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Angelegenheit, die Erasmus während des ganzen Sommers 1517 be-schäftigte. Sofort nach seiner Rückkehr aus England hatte er Moregeschrieben (ep. 291): „Petrus Aegidius et ego pingimur in eadera ta-bula, eam tibi dono brevi mittemus". Aber Aegidius war leidend, undErasmus erkrankte bald darauf, so dass der Maler vorschlug, dieSitzungen für einige Zeit zu unterbrechen. Nach seiner Abreise nachLöwen trug er Aegidius die Sorge für die Vollendung der Gemälde auf(ep. 373). Anfang September waren sie fertig; am 8. Septemberschickte er sie durch seinen Famulus Codes an More, der sich inCalais aufhielt (App. 179) und bestätigte die Absendung nach der Rück-kehr nach Löwen, am 16. September (App. 183). Die Kosten trugendie beiden Freunde gemeinsam. Am 27. September vermutet AegidiusMore schon im Besitz der Bilder (App. 190); am 6. und 7. Octoberbedankt sich More bei Aegidius und Erasmus (App. 192 und App. 193)und wiederholt seinen Dank am 25. October (ep. 540, mit dem falschenDatum 1520).
Die Gemälde sind darum von besonderem Interesse, weil wir indem einen von ihnen das erste Portrait des Erasmus haben; ihr Meisterist der bekannte niederländische Maler Quentin Metsys (Massys). Essind Pendants, auf Holztafeln gemalt. Nach der Beschreibung desThomas More, wenn die Worte am Schluss von App. 192 von ihmstammen, ist Erasmus die Anfangsworte seiner Paraphrase zum Römer-briefe schreibend dargestellt, Aegidius, einen Brief des More in derHand haltend. Zwei solche Pendants fanden sich in Longford-Castlebei Salesbury; doch stimmte das Bild des Erasmus nicht mit der Be-schreibung More's überein. In diesem entdeckte man ein HolbeinschesPortrait des Erasmus vom Jahre 1523, das durch einen Zufall mitdem echten Portrait des Aegidius von Metsys vereinigt worden war.Da wies Herman Grimm auf ein in Hampton-Court befindliches, inder Manier des Metsys gemaltes Bild hin, das den Erasmus schreibenddarstellt. In der That deckte es sich mit der Beschreibung More's;allein es ergab sich, dass dies eine Copie war, zu der das Gegenstück,die Copie des Aegidiusporträts, in Antwerpen ist. Das Original vonMetsys hat sich noch nicht gefunden*). —
*) Vgl. Herman Grimm, Über Künstler und Kunstwerke. IL Jahrg.(1867), S. 248. — Woltmann, Holbein und Quentin Massys in Longford-Castle ;in der Zeitschr. f. bild. Kunst, 1866, S. 198 ff. — Woltmann, Holbein undseine Zeit. Leipzig 1874 u. 1876. II, 9 ff. — Hymans, Quentin Metsys etson portrait d'Erasme; im Bulletin des commissions d'art et d'archeologie.XVI. Jahrg. (1877), S. 615 ff.
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