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[1] (1764)
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1009-1010
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Güstern Gyps

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daran gemacht oder grob über einander genehetseyn,wie bisweilen die Stall-Knechte, wenn siedieselben/ weil sie zu lang sind, küryer machenwollen, zu thun pflegen, wodurch aber daßWftrd leicht aedruckt und verwundet wird.Die Gegen-Gurre am Sattel sollen gut undvon Ungarischem Leder seyn, deren iu bey-den Seiten zwey samt einem guten breitenMittel-Gurt seyn müssen. Gurt, heißtauch der Gürtel, den arbeitsame Leute vonLeder umgürten, und solchen sonderlich, wennsie schwer keben, oder das Getraide hauen,sehr nöthig haben.

Güstern, werden an einigen Orten eineArt kleiner Weißfische einer Spannen lang,die ei» wenig fleischiger sind als die FUnken, so auch eine Art dieser Fische ist, ge-nennet.

Gut, heißt überhaupt dasjenige, was zu un-serm und anderer ihrem vollkomenern Zustandin Zeit und Ewigkeitdienet, wenn es moralischbetrachtet wird. An sich aber ist eine Sachegut,weun sieda ist und ihre wesentliche Voll'Ikomnienheitenhat, oder wenn sie zu gewissenWirkungen und Zwecken geschickt und einge-richtet ist. Ausser dem höchsten Gute sind alleandere Güter nur Vergleichungs-weise gut,und daher ist immer eines besser als das ande-re. In der Wirtschaft ins besondere ist einGut oder Güter ein körperlich oder uneörper-lich Ding, welches ein Mittel der Erhaltungdes Lebens unseres Leibes ist, und folglich denzureichenden Grund in sich hat, entweder alleNothdurfft und Begvemlichkeit, auch Reich-thum oder doch einen Theil davon zu erlanaen,zu verwahren und anzuwenden. Diese Güterbringt man in derWirtschaffl auf 4 Classen,nemlich sie sind entweder Geld, (siehe diesesWort) oderGeldes-Werth,Credit,(sucheGlaukiger), oder Dienste, die man bekommt, oderandern thut und thun kan. Darinne bestehenalle Mittel unsers Lebens. Man nimmt aberauch das Wort Gut oder Güter vor eine Sa-che, die einen Theil und vielerlei, solcher Mit-tel in sich bat, oder solche zu erlanaen dienlichist, wen» man von eines Mannes Gütern, Haa-beund Vermögen redet, welches lektere abernoch etwas mehr bedeutet. Siehe den Art.Hcab und Gut. Und daher nennet man einLand Gut gleichsam im ausnehmenden Sinn,ein Gut. Ingleichen Kaufmanns Waare einGut. Ja eine Sache, die geschickt, um wasbessers daraus zu erlangen, heißt auch, das Gut,,. E. die Wmfte bey dem Bierbiauen heißtan manchen Orten: das Gut. Solcher ge-stalt muß man sonderlich in der Land-Wirr-schafft betrachten ein

Gut, siehe Land. Gut.

Sure Nase, ist ein Weydmännischsr Ter-minus,welcher von einem Hund, der eineFähr-te lald findet und richtig verfolgt, gel-raucht

Ü"'. spricht: Der Hund hat eine

gute vlaje.

Guter Heinrich oder stolyer Heinrich,siehe Heinrich.

Gyps, Gips, ist ein- Art von weiss-mKalch,welcher aus dem GypS-Stein, wiewohl bey

mcht so starckem Feuer, als der ordentliche und

gemeine Kalch gebremst wird. Dieser Gyps-Stem wird an vielen Orten in Teurschlanv voi,verschiedener Art und ^üstkeii gebrochen. BeyWinsheim in Francken, und bey ^ena jenseitder Saale, zeiget er sich häufig, allein weissecgläützendcr Stein, so gleichsam aus lauterSplittern zusammen gefestet ist. und dem Ami-anth oder Federweiß ahnlich ^ ni»t. Das ge-meine Bolck rfleget ch'i Katzen-Stein zu nen-nen. In Thuringen ohnweit Nordhaustn, wieauch um Hiidesheim in Nieder-Sachsen, find-tman ihn fast wie zuvor gestaltet, n»o r !ev soweich, daß er sich mit Fingern zerreiben »ndpulverisiren lastet, und also einer Erde mehra!s einem Stein gleichet, wiewohl an lekraz-dachten Orten auch andere Aüe?- von ziemli»cher Harte anzutreffen sind. In einigen Ge-genden bricht er in Gmalen anderswo in Bro-cken. Die Fache ist mebrcncheils weiß odergrau, zuweilen avch schwory aesprengt, fälletauch öffters aus dem weissen ins roihemid grü-ne; durch daS Brennen aber werden alle dieseFarben in weiß verwandelt. Sonst wird auchnicht unbillig der weiche Alabaster-Stein, wel-chen man bey Winsheim, Nordhausen, Hildes-heim unv mehr anderer Orten findet, hierzu ge-rechnet, weil er eben diese Dienste khnt, als dergemeine Gyps. Das so genannte Frauen Eiß,so man in Francken, Sachsen, sonderlich aberzu Franckenhausen in Thüringen bricht, sott denallerbesten Gyos geben. Alle diese Materiennun, müssen zuGnpse gebrennet werden, icdoch,wie Eingangs gedacht, bey nicht so snrrckemFeuer, als der Kalch: Dem- die Erfahrunglehret, daß eine allzu grosse > ut den Gyps-Stein dergestalt auszehrer, dap er nachmahls,wenn er mit Wasser angemachet wird, sichnicht mehr recht verbindet, und keine Consi-steni; gewinnet So man ihn demnach in gan-zen Stücken brennen will, wird er amfüglich-sten in einen Back Ofen gethan, in eben einesolche Hike, als man zum Backendes Rocken-Brots vonnöthen hat, und dieses öffrer, als ein-mal,!, bis ncmlich die Stücke, wenn man siezerschlagt, durch und durch einfarbig, weiß undgleich ausgebrannt erscheinen- Andere lassenihn in einem Töpffer-Ofen brennen, aber nicht> frey, sondern in einem zum Theil verdeckten ir-denen Geschirr- Noch andere brennen ihn ineiner Pfanne oder Blech über einem Kohl-I Feuer, und wenden die Stücke, welche hkr in^geringerer Grösse genommen werben müssen,j fieißia um, bis sie die erstgedachte Probe zeigen.Sonst pfleat man ihn auch, zumahl den Alaba-ster, vordem Brennen zu pulverisiren, und die-ses Mehl sodeiin in einer Pfanne über dasFeuer zu seften, da es denn, so bald es recht er-hi?et worden, wie ein siedendeSWasser.dämpfftund gleichsam Blasen wirfft, auch sich fast s»leicht, als einWassetumrühren lässet, nnd hier-mit muß man solange anhalten, bis der Gypsvon seibsten anf der Glut wieder schwer wird,und zu sieden aushöret. Je heisser man ihnvon dem Feuer wez mit Wasser anrühret, odere.nmachet, ie fester hält er zusammen, wenn erwieder gestände» ist. Er muß aber allezeit mitI i 5 dem