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ihm, wie Erasmus an Bude schrieb (ep. 200 S. 181 B C), im Namendes Königs denselben Antrag gestellt. Er antwortete dem Bischof aus-weichend, doch so gut wie ablehnend (ep. 235, 14. Februar); seinhohes Alter rate von einem Wechsel des Wohnortes ab, dazu fesseleihn die Güte seines Fürsten Karl. Wie schon einmal vor einem Jahre,als von Ingolstadt der Ruf an ihn erging, empfahl er auch hier stattseiner Glarean, der ihm kürzlich geschrieben habe, dass seine Über-siedelung nach Paris von dem nun' abgeschlossenen Frieden zwischender Schweiz und Frankreich abhänge (ep. 217), als einen in allenWissenschaften gleichmässig unterrichteten Gelehrten von gefälligemWesen und heiterem Temperament. Die neue Bewerbung aus derfranzösischen Hauptstadt direkt konnte ihn in seinem Entschluss nichtwankend machen. Am 5. Februar (ep. 197) teilte ihm Bude den Her-gang der Angelegenheit mit, und am folgenden Tage machte ihm derkönigliche Leibarzt Wilhelm Cope offiziell den Antrag (ep. 198). NachBude war der König von seinem Beichtvater Petit (Parvus), nach Copevon Petit und Franz von Rochefort, seinem Erzieher, auf Erasmus auf-merksam gemacht worden; er verspräche ihm ein geistliches Amt imErtrage von etwa 1000 Frcs. und mehr. Der so Umworbene nahm dasschmeichelhafte Anerbieten mit gebührendem Danke entgegen; aber erkönne keine Entscheidung treffen, schrieb er an Bud6 (ep. 203, 21.Februar), ohne mit Sauvage beraten zu haben, der gegenwärtig inCambray sei*); in ähnlichem Sinne antwortete er Cope (ep. 205, 24.Febr.). Überschwängliche Worte des Preises und Dankes fand er indem Schreiben an den allerchristlictisten König (ep. 204, 21. Febr.);er rühmt seine Friedensliebe, die sich kürzlich noch gegenüber denSchweizern so herrlich gezeigt, und die Pflege der Wissenschaften, diesich bis auf seine geringe Person erstrecke; sonst aber kein Wortüber Annahme oder Ablehnung des Antrages — das Muster einesBriefes, der mit vielen tönenden Worten nichts sagt, eine Kunst, inder die Humanisten Meister sind. Übrigens war es Erasmus Ernstdamit, dass er von Sauvage Rats einholen wollte; so schrieb er auch
J ) Sauvage war am 18. Febr. morgens mit Chievres nach Cambray ab-gegangon, so schrieb ihm Guy Morillon an diesem Tage (App. 114); vglauch Brewer II, 2, 2940. Über Morillon: Neve, La renaissance des lettres.... en Belgique. S. 214 ff. — Der in App. 114 genannte „indische Theologe",der wegen der plötzlichen Abreise einen Brief des Erasmus nicht hatte be-antwon en können, ist Peter Barbier; er hatte eine Pfründe in Indien, vgl.ep. 219 C. Am 3. April entschuldigte er sich selbst mit seiner Abwesenheit(App. 56, fälschlich 1516).