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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
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I.

Erasmus in London und Cambridge.

(15091514.)

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Erasmus weilte in Rom im Verkehr mit den italienischen Humanistenund Prälaten, als am 22. April 1509 Heinrich VIIL von England, derseit seiner Jugend ein Verehrer des damals nur in engeren Kreisenbekannten Gelehrten war und der ihn soeben noch durch einen eigen-händigen Brief ausgezeichnet hatte 1 ), seinem Vater in der Regierungfolgte. Die leisen Hoffnungen, die sich für ihn an den Regierungswechselknüpften, fachte ein gegen die Mitte des Juni in Rom eingetroffenerBrief des Lord Mountjoy, seines Schülers und Gönners (ep. 10, 27. Mai)zu heller Flamme an. Er versah ihn zwar nur mit Reisegeld undkonnte ihm von dem Erzbischof von Canterbury eine Pfründe vorläufignur versprechen; aber die vagen Erwartungen, die der Lord in dieRegierung eines jungen, humanistisch gebildeten Monarchen setzte, konntenin einem Manne, der in allen noch nach Jahren gepriesenen Herrlich-keiten der ewigen Stadt doch immer nach den materiellen Interessenauf der brittischen Insel ausgeschaut hatte, wohl die überschwänglichenHoffnungen nähren, die schon nach wenigen Jahren so grausam getäuschtwerden sollten. Mit schnellem Entschlüsse verliess er Rom und Ilalien,und ohne auf der Reise zu rasten, kam er in den ersten Tagen desJuni in England an.

Das Jahr seiner Rückkehr aus Italien ist zweifelhaft gewesen;Seebohm nimmt die Zeit vom Herbst 1509 bis Herbst 1510, Durandde Laur das Jahr 1510 an, hauptsächlich darum, weil er nach derAnkunft des Briefes an Mountjoy, im Juni 1509, abreiste, dagegen die

') Vgl. den Brief an Servatius, App. 8; der Brief App. 451, den R.Blackley Drummond (Erasmus his life and Charakter as shown in his works.London 1873 I, 182) für den erwähnten hält, gehört in das J. 1507, da erauf den Tod Ferdinands von Castilien (f 25. Sept. 1506) anspielt. Vgl.Richter, Erasmus-Studien. 1891. S. ßl Nr. 183.)

Westd. Zeitschrift. Ergänzungsheft IX. 9