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Vorbemerkungen.
Es lag ursprünglich in meinem Plane, diese Untersuchungen zumBriefwechsel und Leben des Erasmus von seiner Jugend zu beginnen,und ich hatte das Material gesammelt, zum Teil auch schon verarbeitet,als mir im November 1892 die fleissige Arbeit von Arthur Richter(Erasmus-Studien. Leipz. Dissert. Dresden 1891) zu Gesicht kam, welchedie Korrespondenz von den Anfängen bis zum Jahre 1509 behandeltund im Wesentlichen mit meinen Ergebnissen übereinstimmte. Mussteich auch so den ersten Teil meiner Arbeit fallen lassen, so glaube ichdoch, die zweite Hälfte nicht zurückhalten zu dürfen, die als Fortsetzungder Richterschen dem noch erwarteten Historiker des Erasmus und desdeutschen Humanismus überhaupt vielleicht von Nutzen sein kann.Allein aus der Lektüre der Richterschen Schrift und im Laufe meinereigenen Arbeit bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine lediglichregestenartige Ordnung der Briefe dem Benutzer die Nachprüfung er-schwert, und dass nur eine fortlaufende Darstellung, zumal in denZeiten eines ausgebreiteten Briefwechsels, dem Leser das volle Verständnisder brieflichen Zusammenhänge zu vermitteln imstande ist. Auch habeich mich im Gegensatze zu Richter nicht auf die Ordnung der Briefebeschränkt; ebenso wichtig erschien mir die Aufgabe, durch die Fest-stellung biographischer Daten der Forschung möglichst weit vorzuarbeiten.Scheint in dieser Verbindung von Kritik und Darstellung, wie ich siemir zum Ziele gesetzt, die letztere sich bisweilen ins Kleinliche zu ver-lieren, so wolle man es aus dem Bestreben erklären, auch dem scheinbarUnbedeutenden seinen Platz anzuweisen; ist doch kein noch so harmlosauftretender Brief unwesentlich genug, dass er nicht, im rechten Zu-sammenhange betrachtet, zum Verständnis vielumstrittener Charakterzügeeines so sehr von Stimmungen beherrschten feinen Geistes seinen Beitraglieferte.
Den ersten Versuch zu einer Ordnung des seit lange als verwirrterkannten Briefwechsels unternahm im Jahre 1829 der Schleswiger Joh..Gaye in einer Kieler Dissertation (Disquisitionis de vita Erasmi specimen)
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