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Langenfeld (Longicampiauus), den Dorp hier an Erasmus empfiehlt, istspäterhin auf Erasmus' Empfehlung bei Gerhard Listrius in Zwolle, wieaus einem Briefe des Listrius (App. 104) hervorgeht, der vor dem März1517, vielleicht im Anfang des Jahres liegen muss, weil der im März1517 beendete Druck der Kabbalistik Keuchlins 1 ) hier als bevorstehenderwähnt wird. Ins Jahr 1517 können sie schon deshalb nicht gehören,weil dann Erasmus sich von Ende Juni oder Anfang Juli ab dauerndin Löwen niederliess. Dann muss aber auch das überlieferte Datum vonApp. 423, 10. Juli, falsch sein; am 10. Juli, genauer vom 19. Junibis Mitte Juli, war Erasmus in Antwerpen, von wo aus wir Briefevom 9. und 14. Juli haben (ep. 215 und 260). App. 423 ist dagegenin Brüssel geschrieben, weil Tunstall bei Erasmus ist. Dass dieser nunaber vor dem 19. Juni in Brüssel war, schreibt er an Bude (Anfangvon ep. 251) 2 ). Darum ist App. 423 sicherlich am 10. Juni und App.247 bald darnach geschrieben. — Die Verständigung mit Dorp warübrigens nicht von langer Dauer; Allard von Amsterdam, der ihn am 1. Juli„Deinen" Dorpius nannte (App. 66), schrieb schon am 11. November(App. 89), dass er auf seiner „Ketzerei" beharre.
Kurz vor dem 19. Juni kam Erasmus von Brüssel nach Ant-werpen. Er kehrte, wie so oft in den nächsten Jahren, bei dem Stadt-schreiber Peter Aegidius ein, einem gelehrten Juristen und feinfühligen,fast weiblich zarten Menschen, für den er die Freundschaft eines älterenBruders fühlte 3 ). Hier empfing er erfreuliche Nachrichten von Sauvage,mit dem er vor kurzem in Brüssel Verhandlungen gepflogen hatte. DerKanzler schrieb ihm am. 8. Juli (App. 68), dass er ihm eine Pfründein Courtray auch jetzt noch übertragen wolle, wenn er sich entschliessenkönne, im Lande zu bleiben; zugleich deutete er an, dass er wohl nochmehr vom Könige erwarten dürfe. Peter Barbier, Sauvage's Kaplan,hatte sich bei diesem für Erasmus verwandt und das Kesultat seinerVermittelung schon vorher ihm mitgeteilt, denn schon am 11. Junierhielt er die Wünsche und Vorschläge des Erasmus für die Verleihung.Welcher Art diese Wünsche waren, erfahren wir aus Barbiers Antwort
*) Geiger, Reuchlin. S. 185 Anm. 5.
2 ) s. unten S. 186.
3 ) Über Aegidius (Gilles): M. Britz, im Messager des sciences historiquesen Belgique. Gand 1864. S. 181—208. Seine Charakteristik giebt Erasmusin ep. 219. — Völlig missglückt ist der Artikel in Van der Aa's Biogr. Woor-denb. d. Nederl., I (1852), S. 99, wo Peter Aegidius mit Aegidius Dilphusverwechselt ist.