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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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auch Wilhelm Nesen geschrieben haben (App. 108); er zeigt sich hoch-erfreut über die Absicht des Erasmus, ihm die neue Ausgabe derCopia'"' zu widmen und will Sorge tragen, dass sie recht schnell undgut ausgestattet erscheine. Im September (App. 106) hatte er dasWerk noch nicht erhalten, es war also inzwischen eingetroffen. DieCopia" erschien neu im April 1517, dasEncomium Moriae", dasnach App. 108 fast vollendet ist, kam schon 1516 heraus 1 ).

Ein dunkles Schicksal hatte ein weit bedeutungsvollerer Briefvon Spalatin aus Lochau (App. 94, 11. Dec. 1516), den er auf Bitteneines Freundes, eines Augustinermöuches, schrieb:nuper rogatus asacerdote Augustiniano, non minus vitae sanctimonia quam insignibustheologiae claro, eodemque et ipso tui nominis subscriptore sincerissimo".Dieser Freund habe aus den Kommentaren des Erasmus zum NeuenTestament gesehen, dass der Verfasser das Vorhandensein des Begriffesder Erbsünde bei Paulus leugne und in der Kechtfertigung durch dasGesetz und die Werke nur die Beobachtung der Ceremonien sehe; dem-gegenüber verweise der ungenannte Theologe zum besseren Verständnisdes Apostels auf den hl. Augustin und betone, dass die Rechtfertigungrichtiger in der Erfüllung der Gebote bestehe. Es liegt auf der Handund ist auch nicht unbekannt geblieben, dass wir hier die in ihreräusseren Form unauffällige, in ihrem Wesen so symptomatische ersteBerührung Martin Luthers mit seinem späteren grossen Gegner haben 2 ).Spalatin sah diesen Brief als ein offiziöses Stück an, das er im Namenseines Fürsten an Erasmus richtete; aber Erasmus Hess nichts von sichhören. Da bat er ihn am 13. November 1517 (ep. 278) von neuemum Antwort schon mit Rücksicht auf den Kurfürsten:neque enirntarn privato quam publico ad te scripsi nomine"; das Übrige werde ervon Peter Alamir, dem Kaplan König Karls, erfahren. Als die Ant-wort trotzdem ausblieb, hat ihn wohl ein anderer, wahrscheinlich JustusJonas, daran erinnert; denn am 29. Mai 1519 (ep. 425) teilte erSpalatin mit, dass er keinen Brief erhalten habe, vielleicht sei er vonden Gegnern unterwegs aufgefangen. Am 7. August 1519 (ep. 450)endlich schrieb er, dass er im Anfang August mit anderen verspäteten

*) ZurCopia": Panzer VI, 200, 183; Stockmeyer u. Reber S. 102,62.Encomium Moriae" : Panzer VI, 189, 169; Stockm. u. Reber 102, 57.Dem letzteren fügt Panzer hinzu:editio dubia". Der Brief Nesens scheintihr Vorhandensein zu bestätigen.

2 ) Vgl. Köstlin, Martin Luther. Elberfeld 1883. P, 140 f. LuthersBriefwechsel, herausg. von Enders. I (1884), S. 62 ff.

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