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dass der Brief an Aegidius (ep. 155) vom 8. Mai, der sofort beginnt:„diutius commoratus sum in itinere quam putaram," noch ganz unterdem Eindrucke einer soeben vollendeten Reise steht, so ist doch dasWidmungsschreiben an Beatus Rhenanus, womit er die „Enarratio primipsalmi ,Beatus vir'" begleitete, aus St. Omer vom 13. April 1515(Idibus Aprilibus) datiert 1 ). Da hier Erasmus schon von ihren gemein-samen Studien spricht („communis studiorum amor tarn arcta necessi-tudine copulavit"), lässt sich der Brief nicht vor das Jahr 1515 legen;1516 aber reiste Erasmus erst im Juli nach London und kehrte imAugust von dort zurück, 1517 überschritt er in den ersten Tagen desApril den Kanal und landete auf der Rückkehr am 1. Mai in Boulogne;diesmal machte er auch in St. Omer keine Rast. Dagegen erwähnteinen solchen Aufenthalt bei dem Abt zu St. Bertin ep. 155 vom8. Mai, also auf der Reise nach, nicht von London, so dass die Rich-tigkeit des Datums der Widmung in allen Stücken erwiesen ist. Daausserdem der Plan, an den Papst und die Kardinäle zu schreiben,wohl schon seit der Unterredung mit Reuchlin in Frankfurt feststandund diese Briefe gleiche Wirkung haben sollten, so wäre es sonderbar,wenn Erasmus an die Kardinäle am 31. März und an den Papst vierWochen später, am 28. April (ep. 174) geschrieben hätte. Die grössteWahrscheinlichkeit spricht also dafür, dass ep. 167 und 168 vom30. April stammen, obwohl sie schon im August desselben Jahres beiFroben mit dem Datum „pridie Kalendas Apriles" gedruckt wurden 2 ).Die ursprüngliche Fassung der Briefe kennen wir nicht, da Erasmussie in erweiterter Gestalt („locupletatas", App. 3) herausgab — einZeichen, welche Bedeutung er ihnen beilegte und welche Wirkung aufdas Publikum er ihnen sichern wollte.
Denn es scheint, dass nur sie es gewesen sind, die ihn nachEngland, zu seinem Unterhändler Ammonio, geführt haben. Er hattezwar auch in Basel die Hoffnung nicht aufgegeben, auf der brittischenInsel sein Glück fester und dauernder zu gründen, aber was Colet ihm
*) Abgedruckt Opp. V, 171. — Der erste Druck ist der von Martensin Lüwen vom Oktober 1515; vgl. Van Iseghem S. 255 No. 91.
2 ) Sie erschienen, zugleich mit der Apologie gegen Dorpius (worüberunten) und dem „In laudem urbis Selestadii Panegyricum Carmen", zusammenmit „Jani Damiani Senensis ad Leonem X. Pont. Max. de expeditione inTurcas elegia" und Briefen von Piso, Heinr. Penia und Sigismund I. vonPolen. Am Schluss: „Basileae, Joannes Frobenius typis suis excudebat. MenseAugusto M.D.XV." Vgl. Panzer VI, 193, 142; Stockmeyer u. Reber, 100, 42.