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März 1515 gedruckt, waren nach Verlauf eines Monats von 1800Exemplaren nur noch 60 übrig! Einen kurzen Gruss sandte am 1. Mai(App. 24) auch Bruno Amerbach, der älteste Sohn des Gründers derAmerbachschen Druckerei, nach dessen Tode die Söhne ihr Wissen inden Dienst Frobens stellten 1 ).
Erasmus reiste über Frankfurt, von wo er an Beatus Khenanusschrieb (s. App. 23), und hier war es jetzt, im April 1515, wo ermit Eeuchlin, zugleich auch mit Hermann von dem Busche und, zumzweiten Male, mit Hütten zusammentraf. Ausgeschlossen, wie wir sahen,ist die Zusammenkunft im Jahre 1514; da sie aber schon am 13. Juni1515 von Hütten bezeugt wird 2 ), kann sie nicht auf der zweiten Reisevon England nach Basel stattgefunden haben. Demgegenüber ist UrsinusVelius im Irrtum, der in seinem 1517 entstandenen „Genethliacon De-siderii Erasmi" sagt, dass Erasmus „illinc (d. i. aus England) reversus"Reuchlin kennen gelernt habe; Velius konnte diese Ereignisse nur ausErzählungen kennen 3 ). — Auf der "Weiterreise verweilte Erasmus dreiTage in Gent bei dem Kanzler Jean de Sauvage, in Tournay bei Mountjoy,dem Statthalter dieser Eroberung Englands aus dem letzten- Kriege*),in St. Omer bei Anton von Berghes; vorher hatte er in Brügge denenglischen Vizekanzler Cuthbert Tunstall und Thomas More begrüsst,und auch in Antwerpen mag er bei Peter Aegidius eingekehrt sein,dem er von London aus diesen Reisebericht am 7. Mai (ep. 155) giebt.Der Brief liegt darum nicht im J. 1516, da Erasmus dann erst imJuli nach England kam und der nach ep. 155 noch unvollendete Hie-ronymus 1516 bereits gedruckt war.
In London kam Erasmus erst Ende April an, nicht schon imMärz, wie es nach ep. 167 und 168 an die Kardinäle Dominico Gri-mani von San Marco und Raffael Riario von San Giorgio scheinenkönnte, die in sämtlichen Ausgaben der Erasmischen Korrespondenz aufden 31. März gelegt sind. Denn wenn wir auch übersehen dürfen,
') Über die Familie Amerbach im allgemeinen s. Stockmeyer u. Reber,a. a. 0., S. 30 ff.
2 ) Hütten an Jac. Fuchs, bei Böcking, Hutteni opera I, 43; vgl. Strauss )Hütten, I, 110. Die ausführliche Arbeit von Liessem, Herrn, van dem Busche )Sein Leben u. seine Schriften. 1. Teil. Progr. des Kaiser-Wilhelm-Gymn. zuKöln, 1881—1889, ist noch nicht bis hierher gediehen.
3 ) Das „Genethliacon" findet sich Opp. omn. I, 21 und ep. 228, diecitierte Stelle S. 226 D in den Briefen; vgl. darüber unten S. 204.
*) Seit dem 20. Januar 1515; Brewer II, 1, No. 41.
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