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Öffentlichkeit bestimmt war, enthält von alledem nichts: auf die Em-pfehlung des Königs von England und des katholischen Königs wolleder Papst der Bitte des Erasmus mit Rücksicht auf seine Sittenreinheitund Gelehrsamkeit gerne zustimmen und ihm auch sonst bei Gelegenheitsein Wohlwollen erweisen. Zugleich mit den päpstlichen Breven erhieltErasmus ein Schreiben des Bischofs Giglis (ep. 195, 31. Januar), derin einem besonderen Briefe an Ammonio diesen mit der Dispensationdes Erasmus betraute *).
Vischer fragt nun, ob der Gelehrte eine besondere Veranlassunghatte, sich gerade jetzt und so eilends um die Indulgenz zu bewerben,und er findet sie in den von Seiten der Löwener Theologen gegen seinNeues Testament und das Lob der Thorheit gerichteten Angriffen,' dieErasmus vielleicht befürchten Hessen, dass seine Feinde die schwacheSeite, die sein Verhältnis zu dem Orden darbot, aufgreifen könnten. Ichglaube, dass der hier von Vischer als nebenhergehend angesehene undnur durch die Besorgnis des Erasmus geschaffene Grund der einzige undentscheidende gewesen ist, dass die Gegner sein Verhältnis zu demOrden bereits herangezogen hatten.
Denn obwohl schon im Sommer 1515 Martin Dorp die Tendenzseiner Werke zum Gegenstande des Angriffes gemacht hatte, gehen dieBewerbungen des Erasmus um eine besondere Gunstbezeugung desPapstes nicht über den August 1516 zurück. Auch zeigte er sich nachdieser Seite hin völlig unbesorgt; denn als er am 29. Dezember 1516(ep. 225) Ammonio gegenüber das Gerücht erwähnt, dass von den Uni-versitäten Löwen und Köln ein Gutachten über seine Schriften einge-holt werden solle, äussert er sich darüber ganz unbefangen mit seinerleichten Ironie: „dann haben sie wenigstens für zwei Jahre Beschäf-tigung", und das mitten in seiner Unruhe um den Erfolg seiner Be-werbungen ; wir erwarten doch gerade hier einen starken Ausdruck seinerBesorgnis. Während der englischen Reise im Juli und August 1516hatte er die Absicht, in Löwen den Winter über zu bleiben. Im An-fang Oktober gab er den Plan auf; aber als er Ammonio gegenüber seineAbneigung vor Löwen mit dem Widerwillen gegen die kleinliche Tadel-sucht der scholastischen Theologen begründete (ep. 160), da deutete ermit keinem Worte an, dass er von der Erledigung seiner Bewerbungbei dem Papste eine Befreiung von den lästigen Angriffen gegen seineWerke erhoffe; und auch Ammonio brachte in seiner Antwort (ep. 163)die beiden Angelegenheiten gar nicht in Zusammenhang. Und unbe-
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J ) Mitgeteilt bei Brewer II, 2 No. 2895.
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