Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1353-1354
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Krasschassten Mied und Idsteiii, auch zu Dur-K lach I» grosser Menge bricht, auch in leidigen5^ Gegenden auf dem Felde findet, und welche^ theils schwartziich, theils grau, und zum theil^ vielfarbig sind, wird der schönste weisse Kalchnebraui-t, welcher sowohl zum Mauren, als'«k' Tünchen vortrefflich gut ist. Aller aus die-K' sen nur gedachtes Steinen zubereitete Kalchwird zum Unterscheid des Gipses auch Srein-ingleichen Streich - Ralch genennet, weil ernicht wie ftner ,n der Nasse bald erhärtet,dtz» sondern sich wie ein Mus streichen lasset.>!>»'! ow-F«'? imhalt auch denrktiH Kslch, der aus den Fluß - und See - Mu-schel» gebrannt wird, vor den besten- Gold5!wl' mann aber hat gezeiget, daß er sich zwarzum Mauren, aber nicht zum Tünche» schi-M,V'. cke, wcnn er in freyer Lufft bleiben muß, i»<deiner die Nasse nicht berttagen kan. Und5,.^ eben das ist auch vom Gruben - oder gegra-«L denen Kalch / den man bisweilen findet, zuniercken, wie euch vo» demjenigen Kalch,weicher aus einer wcissen Erde gebrannt,'K- wird, die man wie Leim - Erde in viereckig-' te« Glucken aussticht. Aus gutem gelosch-^ len Kalch und gute« Sand wird hierauf der-65 Mörtel durch Rühren, Stampft» und star-ke Herumarbeitung gemachet , damit sich' Cand uuv Kalch wohl mit einander verbin-"5? den. Je kleiner nun beydes, ie besser es ver-bliiiZen, und ie weniger Löcher oder Pori ander msammen und aufgetragenen Materiesich befinden, desto fester «nd dauerhMlgerW' bindet der Mörtel die Mauer. Die Altensparten datan keine Mühe. Daher sind ihreMauren so feste. Ja die Künstler, welchekl' - Niarmorirte Wände machen, thun itt der'k.' Thal nichts anders, als daß sie ihre MasseBi- auf das allersubtileste unermüdet ausarbei-te te», und ihr dadurch ein dichtes und festesWesen geben. Zum Brennen hat man ent-weder einen besondern Aalch - Öfen von be-iß- licbiger Hohe und Weite, ie hoher er aberZxü iß, ie besser wird er sich aushüzen. In die-sen setzet man die 5ialch-Steine fein dichte,M lvenii vorher die grossen in mittelmäßige Stü-«5 cken zerschlagen sind, weil sie sonst den Ofenleicht zersprenge», und der Brand verdirbst.Mil? Man schlichtet aber auch zugleich etlicheStangen mit binein, damit, wenn solcheabgebrannt sind, die Hii?e deuo besser durchdie davon gewordene Lufft - Löcher hinaufdringen, und die Steine völlig durchhitzenmöge. Das Feuer wird uutcn in dieSchlusst - Lö.cher gemacht, und damit fastacht Tage conuniüret, bis der Kalch tüchtigist, («eferne aber der Ofen gut, und die Stei-«e recht, so braucht nian zu einem guten aus-- gekochten und gebrannten Kaiche Stun.den: und muß man sonderlich daraus sehen,^ damn man das'HM spare; der Profit ist^ °ua> sonst nicht sonderlich bey der Kalch-Fttimerey); sodenn werden demselben zum»uskuhlen acht, zehen bis zwölff Tage Fristx-? gelassen, und wahrender Zeit, daß ihn nichtdie Lufft oder der einschlaaeude Regen von

Kalch rM

sich selbst loschen möge, mit Bretern bede-cket. Nachdem er nun genugsam abgeküh-ler, wird er in Stucken heraus genommen/und zum Gebrauch verwahret. Zu einemBrande von drey hundert Tonnen Kalchmuß man, ohne das Schmauch - Hvltz, etli-che zwantzig Ciafftern Scheite haben. Oderman brennt mancher Orte» in denen Zie-gel-Oefen den Kalch und die Ziegel mit ein-ander , da nehmlich die Bäncke und dasSchloß mir Kalch-Steinen ausgesetzet wer-den, oben darauf aber der Oft» vollends mitZiegel - Steinen angefüllet, und übrigens dieFeuerung, wie bey denen Ziegeln, tractiretwird. An einigen Orten macht man nur ei-ne ablange Grube, schlichtet darinnen dieSteine, damit sie nicht zusammen fallen undungleich brennen, dichte, ledoch dergestalt aufeinander, daß unten das behörige Feuer-Lochledig bleibe. Sodenn wird die Grube mitLeimen zugeworffen, und das Feuer daruntergeschürt, weiches man sieben oder acht Ta-ge lang in steter Flamme unterhckit, bis dieSteine so aus - als inwendig glühen, und keinRauch noch Dampff mehr gespüret wird.Den abgekühlten Kalch, wie ihn der Kalch-Brenner aus dem Ofen oder der Brand-Grube führet, heisser man lebendigen oderungelöschten Aalch, welcher aber nach demBrennen mit Wasser abgelöschet, und gleich-sam zu einem Brey gemacher wird, heißtgelöschter Aalch, Das Löschen des Kal-ches geschiehet also: Die Steine werde» il«einem eigenen nnt Bretern zusammen geschla-genen Kasten, mit darauf gegossenem Wasser,weiches davon siedend wird, durch ftarcke undfleißige Leute mit eisernen Krücken unter ein-ander gestossen und zerrühret, damit dasWasser allenthalben durchdringe, und mitdem Kalch wohl vermenget werde, vernachziehet man das Vorsatz - Bret des Kastens,und läßt den flüßigen gelöschten Kaich in diedabey befindliche grosse Grube, welche, wenndes Kalches genug gelöschet, nur allein initBretern, oder nut Sande, oder aber mitBre-tern, darauf ei» paar Zoll hoch Sand geschla-gen, wohl überdecket, und also bis zu seinembaldigen Verbrauch (denn durch allzu lan-ges liegen verlieret er seine Kraffre) verwah-ret wird. Eine bessere Art den Kalch zu lö-schen, und acht bis neun Jahr und längerdauerhafft zu erhalten, ist, wenn man deneben ietzt aus dem Ofen kommenden Kalchauf einem saubern ebenen von ßarcker, schwe-rer Leim oder Letten - Erden natürlich dich-ten , oder erst also mit Fleiß auf Tennen-Art zugerichteten und wohl geschlagenenPlak, drey Schuh hoch, jedoch in selbst be-liebiger Länge und Breite sein gleich in undaus einander schichtet, denselben oben »ndan de» Seite» herum mit gutem Feld - oderWasser-Sand zwey bis drey Schuh dick be-schlägt und beschüttet, folglich so viel Was-ser und so lange darüber giesset , bis derSand und der darunter liegende Kalch ge-nug durchüetzet. Wo der Sand in wahren-Uu z dem