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Ausdruck „cui iam tot annos tuum desadat ingenium" wohl nur aufWarham bezogen werden, den er seit der 2. Reise nach England(1505 —1506) kannte. Nehmen wir hinzu, dass hier noch keines derWerke des Erasmus genannt ist, so erhalten wir als spätestes Datumdes Briefes Ende 1511, da schon im Februar 1512 Warham seinemSchützling die ersehnte Pfründe übertrug.
Während des Januars 1512 hielt sich Erasmus in London auf,wohin er sich für den 1. Januar angemeldet hatte;-er wollte wohl dieWirkung der „Köder", die er zum Jahreswechsel auszuwerfen beab-sichtigte (ep. 139), persönlich beobachten. Einer von diesen fiel auchWarham zu; denn die Übersetzung der Saturnalien des Lucian, dieer an den Erzbischof mit ep. 189 (also etwa Anfang Januar 1512)sandte, gehören in diese Zeit, da sie, gleichzeitig mit dem ja auch imNovember und December (ep. 139 und 132) genannten Icaromenippusu. a., am 29. April 1512 Warham gewidmet wurden (Opp. I, 183).Erasmus überreichte also vorläufig nur handschriftliche Exemplare, wieer auch Ammonio gebeten hatte, den Icaromenippus sauber abschreibenzu lassen. Auf diese Zeit weist auch die Fülle der Geschäfte Warhams,die Erasmus erwähnt und die wir auf die Reformsynode des Klerusder Diöcese Canterbury beziehen können, die durch königliches Mandatvom 28. November 1511 berufen und am 6. Februar 1512 eröffnetwurde'). Bis gegen die Mitte des Februar finden wir Erasmus nochin der Residenz, und nur einem Zufall hatte es es zuzuschreiben, dasser wieder nach Cambridge zurückkehrte. Der Bischof Fisher vonRochester, der seinen Monarchen auf dem zum 19. April 1512 be-rufenen Laterankonzil vertreten sollte und dessen Kreditiv von demKönige am 4. Februar unterzeichnet war 2 ), hatte den Gelehrten zuseinem Begleiter ausersehen; aber da diesem das Anerbieten zu plötzlichund zu spät gemacht wurde, musste er es — ohne grossen Schmerz,wie es scheint — ablehnen. Aber er Hess die Gelegenheit nicht vor-übergehen, der Gesandtschaft einige Briefe mitzugeben, die zum erstenMale eine hoffnnngsfrohe Stimmung spiegeln. „Ich bin fast ganz",schreibt er an Anton von Berghes, den Abt von St Bertin 3 ) (ep. 135,
') Letters and papers, foreign and domestic, of the reign of HenryVIII», ed. by Brewer. London 1862 ff. I, Nr. 2004 u. 2090.
a ) Brewer I, No. 2085; vgl. Hefele, Concilien-Geschichte. Freiburg i. Br.1887. VIII, 497ff.
3 ) Über diesen vgl. Goethals, Hist. des lettres, des sciences et arts enBelgique. Brüssel 1840. I, 85 ff.
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