144
31. Juli bei der Verzichtleistung auf Aldington anwesend, lind es heisstin dem Colloquium, dass er von Canterbury nach London zurückritt.
Im Oktober ist er wieder in Cambridge zu finden. Am 28. Oktober(natali Simonis et Judae) schrieb er nach London an den Juristen Jo-hann Sixtin ans Friesland einen nicht vorhandenen Brief, wahrscheinlichals Antwort auf Sixtins Brief vom 18. Oktober (ohne Jahr, App. 493),der sich beklagt, dass Erasmus an die Londoner Freunde, nur nicht anihn schreibe. Denn in dem nächsten Briefe vom 20. November (App. 1)freut sich Sixtin, dass Erasmus seine Sehnsucht gestillt habe. DerHerausgeber hat ihn nach einem zufällig auch vom 28. Oktober datiertenBriefe (ep. 13), zu dem er innerlich gar keine Beziehungen hat, fahr-lässig genug in das Jahr 1497 gelegt. Die Vollendung der „Copia",von der Sixtin sich ein Exemplar wünscht, lässt kein früheres, und dader Druck neu zu sein scheint, auch kein späteres Datum als 1512 zu.Läge er im J. 1513, so wäre es zudem unerklärlich, dass Sixtin, demErasmus am 28. Oktober seine baldige Ankunft in London in Aussichtgestellt hat, keinen der beiden Besuche erwähnt, die er im AnfangSeptember und Ende Oktober der Hauptstadt abstattete 1 ). In die Zeitdieses Aufenthalts in Cambridge ist ein unvollständig datierter (9. No-vember) und nicht adressierter Brief zu legen, der, bisher ungedruckt, vonBrewer im Auszuge mitgeteilt worden ist 2 ). Erasmus hat von demEmpfänger zugleich mit einem Briefe am 24. Oktober einen Käse er-halten; das Geschenk erwidert er mit der Zusendung eines Manuscriptes(codicillum) von Vegius „De pueris educandis", das ihm sehr nützlichsein werde. Wir dürfen hieraus schliessen, dass der Brief an Coletgerichtet ist; dann kann er aber nur 1512 liegen, da die Briefe anColet vom 29. Oktober 1511 (ep. 150) und vom 1. November 1513(ep. 107) 3 ) nicht auf einen am 24. Oktober empfangenen Bezug nehmen;1513 war Erasmus auch Ende Oktober in London.
Im Winter 1512 wird Erasmus, wie gewöhnlich, sich in London auf-gehalten haben; von hier aus ist am 1. Januar 1513 die Widmung vonPlutarch's „De tuenda bona valetudine" an John Young, den Vorsteher derkönigl. Kanzlei, datiert 4 ), während im übrigen der Briefwechsel eine Lücke
>) S. unten S. 149.
2 ) Brewer I, No. 5570, fälschlich in d. J. 1514 gelegt.
3 ) Zum Datum siehe unten S. 149.
4 ) Der erste Druck ist noch vom Jahre 1513; vgl. Van Iseghem, Bio-graphie de Thierry Martens d'Alost. Alost 1852. S. 243 No. 76. — DieWidmung fehlt in der Leydener Ausgabe der Werke des Erasmus; sie ist