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erst im Oktober 1515 bei Martens in Löwen 1 ). So war Erasmus inder Gewinnung des gelehrten Publikums klugerweise dem Gegner zuvor-gekommen. Geschrieben sind beide Briefe, trotz ihrer Datierung vomAugust, wohl schon im Juli 1515; denn Ende Juli war Erasmusschon in Oberdeutschland, und er hatte den Weg dorthin noch einigeMale unterbrochen. Von Antwerpen kam er nach Mecheln, von wo eran Pirckheimer schrieb; so erfahren wir aus den falsch datierten BiefenApp. 83 und App. 194 2 ). In Lüttich wollte er Andreas Hochstratenbegrüssen; da er ihn nicht antraf und die Stadt ihm missfiel, liess erihm einige Zeilen zurück (ep. 296, also Mitte Juli 1515); das Datumergiebt sich aus App. 111 vom 11. Januar 1516, nicht 1517, woHochstraten mit dem deutlichen Hinweis auf ep. 296 sein Bedauernüber dies Missgeschick „vor mehr als einem Jahre" — eine kleine Un-genauigkeit — ausspricht; er dankt für ein Geschenk, das ihm Erasmusam 5. Oktober aus Basel gesandt habe, d. h. 1515, da er AnfangOktober 1516 in Brüssel war, und er hofft, ihn auf der Rückreise beisich zu begrüssen — jener Brief war also auf der Hinreise nach Baselgeschrieben. Weiterhin wird Erasmus auch nach Köln gekommen sein.Dass er in diesem Jahre dort war, erfahren wir von dem Kölner Pro-fessor Johannes Caesarius in App, 93 vom 3. Dezember 1515 3 ); das„nuper" hierin deutet eher auf den Juli als auf den März, also auf dieReise nach Basel, nicht nach England; und wenn er, um in LüttichHochstraten zu besuchen, von dem Wege „ein wenig abweichen" musste(deflexi), so könnte das für die Reise von Mecheln nach Köln sehrwohl zutreffen. In Speyer war er bei dem Dekan Thomas Truchsessund bei Maternus zu Gaste und begrüsste den Domherrn Johann Kierher(ep. 184); auch den Hirschauer Mönch Basellius lernte er hier kennen,der an ihn später von seinem Kloster aus schrieb (App. 101), wohl imAnfang 1516, da er von der Arbeit am Hieronymus, aber noch nichtsvom Neuen Testament weiss. In Strassburg empfing er die Ehren derErasmusgemeinde (App. 42, App. 74). Die Überschwemmung des Rheinesverzögerte seine Reise, aber im Ende des Juli war er bereits in Basel,wo er am 30. Juli die Vorrede zu dem „Libellus de octo orationispartium construetione" schrieb 4 ). Am 8. August (App. 26) erwähnte
*) Van Iseghem, 255 No. 91.
2 ) Zum Datum s. unten S. 172f.
3 ) Zum Datum s. unten S. 173.
4 ) Opp. omn. I, 167.