88? Gebiß Gebrannt Wasser
tet. und nicht zu dick oder :u dun», nicht'zuweit oder zu eng, nickt zu hoch oder z» iwarfsexn soll, damit das Bftrd weder auf den Ka-dett oder auf der Anngen gerissen, noch imMaule damit irre aemacdet werde. Die ver-schiedene Arten derselben suche unter dem WortMundstück,
Gebiß, wird nach der ^iager -Sprache, desWolffs Maul/ «die Zahne aber Fange ge-nennet.
Gebläse, siehe Blasebalg.
Geblockt, siehe Blockt.
Gebrannter Tein, pfleget derjenige ge-nennet zu werden, den man zu allerley grol-len Palleten gebrauchet, und solaender Ge-stalt zubereitet wird: Man nimmt darzu Mit-tel - Mehl, so viel man vermeint genug daranzu haben, schüttet dieses aus ein rein Bretoder Back-Tisch, breitet es aus einander,daß in der Mitte eine Grube werde, und sal-zet es gehen». Hieraus gießet man siedendWasser darein, machet damit den Teig alsoan, daß er mir nicht allzu weich werde, undarbeitet solchen sein glatt ab, denn ie mehr ergearbeitet wird, ie -aber wird er, und lässetsich endlich nach Gefallen traetiren, undwohl gebrauchen, allerley darein zu schla-gen.
Gebrannt Wasser, wird das von Krau-ter». und Blumen destillirte oder.abgezogeneWasser genenner, davon etwas unter demWort Destilliren zu finden Wie nun ge-meiniglich alle feuchte, kaitende Krauter ins-gemein übermäßiges ^Kiexms an sich haben,oder sonst nach dem Brand schmeckend sind,zumahlen wenn sie im Keller einige Zeit ge-legen, »der «u nasser Zeit aesammlet, oderdamit sie frisch bleiben sollen, offt mit Wasserbesprenaet worden, also ist nöthig, daß sienach dein Brand rectifieiret werden, das fol-gender Gestalt geschiehet: Man füllet damitein Glas etwa bis auf die Helste »oll, ver-stopftet und verbindet dieses sodenn sehr wohl,setzet das Glas um den dritten Theil in ei-nen Sand, und stellet es 40 und mehr Tagein die Sonne, nachdem seihet man es ab inein ander reines Glas, da es denn dergestaltrectifieiret desto länger sich halt und Mlbleibet. Es müssen aber alle gebrannteWasser Winter und Sommer an einemtemperirren <Vrt aufbehalten werden,der vveder zu kitzig, noch zu kalt oder zufeuchr sev; doch lassen sie sich nicht vieleJahre halten, iwelches durch ihren Geruchabzunehmen, daher wenn sie nicht mehr kräff-tia, mögen sie von neuem auf >br Kraut oderBlume gegossen und darüber abgezvaen werden. Mit gebrannten und abaczoaenen Was-sern wird heut zu Tage viel Verkehr getrie-ben. Sonderlich haben uns die Franfissenh-ermne lange in die Schule gesöhret Manbat eine unzählige Menge von allerhandwohlschmeckenden gebrannten Wassern so wohlerfunden, als auch mit neuen Nahmen be-leget, und daraus entstehet m denen Städten
Gebräude Gedärme «vr>
, sonderlich ein grosses Gewerbe. Die gaziyeSache kommt darauf an, daß ein Hauswirteinigen Grund in der Destillir-Kunst habe,und von lebhaffter Erfindung seq. allerhandVeränderungen au Farben, Geschmack, Krafftund Gcruct) durch mancherlei) Zusammeme-syuugen zu machen. hernach aber e-n-n Fran-zösischen oder Italiänischen Nahmen zu er-finden, oder es Englisch, Italiänisch odersonst zu nennen. Den Grund dieses aanz->nGeschafftes hat der Herr i.icenr. ^ofmanrlim l i Buch seiner Kiuaheil Haus'zu halte-,Cap. ir. der - Abhandlung kurv und dc,ü! chvor einen Hauswirt gezeiaet. Nur wär^ zuwünschen, daß der sonst gute Gebrauch undGenuß dieser gebrannten Wasser bey unsDeutschen nicht in so grossen Mißbrauch Va-sallen möchte, als wodurch die Gesundheitder Menschen gar ungemein geschwacher wird.Daher dieses Geschcksste freylich von Seitender Polieev eine gewisse Aufsicht und Ord-nung erfordert, wo man nicht mit der 5citwünschen soll, baß diese Geträncke nie ben unsbekannt worden wären.
Gcbraude D-er, ist eine gewisse Anzahlan Fassen, Vierteln oder Eimern, so vielnemlich ans einmahl gebrauet werden. DieGebrände sind nicht aller Orten gleich, son-dern sehr unterschieden, also daß s^st eineiealiche Stadt, oder eine jede Dvlff-- Brau-siats ihre» besondern Schutt und G«5 bat.Hier zu Leipzig hält ein ganzes Ge-ir/udesechzehen Faß oder zwey und dreyßig Viertel,und ein halbes Gebraude acht Faß oder sech-zehcn Viertel Bier. Wo die Tra,ick-Steuerund Accise eingeführet ist, da wird zur Ver-hütung der llnterschleise und zur Erleichte-rung der Bestim'.ming der Abgaben erfordert,daß ein gleiches Maaß im Lande vorgeschrie-ben , und die Gebrckude nach solchen egal be-stimmet werden. Das ist eine besondere Kam-mer- Maxime.
Gebrochenes Dach, siehe Dach.
Gebürre, suche Lündel.
Gcdampffrcs Essen, werden alle diejeni-gen Speisen aenennet, welche man nicht nachder gewöhnlichen Art in offen stehenden Topf-te» und m>t vieler daran gegossenen Brü-he abkochet, sondern die man in wohl zu-gedeckten Casserol'n oder Tiegeln mit sehrweniger Brühe, und in ihrer eigenen aus-schwitzenden Krasst, die nach der gewöhnli-chen Art meist mit dem Dampss fortgebet i»sich selbst lanalam durchkochen läjiet, wie beyeinem und dem andern gehörigen Orts anae-wiese» worden. Dergleichen Zurichtungwird von einigen auch Gestovt genm-net. ^
Gedärme, sind die in den Leiber!! dererThiere hin und wieder gekrümmete hautigeRöhren, so von dem Nek und «ndeni Thei-len in ihrem gehörigen Lager gehalten wer-den, und dienen, daß sie den Nakrunas Safftaus dem Magen ausnehme», und weiter be-fördern, wie auch dasjenige, was hierzu un-tauglich ist, zum Leide l>m»us rühren. E»