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vom 18. Juli (App. 70): Sauvage hatte für die Besetzung des Kanonikatsnächst Erasmus einen jüngeren Mann in Aussicht genommen; sobaldErasmus sah, dass er die Oberhand behalten würde, hatte er sofort —also noch vor der offiziellen Bestallung — die amtliche Bürde von sichabzuwälzen gesucht und den Vorschlag gemacht, seinen Mitbewerbe)'gegen eine Rente von 30 flandrischen Pfund als seinen Stellvertretereinzusetzen. Inzwischen stellte sich heraus, dass dieser die zur Aus-übung der kirchlichen Funktionen erforderlichen Weihen nicht besassund vorläufig auch noch nicht erlangen konnte; bei Erasmus war dieskanonische Hindernis nicht vorhanden. Da empfahl Barbier als Ersatzeinen Freund von ihm, dessen Person genügende Sicherheit gewähre; auf30 Pfund sei indes nicht zu rechnen, aber der Freund böte 25 Pfund,die bei der Abtei zu St. Michael in Antwerpen zahlbar sein sollten.Dieser Hintermann war Johann de Hondt, genannt Canius, dem Erasmusauf die besondere Empfehlung des Quästors Potelberg die Pfründe über-trug (App. 255) und an dem er besonders seine Pünktlichkeit in derAuszahlung der Rente zu rühmen wusste (ep. 307). Schon am 9. Nov.1516 schrieb er an Ammonio, dass er die Pfründe geschickt in einePension umgesetzt habe (ep. 151).
Es zeigt sich uns hier dasselbe Bild wie früher bei der englischenPfründe und wie es, bei weniger Rücksichtslosigkeit Wolseys, dasSchicksal des Kanonikats von Tournay geworden wäre: ein systema-tisches Handelsgeschäft mit kirchlichen Ämtern. Züge dieser Art sindtypisch für Erasmus wie für das Gelehrtentum seiner Zeit; sie beleuchtenvielleicht am deutlichsten die innige Interessengemeinschaft des Huma-nismus mit der offiziellen Kirche und erklären, warum es ihm unmöglichwar, offen gegen Missbräuche zu kämpfen, von denen er sich selbstnicht frei wusste. —
Welche Absichten Sauvage und durch ihn der junge König sonstnoch mit ihm hatten, erfahren wir ebenfalls durch Barbier und genauernoch später aus einem Briefe an Aegidius (ep. 219): Erasmus sollteein Bistum in Sicilien erhalten, das mit dem Tode Ferdinands vonSpanien (f 23. Januar 1516) an seinen Enkel gefallen war; und esscheint, dass man nur auf eine Vakanz wartete, um den Gelehrten mitdiesem unwillkommenen Geschenk zu beglücken.
In diese Monate fallen die nachweisbaren Anfänge der brieflichenBeziehungen zu Wilhelm Bude in Paris 1 ). Die Briefe der beiden Fürsten
') Rebitte", Guiflaume Bude, restaurateur des etudes grecques en France.Paris 1846. — Eugene de Bude, Vie de Guillaume Budö. Paris 1884.
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