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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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Ausdrücke zu übersetzen. -Die Namen der Speisen (der höherenKochkunst) sind französisch und fast(!) unübersetzbar« sosagt der oben erwähnte Gegner. Er fügt ein »fast« zu dem un-übersetzbar hinzu, halb widerwillig wie es scheint, aber not-gedrungen. Denn unmittelbar vorher schreibt er über das vonihm zärtlich geliebte halb französische Menü- »Bei patriotischenFesten braucht es nicht auf dem Tisch zu liegen ... Sind wirzu einem vaterländischen Feste vereinigt, sitzen deutsche Männeroder Fürsten bei festlichem Mahle, durch das die Hauptabschnittedes menschlichen Lebens erst die rechte Weihe erhalten (?), dannweg mit dem Kauderwelsch! Dann muß der Speisezettelder Umgebung und der Veranlassung augepaßt sein sowohl inder Sprache als auch in der Ausstattung. Hier wäre ein fran-zösisches Menü ebenso wenig stilgerecht und ebenso wenig amPlatze, als im gewöhnlichen Hotelleben ein .Speisezettel^ odereine , Tischkarte'.«

Also bei festlichen Mahlen, wo gerade an die Kochkunst diehöchsten Anforderungen gestellt werden, da läßt sich dasKauder-welsch" der Küche verdeutschen, aber imHotelleben" geht esnicht? Ja warum denn nicht? Wenn auf Fürstentafeln deutscheSpeisezettel" gebraucht werden, dann muß es doch wohl mög-lich sein, daß auch auf der »Lsbis cl'böw« eines deutschen »Hotels«eine deutsche Tafelkarte ausgelegt wird. Sicherlich kann man abernicht behaupten, daß die Verdeutschung unmöglich sei.

Die Möglichkeit wird bewiesen durch die Wirklichkeit. In demKaiserlichen Hofhalte ist die deutsche Speisekarte seit mehrals zwanzig Jahren eingeführt. Im Jahre 1888 verfügte KaiserWilhelm II., daß die Benennungen der Speisen auf den Küchen-zetteln, soweit es ausführbar sei, deutsch sein oder mit deut-schen Buchstaben geschrieben werden sollten. In Be-stätigung dieser hocherfreulichen Kunde veröffentlichten bald dar-auf die Zeitungen die Tischkarte, welche die zu der kaiserlichenTafel befohlenen Osfiziere am 10. September zu ihrem freudigenErstaunen auf ihren Plätzen fanden. Die mit dem Reichsadlergeschmückte goldberänderte Karte enthielt nur deutsche Speisenamen.Sie lautete: