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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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und Dispensation von ihrer Beobachtung für die Zukunft erbeten. Dersogenannte Streit mit Dorp um dasLob der Thorheit" und das NeueTestament, der wie es scheint über die erste ganz allgemein ge-haltene Mahnung vom Juli 1515 und ihre Beantwortung durch Erasmusgar nicht hinausgekommen war und der fälschlich bis heute noch alswissenschaftliche Kontroverse von prinzipieller Bedeutung gilt, war inein widerwärtiges persönliches Mönchsgezänk ausgelaufen.

Von hervorragender Bedeutung, nicht nur für das Verständnisder Verhandlungen mit Rom, sondern als eine der hauptsächlichstenQuellen für die Jugendgeschichte des Erasmus, ist der bekannte Briefan den päpstlichen Sekretär Lamberto Grunni (App, 442), in demErasmus unter dem Namen Florentius die Vorgeschichte seines Ein-trittes in den Orden und sein Leben im Kloster schildert. Vischermeint, dass dieser Brief sowie die Antwort des Grunni (App. 443)erst hintennach von Erasmus zu Händen des Publikums abgefasstworden sind."Über den Umstand", sagt er,dass von dem einenPunkt, der bei der Dispensation in Betracht kam . . ., der unehe-lichen Geburt, keine Rede ist, könnte man allenfalls durch die An-nahme hinwegkommen, dass jene in Geheimschrift abgefassten Zusätze,von denen Erasmus am Schluss des Briefes spricht, hiervon handeln;auffallend ist aber, dass, während die Verhandlungen durch den Bischofvon Worcester geführt wurden, hier auf einmal eine andere Mittelsper-son erscheint; was Grunnius über die leichte und rasche Erledigungder Sache berichtet, stimmt nicht mit dem Briefwechsel des Erasmusund Ammonius und mit dem Briefe des Bischofs von Worcester, ep. 195,und es ist dieser summarische Bericht des Grunnius um so auffallender,als das, was Leo dem Erasmus wirklich zugestanden hat, doch offenbarnicht so weit geht, wie das, was der Brief an Grunnius verlangt; end-lich passt die BezeichnungDiploma cum exemplari et subscriptionepontificis" nicht auf die Aktenstücke, von denen wir Kenntnis haben,abgesehen davon, dass diese ohne Zweifel nicht an Erasmus, sondernan Ammonio geschickt wurden."

Vischers Gründe haben mich nicht überzeugen können. Geradedie Chiffern, in denen einige zur Abfassung des Diploms erforderlicheNotizen gegeben waren, sprechen für die Echtheit des Briefes. WennErasmus ihn erst später abfasste, um sich von allen Verpflichtungendem Orden gegenüber als gelöst darzustellen, ohne seine uneheliche Ge-burt bekannt zu geben, welchen Zweck hatte es dann, noch auf eineNachschrift in Chiffern hinzuweisen, die der Leser im Druck doch nicht