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BvsBisfi?
6. Febr. 1512), „zu einem Engländer geworden, mit so ausgezeichnetemWohlwollen behandeln mich viele, zumal mein Maecen, der Erzbischofvon Canterbury". Ihn rühmt er auch dem in Rom anwesenden KardinalGuibö von Nantes 1 ) gegenüber (ep. 136, 8. Februar 1512), als denEinzigen, dessen Güte seine unbezwingbare Sehnsucht nach Rom stillenkönne. Kaum mehr als ein Billet empfing Thomas Halsey 2 ) (ep. 109,8. Febr. 1512), dem er Grüsse an den englischen Gesandten Pace undden ungarischen Gesandten Johannes Polonus auftrug. Ob diese Briefeihrer Bestimmung richtig und ohne Verzug zugeführt wurden, wissenwir nicht; denn die Gesandtschaft war infolge der Aufschiebung desKonzils zurückberufen worden, wie Erasmus bei seinem Aufbruch vonLondon erfuhr; und erst im April 1512 empfingen die Vertreter Eng-lands eine neue Vollmacht für das Konzil, dessen Eröffnung denn aucham 3. Mai erfolgte 3 ).
Die letzte Londoner Reise war insofern nicht ergebnislos, alsErasmus nun in nähere Beziehungen zum Erzbischof Warham trat.Denn es ist auffällig, dass Warham, der doch nach Mountjoys Mitteilungan Erasmus diesem eine Pfründe in Aussicht gestellt hatte, in denBriefen an und von Ammonio in den letzten Jahren kaum irgendwoerwähnt wird. Nur um die Bischöfe von Durham und Winchester be-wirbt sich Erasmus, ja, wie aus ep. 128 geschlossen werden kann,sucht er von diesem eine Pfründe zu erhalten; von Warham nirgendsauch nur ein Wort. Hatte Mountjoy's Enthusiasmus ihm mehr ver-sprochen, als Warham zu bieten imstande war? hatte er etwa eineflüchtige Andeutung des Erzbischofs als Versprechen aufgefasst? wirwissen es nicht. Doch so viel geht aus den Briefen hervor: umworbenwar Erasmus in England noch nicht; Mountjoy Hess kaum etwas vonsich hören, Colet behandelte ihn um so hochmütiger, je devoter er wurde,die Bischöfe von Winchester und Durham speisten ihn mit allgemeinenVersprechungen ab, wie wohl viele andere, die ihnen mit ähnlichenAnliegen kamen; Fisher von Rochester hatte ihm eine, übrigens wenig
*) vgl. Hefele VIII, 508; er starb 1513, war aber seit 1511 nicht mehrBischof von Nantes, wenn wir Garns (Series episcoporum, Regensburg 1873.S. 582) glauben dürfen.
' 2 ) In ep. 590 (S. 661 E) nennt Erasmus Halsey Bischof von Elphin ;Garns (S. 220) kennt nur einen Thomas Walsh als Bischof von Elphin. NachBrewer (I, 1478 Anm., wo aber der Brief in d. J. 1511 gelegt ist) war HalseyBischof von Leighlin in Irland und Busspriester der englischen Nation in Rom.
3 ) Brewer I, No. 3108. Hefele VIII, 497 ff.