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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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fangen betrachtet, sticht der Ton ängstlicher Erregung, mit der Erasmusvon den langsamen Verhandinngen in Rom spricht, von denen er seinGlück erwartet und bei deren unglücklichem Ausgang es um ihn ge-schehen sei (ep. 151), auffallend ab von der Ruhe, mit der er vomsicheren Hafen verächtlich die Stürme betrachtet, von denen er sich nurnicht stören lassen will. Noch im März 1517 (ep. 211), also ehe ervon der Erledigung seiner Sache Kenntnis hatte, erwähnte er kurz, dassdie Theologen ihn nun sogar nach Löwen zu ziehen suchten, aber ganzbeiläufig, wie etwas Nebensächliches: ex Moro totam hanc fabulammelius cognosces"; so schrieb er an Ammonio, der doch der Eingeweihtewar! Auch lässt nichts darauf schliessen, dass Erasmus dem Papste,dem Schirmherrn der Wissenschaften, gegenüber die bereits erfolgtenoder befürchteten Angriffe gegen eine gerade dem Papste selbst gewid-metes Werk zur Unterstützung oder auch nur zum Vorwande seinerBitte heranzieht; in dem Breve an Ammonio erwähnt Leo X. nichtsvon einem Schutze der Wissenschaften in der Person des Erasmus; ersagt nur, dass dieserzu seiner Seelenruhe" undzur Vermeidungeines grösseren Ärgernisses" die Indulgenz erbitte.

Aber schon Seebohm und nach ihm Vischer haben darauf hinge-wiesen, dass ein Satz aus dem bekannten Brief an Servatius (App. 8),in dem er über seine noch ungelösten Beziehungen zum Orden sprichtund über die Verletzung der Ordenssatzungen Rechenschaft ablegt, sichfast wörtlich in dem Sendschreiben Dorps vom Juli 1515 findet, dassalso jener Brief und damit die intimen Verhältnisse dem Dorp undnatürlich auch anderen in Löwen bekannt geworden waren x ). Das Er-scheinen desNeuen Testamentes" im Jahre 1516 war allerdings dasZeichen zu einem neuen Angriffe auf den revolutionären Kommentatorgeworden; aber dieser Angriff hatte ein anderes, demagogisches Geprägebekommen. Dorp, der, selbst ein überzeugungstreuer Humanist, inErasmus nur den wissenschaftlichen Gegner gesehen, hatte die Zügelaus der Hand verloren; und während es in den Kreisen der fanatischenMönchsgeistlichen, von denen wir uns aus den ergötzlich-groteskenKarikaturen der Dunkelmännerbriefe sehr wohl ein Bild machen können,gegen denentlaufenen Mönch" gährte, suchte er die Verantwortung

J ) Seebohm S. 314; Vischer a. a. 0. Es ist die Stelle App. 8, S. 1529 C:. . . castigavi totum Novum Testamentum, ac super mille locos annotavi,non sine fructu theologorum;" in dem Schreiben Dorps, bei Jortin II S. 338:sed Novum quoque Testamentum te castigasse intellego, ac supra mille locosannotasse, non sine fructu theologorum."