Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
389-390
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Z89 Bordir- Bret Borragen

üs' Hintern auSaelassene Wind/ welcher in den Ge--! i> darmen des Leibes vorher» umgaimen und insgemein von Speisen, welche ubermästigeBle^ hungen mit sich führen, causiret worden,chi» Boonen, stehe Sohne»,üh- Borcke, siebe?ilnde.

ich' Borck-Vvurm, suche Vvurm der Bäume.

Bordir-Brer, heisset dasjenige nach man-! 1- cherle» Att u-b Fiaur ausgeschmtkeiie Vret,z>, so man sonderlich in einem Gemach als eineZierat über dielThuren zu machen und die' Zortinen daran zu hangen gewohnt ist. Eswird solche von eben dem Zeug. daraus dieDerhänae aem.icht durch den Tapezier üben»' «en «nd am Rand der Ausschiveiffun», wie auch. ^ sonst hier und da mit seidene»/ silbernen undqvldenen Tressen bebrckmet und beseset odet?mit?ei«ren einaesasset, so gantz vergoldet,"ap. Bordiren, beiit im harten Bau.eine Allee^ C oder Ging / von dem übriaen Garten Pla«,Parterrcii. Blumen - und andern Beeten.- 'ä. mit einer Einfassung von Buxbaum, Salbe:,W- Lavendel, Tdvmian, Erdbeeren und andern«d dergleichen Gewächse absondern,li r«! t Borg oder Borck-Sckwein, wird ein ver-Mr schmttener Eber, Hauer oder Hacksch ge-kiUi nennet.

- Borgel Rraut, siehe Buryel Rraur.-'»im Borgen wird diejenige Handlung genen«i w! net, ds eine Person von der andern auf eine«i! Zeit Geld oder eine andere Sache zu seinem!?iiZ Gebrauch entweder u usonst, oder gegen Erle--i»' g»na eines gewissen Zinses übernimmt. Einordcnt icher H ms Vater sucht so viel, als ihmmög!>ch alies dasjenige annischaffen, was erZu seinem täglichen Gebrauch oder den dieserund lener Verrichrun, jedesmahl von nsthen,^ ?. damit er seinem Nachbar oder Freunde durch^ : elfteres Boraen nicht beschwerlich fallen möge.Unb so er dessen ja nicht Umgang nehmen kan,soll er das erborgte in gutem Stande und eben... also wieder zurück geben, wie er es empfangen."Auch niemahls etwas am Gelde borgen, er wisse" " denn sehr wahrscheinlich, wovon er es wieder» > bezahlen könne.

'' Born, siehe Brunn.

Born-Rresss, sucke Brunn-Rresse.

Born-Wury, siehe Cardobenedleten.

Borragen, Borretsch oder Burretsch, istein gesundes Küchen-Kraut, wovon so wohl^ dieBlumen. als auch die Blatter (wenn diesenemlich noch jung und zart sind) zum KräuterM Salat gebraucht werden. Er hak eine weisse. ziemlich lange und Fingers dicke, klebrichtel.!l^ und susse Wurstel, breite, länalichte, rauhe,am Rand herum stachlichte und runklichteK ^ Blätter, und treibet einen runden, fetten hoh-»A. ien, und mit vielen kleinen Stachelu besesttenzN' M Ellen hohen Stengel, welcher oben hinaus-Z t» «> viele Zweige zertheilet ist. Seine Blumen,k"- Md überaus annehmlich,inGestait derSterne,Ä' Himmelblau. auch manchmahl Burpur Färboder weiß, und bestehen au-' einem einigenAl Bist, welches aber in fünss Theile ausae^ schnitten ist, dergestalt, das? es allerdings^ das Ansehen hat, als ob iede Blume auslunff besondern Blattern bestünde. Nach

Borrax zsc>

einer geglichen Blume kommen vier gestreiffteSaanien - Körner, weiche denen Natter-Kövffen gleich sehen, und wenn sie j" ih«rer Zeitigung gelangen, schwarß werden.Dieses Kraut, besonders abe di/Blumen,haben eine sonderbare Krafft d-s nery zustäreken, und die Lebens - Geister;u erqui-cken , und werden dahero nicht nur obge--dachter Massen zur Speise gebrauch? . son-dern man pflegt sie auch in den W in zulegen und davon zu truicken. Es eriordertaber dieses Kraut ausser einer guten undwohlgeduugtei! Erde, darein es im Früh--ing gesaet wird, keines weiter» Säens nochBflaiMiis, denn wenn es einmahl in einenGarten kommt, so vermehrt es sich selberanugsam, weil der Saame leichtlich aus-fällt, ehe man sieh solches verstehet. Wenndie Wanken zu dicke stehen, so werden sieüberzogen und zum Theil ausgenussr, Siefanaen ge-en den Brach Monat an zu blü-h n, und contmuiren d-mit den ganizenSommer durch. 7m den Avctbeeken wirdvielerlei) daraus bereitet; Vor das Haasaber eine ('»nli-rve zu machen, nimmt manein gleich weites hohes Glas, bestreuet den-^oden mit Zucker, leget eine Lage Blu-men etwa» Fnigers dick, dann wieder Zu-cker, und darauf Blumen, und wechselt alsoab, bis das Glas voll wird, so hak maneine treffliche Hertz - Stockung, dergleichenauch der Bvrragen - oder Burretsch - Sy-rup giebt, den man also verfertigen kan:Wenn aus dem frischen und annoch zartenKraut der Safft ausaedrucket worden, sslässet man denselben stehen, bis sich allesGrobe zu Bodeu setzet, nimmt sodenu dengeläuterten Safft oben ab, und destilliretdenselben in K.ünso iVlariX so lange, bis daßvon zwölff Pfund Saffts, drey Pfuud indem Helm zurück bleiben. Diese drey Psunl>giesset man folgends über frisch geflossene Vor-ragen - Blümiein, und lässet es vier undzwantzig Standen an einem warmen Ortestehen; Solches thut man sofort zum drit-ten mahle; drücket hernach den S'fft wohldurch ein Tuch, läßt ihn stehen, bis er klarwird; mit diesem klaren Gafft vermischetman ferner drey Pfund gestossenen Zucker,und läßt solches zusammen in einem wohlvermachten Glase eine Weile an der Son-nen , oder an einem warmen Orte stehen,bis der Zucker wohl zeraangen ist, so hatman einen sehr guten Syniv, davon dieDosis in einem o!>er zwey Löffel voll beste-het. Das^ aus dem Safft durch das De-stilliren kerübergezoaene Wasser km man nunTheil besonders zum Gebrauch aufheben, theilsaber mit dem Syrup zu einem ^ulep ver-mischen, und in der Haus-Apothecke ver-wahren.

Borrax, Borax Bera Griin, ist einehelle durchsichtige Materie wie Eiß und Alaunanzusehen, wird in Venedig am besten ge-läutert wiewohl vieles hierbey auf Vorur-lheil und Unwissenheit ankommt. De' besteist grob, weiß, schön, helle und durchsichti«.

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