Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
211-212
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Bär

Bären Rären-Fanz -iz

inig, unverdaulich, giebt dahero böse Nah-runa, und wird inehr zur Armiey, indem »i -iidas Feiste daraus kochet, als ii> der Küche ver-brauchet! der ?.opf "üd die 5<atzen aber wer-den als eine sonderbsre Delicatesse vor dieHerrschaft so>aender Gestalt zugerichtet: Mannimmt einen Dären-Aopf, nachdenl derselbewie ein Schweins Kopf abgeschnitten worden,und brenn't diesen eben als wie jenen M!t heissen Eisen. Wenn diesem nun genug geschehen,s> schneidet man ihm vorn am Man! das Mischlss, und zugleich inwendig die Nase entzwey,damit solche kan überbrochen werden. Hierauswaschet man ibn sauber ab, setzt ihn mit Wass r,Wein und Essig zum Feuer, wirst daran vielSalfl nebst allerlei? Kräutern, als Thymian,Salbe», Lorbeer-Blattern. Rosmarin, u.«. m. darik« er so linae kochen muß, bis erweich wird, Ist er nun gahr, so hebt man ihnvom Feuer, lässer ihn also in derSul!?e erkal-ten, bev dem Anrichten wild eraus dem Topsheraus aenomme», überall wohl beschnitten,und auss beste ausgezieret auf die Tafel qetra-gen, und kan ihm eine Citrone oder schönerBvrsdorfer - Apfel ins Maul geaebe» werden.Die Bären-Tayen müssen zuforderst saubervorbereitet werden, welches also geschiehet!Nachdem sie unten um den Knorren abgehauenworden, wäschst M"N sie sauber aus, und setztselbige mit Wasser ans Feuer, da sie so lange,bis sie Haut und Haare fahren lassen, kochenmüssen. Hierauf ziehet man ihnen die Haaresamt den yäatgen sein sauber herunter, undnimmt sich wohl m Acht, daß nicht »iel vomFleisch mit wegzeriss.'ii werde. Hat man sienun auf da- reweste abgeputzet, so werden sieso lanae in kaltes Wasser aeleaek, bis sieendlichga»« weiß werden, da sie sich denn aus verschie-dene Art, wie es nur beliebig. zurichten lassen,davon wir nur eme Art, nennich ni!t einerSenf -Driihe,hier anführen wollen. Nach-dem dieselben zuforderst, wie anfangs erweh-net, gank weich abgekochet worden, so seketman Butter ans Feuer, und wenn solche braunist,giesset man ein H ildes Nösse! guten Senf,Wein und Brüh, so viel hinzu, als man meynet gnug !U haben, darzu thut man auch Zu-cker, Citronen, Püffer und Ingwer, und läs-set alles durch einander kochen: Hieraus leatman die Bären-Tatzen hinein und lässet siegany mürbe dariirien sieden, wozu einige einpaar gantze Zwiebel» weifen . solche aber beydem Anrichten wieder davon nehme». Beydiesem letzten legt man die Tasten ordentlich indie Schüssel, giess-t die Brnh darüber, unsg-nmiret sie mit Gebackeus. Die Haut, so imW nter am besten, wird giht gemacher, und zuMüssen vor Mannes - und Frauens-Bersonen,zu Decken der Reit - Pferde, auch zu denenFuß-Böden der Kuischen wegen der Wärme,und über die Kosten, solche vor d-r Näsie zuverwahren, gebrauchet. Die Weydniänni-schs Redens-Arten vom Bären 'u,d: Der BarhniMinet; g>h t von oder zu Loch oder Lug(dieß ist seine Hole oder Wohnung, da er sichüber Wmter einlegt); frißt; geht; erhebtund erniedrigt sich; springt; stugt; laut;

schlägt; trifft; erdrückt; siehet nicht wohl;hat eine Haut; -chwere Brauten oder Tatzennnd Krallen; wiid geja.it (mit Hunden);aesangen (im Bären-Fang); ersäwssen; auf-aeschärft und zerwirckt, Das Bärennennet man Feist; ein Mänmchen machenwird von ihm gesagt, wenn er sich in die Höherichtet. Von den Bären wird das Auge, Mund die Galle in der Arenen gebraucht.

DäidiUe, s. Bcir-Vvuly.

ZAarci!, wird von der Bärin gesagt, m,dheisiet, hitzig und brüi^stig werden, welchesMviich nach Lichtmeß geschiehet

ZZarendeissev, Boli. oder ZZullenbeisser,sind eine bekannte Art Hunde, weiche kurxegelblichte Haare, einen dicken kurzen Ko?f,breite und schwarxe Schnantze und weiten Ra-chen haben, i-i^l den Augen sehr »»freund-lich und launisch aussehen, auch nicht so brchvou Schenckeln, als starck vom Leibe find.Sie pflegen gleich in der Zugend an SchwaHund Ohren ve?stui?ct, und auf wilde Schwei-ne, Wolfe, Luchsen und Bären, ingleichenzur Ochsen-Hatz abgerichtet zu werden, vonwelchen leluern beyden Thieren sie auchohne Zweifel ihren Nahmen bekommen ha-ben mögen. M -n pffeget hierzu gemeiniglichdie so genannte Englische Docken zu gebrau-che».

Bären-Fang, ist eine künstlich zugerichteteFalle wormnen die Bären sich selbsten fangen.Wo Wäider und grosse Wildmssen vorhandenseyn, darinnen sich Baien aufhalten, da müs-sen derselben Gänge und Wechsel mit Fleiß be-sehen werden; findet man uun einen einsamenund wüste» Ort, wo solche Wege oder WiMStege, »geh Laiides - Art und Gelegenheit zu-sammen kommen so wird in solcher Gegend eiltPlatz,wo !<in Wasser zu vermuthen, ausgesucht,und daselbst eine riefe Grube, neben bis achtEllen ins Gevierte, und acht Ellen tief einge-graben, und dieselbe eine halbe Elle dick mitbeschlagenem Holste nach der Höhe gantz glattausgeschalet, so wieSpundPsäle feste in ein-ander geiuaer werden, und inwendig glatt be-hobelt, das? der Bär mit denen Klauen nichthaften kan, unten wird der Boden ebenfallsfeste verspundet, daß kein Thier sich durchgra-ben könne. Oben kommen vier glatte, starcksund runde Balcken, auf den Seiten darüber,welche etwas über den Fang gehen, und wirddieser Fang mit Schaal-Holk, Reiß und Ltd:bedeckt, und ale-ch dem andern Erdreich MitLaub oder Streulina verwildert, daß die Bärenoder o, s andere Wild ihre gewöhnliche Wandelund Wechsel okkigehindertpassren können.Da-Mit aber die wilecn Thiere solchen Wechsel fe^ner halten möaen,und nicht bey weg gehen wirdein Crem - Zaun «!>?ermer«kr von Windbru-chen verhauen, und mit Reiß-Gtanaen verlegt/daß daselbst nichr wohl durch zu kommen, Psparet es die Mühe, durchzukriechen oder übetzu setzen,und bwbet auf seinen gewvhnimMGangen. olche Zaune aber müssen rechtwild > nd wüstc vcrschen scheinen, als wenn nevon Natur so wären sonst merctcn die wildenThiere der Menschen Nachstellungen. Wenn

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