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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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finden? Erasmus empfahl statt seiner Borsalus; solcher Empfehlung,ja geradezu Einführung, hätte es bei dem Bischof von Utrecht abergar nicht bedurft. Geldenhauer kannte Borsalus recht gut, er nenntihn in ep. 281 als vertrauten Freund, und Erasmus hätte in App. 219sich gut auf Geldenhauer berufen können. Zudem zeigt App. 219 einegewisse förmliche Zurückhaltung, die dem Bischof von Utrecht gegen-über nicht angebracht gewesen wäre; der Brief erwähnt keins von denneueren Werken des Erasmus, für die der Bischof doch die grössteTeilnahme hatte. Kurz: er ist überhaupt nicht an den Bischof Philippgerichtet, sondern an einen der Wissenschaft fern stehenden Adligen.Denn nirgends redet Erasmus einen hohen Geistlichen, auch wenn er fürst-lichen Geblütes war, lediglich mitornatissime princeps" an; der Bischofvon Utrecht und der von Lüttich ist ihm stets derreverendissimuspraesul" oder ähnlich, dem er vielleicht dasprinceps illustrissimus"hinzusetzt. Wer sonst der Empfänger sein konnte, lässt sich kaumvermuten. Der Neffe des Abtes Anton von Berghes, gleichen Namens,hielt sich zur Zeit Studien halber in Löwen auf (ep. 353, App. 208,App. 309). Vielleicht hatte der Vater, der Fürst von Berghes, Eras-mus für den Unterricht gewinnen wollen. Aber Erasmus erwähnt auchhiervon nichts. Die Aufschrift: Philipp von Burgund, Bischof vonUtrecht, findet sieb übrigens ursprünglich bei dem Briefe nicht; sie ist,wie so vieles Falsche, nach 2 Jahrhunderten dem Manuscript hinzuge-setzt und zwar nicht allein bei App. 219, sondern auch bei dem schonerwähnten folgenden Briefe, App. 220, vom 13. December l ). Obwohlnun aber das Hindernis, die falsche Adressierung von App. 219, be-seitigt ist, muss auch in App. 220 die Aufschrift: Bischof von Utrecht,angefochten werden. Der Brief passt ebenso wenig wie jener in denBriefwechsel mit dem Bischof. Erasmus führt sich bei dem Empfängervon App. 220 durch die Zusendung der Paraphrase zum Bömerbriefein. Nach Utrecht sandte er diese erst am 10. Januar (ep. 292), undzwar nicht an den Bischof selbst, sondern nur an Geldenhauer, den erbat, von dem Buche dem Bischof Kenntnis zu geben; er kann es alsonicht schon am 13. December dem Bischof selbst zugeschickt haben.Sodann dankt Erasmus in App. 220 für die Beförderung (?) Aleander's(pro Aleandro evecto), des späteren päpstlichen Nuntius. Aleander waraber Domherr und Kanzler des Bischofs von Lüttich (App. 111), und

*) Kan, S. 6, Nr. 152 und 153. Das Datum ist bei beiden ausdrück-lich angegeben:pridie Lucae" (= 12. Decbr.) undnatali Lucae' : (= 13.Decbr.).