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von Mountjoy erhielt dieser Nachricht, dass der Erzbischof ihm irgendeine Gunstbezeigung in Aussicht gestellt, und Erasmus dankte ihmschriftlich kurz vor seiner Abreise (ep. 187) ! ) mit dem Bedauern, dassseine dringenden Studien ihm nicht gestatteten, persönlich seinen Dankauszusprechen. Diese Entschuldigung und den Dank wiederholte er vonBasel aus am 30. August (App. 74), wo er über seine Studien näherberichtet. Dass diese Briefe in das Jahr 1515 gehören, dafür sprichtin ep. 187 der Satz: „libri, iam pridem relicti, me iamdudum revocant,"ferner in App. 74 die Aufzählung der während des zweiten Basler Auf-enthaltes beendeten Arbeiten und die Überschwemmung des Oberrheins,auf die sich auch ein 1515 datiertes Epigramm bezieht, dessen Auf-schrift: „Basileam repetens" auf die zweite Reise deutet 2 ). Dem Briefean Wolsey (ep. 187) geht ep. 156 an Aegidius kurz voran; nach diesemwollte sich Erasmus von Mountjoy und einigen Freunden verabschieden,dabei, so schreibt er an Wolsey, erfuhr er von dem Lord die Absichtendes Erzbischofs. Den Buchhändler Franciscus, der ohne ein Schreibenvon Aegidius gekommen war (ep. 156), hatte er schon am 7. Mai(ep. 155) erwartet. "Welches die Pläne Wolsey's mit Erasmus waren,erfahren wir mehrere Monate später von More (ep. 227): Mountjoyhatte bei ihm die Verleihung einer Pfründe in Tournay an den Ge-lehrten durchgesetzt; aber Erasmus zeigte sich diesem Plane durchausnicht geneigt, und als auf seiner Keise durch Brügge bei More unddem Vizekanzler Richard Sampson die Rede auf die Angelegenheit kam,hielt er mit seinen Einwänden auch nicht zurück; er zweifelte, dassder nominelle Bischof von Tournay (Ludwig Guillart) bei seiner poli-tischen Eifersucht auf Wolsey nach der Wiedereinsetzung die Verleihungaufrecht erhalten werde (App. 3, ep. 227).
Die Abreise des Erasmus aus London und damit die Briefe 187und 156 müssen Ende Juni 1515 fallen, da er schon Ende Juli inBasel eintraf und auf seinem Wege dorthin nirgends länger als hierund da einige Tage rastete. Welche Städte er ausser Brügge sonstnoch berührte, sagen uns nur gelegentliche Äusserungen. In Antwerpenerhielt er einen Brief des jungen Martin Dorpius (Van Dorp) aus Löwen 3 ),
') Die Anrede Wolsey's als Kardinal ist verfrüht und wahrscheinlicherst später hinzugesetzt; die Notifikation der Erhebung Wolseys zum Kar-dinal ist datiert vom 10. Septbr. 1515, die feierliche Überreichung des Kar-dinalshutes erfolgte am 18. Novbr. 1515; s. Brewer II, 1, 893 u. 1153.
2 ) Opp. omn. I, 1225.
3 ) Über Dorp vgl. Neve, S. 174 ff. — Der Brief findet sich nieht in