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für die Ausschreitungen der Geister, die er gerufen hatte, von sich ab-zulehnen. Gerade jetzt, im Juni 1516, machte er einen Annäherungs-versuch hei Erasmus und schrieb ihm (App. 247): „Ceterum te oroper candorem istum animi tui, ut ne credas continuo a me profectum,si quid obloquantur, calumnientur, suspicentur quidani." Diese Ver-leumdungen und Verdächtigungen konnten sich nur gegen die Persondes Erasmus richten, und unter dem Eindruck dieser persönlichen An-griffe erbat er bald darauf die Gunst, die ihn in seiner „persönlichenWürde" schützen sollte.
Seitdem erfahren wir von einem ununterbrochenen Briefwechselzwischen Dorp und Erasmus, auf dessen Geheimhaltung dieser mit pein-licher Sorgfalt hielt. Als er im November 1516 Dorp — sei es mitRecht oder Unrecht — im Verdacht hatte, seine Briefe Fremden gezeigtzu haben, verwahrte dieser sich, wie Gerhard Geldenhauer von Nymwegenan Erasmus schrieb (App. 91), hoch und heilig dagegen und wollte, um ihnvon seiner Schuld zu überzeugen, selbst nach Brüssel kommen. Warumwünschte Erasmus die Geheimhaltung, wenn nicht Dinge in den Briefenvorkamen, die sich auf intimere Angelegenheiten als nur auf seineSchriften bezogen? Aber alle Beteuerungen vermochten nicht seinMisstrauen zu beschwichtigen; „nunquani vidi hominem inimicius ami-cum" hatte er schon im Oktober an Aegidius geschrieben (App. 388).Erst später kam er dahinter, dass der wahre Anstifter der Unruhender Kanzler Briard (Atensis) war, Dorp nur der Verleitete, den derEhrgeiz mit dem Grösseren sich zu messen trieb *). Das persönlicheEingreifen des Erasmus nach dem Vorstoss vom Januar 1517 hatteeinen Waffenstillstand zu Wege gebracht, an dessen Dauer er indesselbst nicht glaubte. „Lovanium", schrieb er am 20. Januar an Aegi-dius (ep. 300), „tametsi cum theologis utcunque reditum est in gratiam,durius 1amen nos acciperet Quadragesima." Seitdem tritt noch deut-licher als bisher sein Bestreben hervor, die einflussreichen Gegner inguter Stimmung zu erhalten. Fast an demselben Tage, als er Ammoniogegenüber Briard für einen heuchlerischen Freund erklärte („hostisamicnm simulat", ep. 231, vom 24. Februar), trug er Dorp an ihn,den „von allen, und doch nicht gebührend Gepriesenen", herzlicheGrüsse auf (App. 424, 21. Februar) 2 ). Darum wusste er den jungen
a ) Später schrieb er an Tunstall (ep. 471, 16. Okt, 1519): „Solus, utferunt, Noxus ille fuit, qui et olim instigavit Dorpium." Noxus ist Atensis,da azT] = noxium.
2 ) ohne Jahr, das sich aber aus der darin erwähnten Einladung nachFrankreich ergiebt.
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