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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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die Absicht, sein ganzes Leben den heiligen Wissenschaften zu widmen,doch dazu bedürfe er seines Schutzes;Du weisst ja, dass grossenPlänen der giftige Neid folgt; das hat soeben noch der hochverdienteKeuchlin erfahren müssen und was dann, wenn jemand in böswil-liger Absicht meinen Hieronymus läse?" Und wie führt Erasmus dieVerteidigung Reuchlins? Wir erwarten doch, da er in vertrauten Briefensich ganz auf seine Seite stellt, ein offenes Eintreten für ihn und seinegerechte Sache; statt dessen, echt erasmisch, eine schwächliche Klageüber das Ärgernis, dasein deutsches Büchlein, fast nur ein Brief,"ausgesäet habe; schon mit Rücksicht auf die Verdienste Beuchlins undsein hohes Alter müsse man von einer Verfolgung der Sache absehenund ihnden Musen und Wissenschaften wiedergeben."

In Basel, im persönlichen Verkehr mit den deutschen Humanisten,hatte Erasmus den Gang des Reuchlinschen Streites in allen Einzelheitenkennen gelernt; und als er hier zum ersten Male das lebendige Gefühlvon der Macht bekam, die in den Kreisen einer erstarrten Weltan-schauung zum Nachteil jeder geistigen Freiheit noch immer wirksamwar, da erfasste ihn immer steigende Besorgnis um das Gelingen seinesLebenswerkes, das auf demselben Princip freier Forschung beruhte, wiees Reuchlin im Kampfe gegen die Kölner Dunkelmänner, doch nur mitwechselndem Glücke, vertreten hatte. Und da ihn nun in FrankfurtReuchlin und seine Freunde bestürmten, seinen Einfluss in Rom zuGunsten ihrer Partei geltend zu machen, hatte er innerlich wohl längstschon Reuchlins Sache zu seiner eigenen gemacht. Darum änderte erseine Absicht, Warhams Namen an die Spitze des Hieronymus zu setzen,um den klangvolleren Leo's X. als Schild gegen gefährliche Angriffe zubenutzen; darum riss er sich aus seinen Basler Studien los, weil ervon London aus durch Ammonio und damals auch durch Caraffa wirk-samere Verbindung mit dem päpstlichen Hofe herstellen konnte. Erstals Erasmus im December 1515 sah, dass das Neue Testament zuerstdie Presse verlassen würde, bestimmte er dies für den Papst und über-liess, gemäss seiner ursprünglichen Absicht, den Hieronymus dem Erz-bischof Warham 1 ).

Die Briefe sind also in ihrer Tendenz zunächst nicht, wofür sieimmer gelten, eine rein freundschaftliche Verteidigung Reuchlins; wurdensie es aber in ihrer Wirkung? Ein direkter Zusammenhang zwischen

J ) Das Neue Testament hatte er anfänglich dem Bischof Fisher vonRochester zugedacht; s. ep. 256,