >MMNhaben, und wird von vielen vor die bey denRömern so hoch geschätzte Muräne gehalten.Man zählet ihn wegen seines trefflich wohl-schmeckenden Fleisches unter die Herren-Essen,ohngeachtet dasselbe nicht nur eine schlechteNahrung giebet, sondern auch dabey sehr un-verdaulich' ist. Die Zurichtung dieses Fi-sches geschiehet auf zweyerley Art: Denn ent-weder läst man ihn in gutem Wein, oderwenn man ihn recht gut haben will, in Mal-vasier ersaussen, schneidet ihn hernach in Stu-cken, damit die Farbe in den Wein komme,und saltzet ihn e-n wenig; setzet hierauf ei-nen Kessel mit Wasser und demjenigen Wein,darinnen die Lamprete geleaev, aufs Feuer,wirfft ein paar Lorbeer - Blätter, Ingwer-Pfeffer, Nelcken und Zucker darein, und Wset es sieden, leget hernach die Lamprcren auchdarein, welche man kurtz einkochen lassen mm-Oder: Man durchsticht die Ohren -Loch«der Lamprete mit einer Spick-Nadel,sängt das daraus rinnende Blut auf, begiel-set die Lamprete mit siedendem Saltz -Wafter,darein ein wenigEßiggegossen worden, und rei-bet sie aus das reinlichste ab, nimmt den weine»Faden, den er an stat des Rück-Grads hat, he^aus, und lässet sie in gurem starcken Wem?"