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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
Entstehung
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Dieser Federkrieg hatte den Erfolg, daß der Gasthofsbesitzer dieAufschrift entfernen und durch die deutschen Worte »Gasthof zumVater Arndt« ersetzen ließ.

Das freundliche Entgegenkommen der Wirte und Köche istin hohem Maße erfreulich; es würde aber falsch sein, wollte mansich davon allein einen wirklichen Erfolg versprechen. Der Wirttut das, was seine Gäste von ihm wünschen. Sieht er, daßdie deutsche Speisekarte bei diesen Anklang findet, so wird ergernbereit sein, sie einzuführen; im umgekehrten Falle wird er sichhüten, bei seinen Gästen Anstoß zu erregen. Daher ist es unsereAufgabe, in allen Kreisen für die Verdeutschung der Speisekartenach Kräften zu wirken. Man glaube nicht, daß dies eine ge-ringfügige Sache sei, daß nicht viel darauf ankomme. Wenn derDeutsche Sprachverein darnach strebt, die Bewegung für dieReinigung unserer Mutlersprache in die weiteren Kreise des Volkeseindringen zu lassen, so kann er kaum ein besseres Mittel fürdiesen Zweck finden. Die Speisekarte kommt in tausend und aber-tausend Hände, und, was besonders wichtig ist, sie wird nichtnur einmal gelesen, wie etwa eine Schrift, die diesen Gegenstandbehandelt, sondern immer nnd immer wieder wird sie zur Handgenommen. Und so richtet sie immer von neuem die stummeMahnung an die Leser, dem Götzen der Ausländerei zu eutsagenund unsere reiche, herrliche Muttersprache wieder in ihr Rechteinzusetzen. Sie gibt auch häufig Veranlassung zu einemMeinungsaustausch über die Berechtigung der Sprachreiniguug.Solche Auseinandersetzungen sind für unsere Sache von großerWichtigkeit; man muß jede Gelegenheit benutzen, sie herbeizuführen.Denn wer nur einmal über diese Frage ernstlich nachdenkt, wird,wenn er nicht in vorgefaßten Meinungen befangen ist, sicher fürdas gute Recht der Muttersprache gewonnen werden.